FOKS - Konzentration der Sanierungsmaßnahmen auf gravierende Umweltschäden 2008 - 2011

Titel

FOKS (Focus on Key Sources of Environmental Risks)

Programm Gemeinschaftsinitiative INTERREG VI B der Europäischen Union
Projektraum Zentraleuropäischer Kooperationsraum (CENTRAL)
Zeitraum 36 Monate (November 2008 bis Oktober 2011)
Projektsumme 3,20 Mio. EUR, davon Stuttgart 0,61 Mio. EUR
EU-Zuschuss

2.66 Mio. EUR, davon Stuttgart 0,46 Mio. EUR

Beteiligte Partner

Kommunale Partner:
Stadt Mailand (Italien)
Provinz Treviso (Italien)
Stadt Jaworzno (Polen) sowie der
Stadt Novy Bydzov (Tschechien), assoziierter kommunaler Partner
Landeshauptstadt Stuttgart

Institute:
Zentrales Bergbauinstitut (GIG) Kattowitz, Polen - Projektkoordinator
Institut für Ökologie von Industriegebieten (IETU) Kattowitz, Polen
Institut für Öffentliche Gesundheit Ostrava Tschechien

Assoziierte nichtkommunale Partner:
LUBW - Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (Baden-Württemberg)
Regierungspräsidium Stuttgart
Altlastenforum Baden-Württemberg
Umweltministerium der Tschechischen Republik
Region Schlesien (Polen)
Regionaler Wasserwirtschaftsverband, Region Schlesien (Polen)

Wozu FOKS?

FOKS trägt dazu bei, dass die Grundwasserqualität in Feuerbach verbessert und der Sanierungsaufwand verringert wird. In FOKS wurden in einem großräumigen Gebiet Schadstofffahnen zu Schadensherden zugeordnet. Dazu werden neue Techniken eingesetzt. Dies ermöglicht die Fokussierung der Sanierungen auf die Hauptschadensherde. Es handelt sich in Feuerbach um rund 140 LCKW-Schadensherde (Ergebnis von MAGIC) und ebenso viele davon ausgehende Schadstofffahnen die sich teilweise überlagern. Mit der integralen Grundwasseruntersuchung, die im Projekt MAGIC (2003-2006) in vier europäischen Städten praktisch umgesetzt wurde, stand hierfür ein Verfahren zur Untersuchung großräumiger Grundwasserverunreinigungen zur Verfügung. Damit konnten Schadstofffahnen im Grundwasser untersucht und lokalisiert werden. Auf diese Ergebnisse bauen FOKS auf.

Maßnahmen in der Landeshauptstadt

In der praktischen Umsetzung des Projektes FOKS wurden vorhandene Lücken bei den Sanierungskonzeptionen auf den Einzelstandorten geschlossen. Dafür wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Verfeinerung von Grundwassermodellen in den Schadensschwerpunkten zur Lokalisierung der Schadstoffeintragstellen,
  • Identifizierung der Schadstoffeinträge mit Hilfe von Komponenten- und Isotopenanalysen,
  • Klärung des Zusammenhangs zwischen festgestellten Grundwasserverunreinigungen (Schadstofffahnen im Grundwasser) und den Schadensherden zum besseren Nachweis von Verursachung und Schadensausmaß,
  • Erarbeitung optimierter Sanierungskonzepte mit dem Ziel der Aufwandsminimierung.

Luftbild Gebiet um FeuerbachVergrößern
Luftbild Gebiet um Feuerbach, Foto: Stadtmessungsamt

Umgang mit den Ergebnissen

Das Sanierungskonzept dient als wichtiges Werkzeug für die Wasserbehörde beim Amt für Umweltschutz bei der Beurteilung von LCKW-Schadensfällen. Es ermöglicht eine planmäßige und optimierte Abstimmung der unterschiedlichen Maßnahmen, die zur Wiederherstellung einer ausreichenden Grundwasserqualität in Feuerbach erforderlich sind. Bei allen Sanierungsmaßnahmen wird grundsätzlich eine Entfernung des Schadensherdes zur nachhaltigen Wiederherstellung der Grundwasserqualität bevorzugt. Wenn diese Dekontaminierung nicht möglich ist, sollte eine möglichst herdnahe Sicherung erfolgen. Die bisher in vielen Fällen in Feuerbach praktizierte Sicherung im weiteren Abstrom (z.B. in dauerhaften Grundwasserabsenkungen zur Trockenhaltung der Gebäude) ist wenig effizient. Insgesamt ist durch wirksame Maßnahmen in jedem Fall zu verhindern, dass Schadstoffe in tiefere Stockwerke verlagert werden oder aus dem Gebiet von Feuerbach abströmen.

Internationale Zusammenarbeit

Die Europäische Union fördert die Zusammenarbeit der mitteleuropäischen Länder zur Verbesserung der Umweltqualität. Durch hoch qualifizierte Partner fließen neue Kenntnisse nach Stuttgart, gleichzeitig profitieren die Projektpartner von der langjährigen Stuttgarter Erfahrung in der Altlastenuntersuchung und -sanierung.