Städtebauliche Neuordnung "Bahnhofsbereich Möhringen"

Der Bahnhofsbereich in Möhringen ist einer der zentralen Entwicklungsbereiche in der Stadt Stuttgart. Die seit Jahren laufenden Planungen und baulichen Veränderungen lassen hier ein neues, urbanes Quartier entstehen. Durch die enorme Modernisierung und Entwicklung der Straßenbahn zur Stadtbahn wurden am Bahnhof Möhringen Werkstätten und Gleisflächen entbehrlich, und alte Straßenplanungen konnten überdacht bzw. modifiziert werden.

Für die noch unbebauten Baublöcke 1, 2 und 5 an der Probststraße wurden Bauanträge für 136 Wohneinheiten eingereicht und genehmigt.
Mit dem Bauvorhaben im Baublock 1 wurde begonnen.

Kenndaten des Projekts

Nutzungsstruktur und Flächenangaben innerhalb des Projekts

  • Einzelhandel (insb. Lebensmittelvollsortimenter mit 4 200 m² VK)

  • Büros und Dienstleistungen

  • Bürgerhaus
  • Altenpflegeheim und Kindertagesstätte

  • Wohnen (mit ca. 300 WE)

  • Studentenwohnen (mit ca. 420 Wohnheimplätzen)

 Bauherr

  • verschiedene Bauherren und Investoren, u. a. Häussler Baumanagement, Baugenossenschaft Friedenau, Michael Georg Warbanoff Immobilienmanagement, Eduard Züblin AG, Stuttgarter Straßenbahnen (SSB ) AG, Landeshauptstadt Stuttgart
     

     

 Architekten und Planer
  • Wolf Architekten/ Ingenieure GmbH (Backnang), ARP Architektenpartnerschaft (Stuttgart), Reichl Sassenscheidt und Partner (Stuttgart), Architektbüro Ludwig (Stuttgart), Dr.-Ing. Sprenger (Hannover), Günter Hermann Architekten (Stuttgart), Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) AG, Ackermann + Raff (Tübingen).

Ausgangslage und Anlass der Planung

Das Freimachen der Bauflächen war der Beginn einer umfangreichen und langfristigen Planung, die mit dem städtebaulichen Wettbewerb im Jahre 1991 begann und deren sukzessive Umsetzung bis heute in Gange ist. Ein Meilenstein war die Neuplanung der Probststraße parallel zu den Bahngleisen. Durch die Bündelung von Straße und Schiene entstanden nördlich der neuen Probststraße zusammenhängende Bauflächen.
In der Gesamtbetrachtung ist die Neuordnung dieses großen Areals rund um den Möhringer Bahnhof ein überzeugendes Beispiel für die städtebaupolitische Zielsetzung der Innenentwicklung, und somit auch einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung.

Planungsziele des Projekts

Vorrangiges Ziel der Entwicklung am Möhringer Bahnhof war die Schaffung eines neuen, urbanen Quartiers, das durch eine attraktive Nutzungsmischung gekennzeichnet ist. Um diese Urbanität zu erreichen war es ein wesentliches Element den Bahnhofsbereich als zentralen, "innerstädtischen" Wohnstandort zu etablieren. Die insgesamt 300 Wohneinheiten unterschiedlicher Struktur und Größe plus das neue Studentenwohnheim (ca. 420 Wohnheimplätzen) bilden einen wesentlichen Baustein für die dauerhafte Belebung des Standorts.

Die Zentralität des Standorts zeigt sich durch die hervorragende Infrastruktur, die im Rahmen der Neuordnung ermöglicht wurde.
Die neu geschaffenen Einkaufsmöglichkeiten und die optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr werden durch das Bürgerhaus und die Kindertagesstätte als öffentliche Einrichtungen ergänzt.

Planverfahren und Planungsrecht

Der Planungsprozess wurde mit der Auslobung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs im Jahre 1991 offiziell eingeleitet. Der Wettbewerbsbeitrag von den Architekten Stockburger/ Späth/ Dickmann aus Stuttgart wurde mit dem ersten Preis bedacht und bildete gleichzeitig die Grundlage für den von der Stadt Stuttgart aufgestellten Rahmenplan 1992.

Der Rahmenplan bildete wiederum die Basis für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für das Gesamtareal. Dieser umfassende Geltungsbereich wurde wiederum in unterschiedliche Teilbereiche gegliedert, die u. a. durch die Auslobung weiterer Realisierungswettbewerbe detailliert überarbeitet wurden und in den anschließenden Teilbebauungsplänen planungsrechtlich gesichert wurden.