Delegation aus Brünn besucht Stuttgart
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft besuchte eine Delegation aus Brünn unter Leitung von Erstem Bürgermeister Dr. Daniel Rychnovsky vom 23. bis 26. September Stuttgart. Zu dieser Reisegruppe gehörten neben VertreterInnen von Gemeinderat und Stadtverwaltung auch der bekannte Schriftsteller Pavel Kohout, der Schauspieler Marian Labuda, der Intendant des Nationaltheaters Brünn, Daniel Dvorak, der Intendant des Theaters Reduta, Petr Stedron, der Leiter des städtischen Museums, Pavel Ciprian und die Vorsitzende des Vereins Schulpartnerschaften Brno - Stuttgart, Jarmila Brnicka. Parallel dazu hielten sich außerdem rund 170 Brünner Schülerinnen und Schüler mit ihren Betreuern sowie die Zirkustruppe Le Grando vom Brünner Jugendhaus Luzanky in Stuttgart auf.
Erós im Theaterhaus
In Stuttgart erwartete die tschechischen Gäste ein umfangreiches Programm, das kurz nach der Ankunft mit einem Empfang im Theaterhaus begann. Gleich im Anschluss wohnte die Delegation dort einer Aufführung des zum Brünner Nationaltheater gehörenden Theater Reduta bei, das in tschechischer Sprache das Schauspiel Erós von Pavel Kohout auf die Bühne brachte.
An den folgenden Tagen besuchte die Delegation die Ausstellung zum Bahnprojekt Stuttgart - Ulm im Turmforum und die Baustelle des Klinikums Stuttgart. Außerdem führten die Gäste mit dem Klinikum Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit. Darüber hinaus standen Besichtigungen der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ) und der Integrierten Leitstelle der Branddirektion auf dem Programm. Des weiteren sahen sich die Gäste im SpOrt Stuttgart und im Generationenhaus Heslach um. Begeistert zeigten sie sich auch vom Mercedes-Benz Museum und vom Porsche-Museum.
Festakt im Rathaus
Am 24. September, wurde das Partnerschaftsjubiläum mit einem Festakt im Stuttgarter Rathaus gefeiert, an dem auch der Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, JUDr. Rudolf Jindrák, und der Honorarkonsul Tschechiens in Deutschland, Rüdiger Mocker, teilnahmen.
Nach einer spektakulären Show des Brünner Zirkus Rando begrüßte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster die Gäste. Schuster lobte dabei die breite Palette der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Städten und die gemeinsamen Projekte - von den vielfältigen kulturellen Begegnungen über soziale Einrichtungen und die Wirtschaft bis zur Politik. Wobei die engen Kontakte der Schulen sicher am wichtigsten sind. Dank der zahlreichen Aktivitäten des Fördervereins Schulpartnerschaften und des intensiven Austauschs zwischen den Jugendhäusern ist eine solide Grundlage für die Zukunft entstanden.
Brünns Erster Bürgermeister, Daniel Rychnovsky, erinnerte in seiner Ansprache an die Ereignisse 1989, an die Ausreise der Ostdeutschen über Prag, den Fall der Mauer. "Wer hätte damals gedacht, dass wir in 20 Jahren hier stehen." Die Städtepartnerschaft sei für beide Seiten von Vorteil, beide könnten viel voneinander lernen. "Die Brünner wissen die Partnerschaft mit Stuttgart zu schätzen und sind dankbar für die Kontakte. Die Begegnungen haben uns geholfen, die Türen in die europäische Welt zu öffnen", sagte Rychnovsky. Brünn profitiere eindeutig von den EU-Fördermitteln.
Im Anschluss an den Festakt wurden die Preisträger des Schülerwettbewerbs "Meine Stadt - Deine Stadt" ausgezeichnet. Ausgeschrieben hatten den Wettbewerb der Deutsche Kulturverband Brünn e.V. und der Förderverein Schulpartnerschaften Stuttgart - Brünn e.V..
Ausstellungen im Rathaus zum Jubiläum
Gleich drei Ausstellungen ließen im Stuttgarter Rathaus bis 6. Oktober die Städtepartnerschaft mit Brünn sowie verschiedene Facetten der tschechischen Metropole lebendig werden. So konnte man beispielsweise Bekanntschaft mit der Villa Tugendhat schließen. Sie wurde 1929/30 in Brünn nach den Plänen des Architekten Ludwig Mies van der Rohe für Fritz und Grete Tugendhat errichtet. Das Haus wurde inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Eine andere Schau zeigte unter dem Titel "Erde - farbiger Planet" Bilder von Schülerinnen und Schülern aus Sonderschulen in Stuttgart und Brünn. Die dritte Präsentation beschäftigte sich mit den zahlreichen Bereichen der Zusammenarbeit zwischen der Landeshauptstadt und Brünn.


