Kunst im Öffentlichen Raum - Route 4 (Stuttgart-Nord)
Ulrich Bernhardt: Kulturströme, 1991-1993
U-Bahnstation Killesberg, Stuttgart-Nord
Ulrich Bernhard wurde 1990 damit beauftragt, die neue riesige Bahnsteighalle der Stadtbahn Haltestelle "Killesberg-Messe" zu gestalten. Mit Hilfe von zwei über 150 Meter langen Fotostreifen, die Motive von Rhein und Neckar zeigen, ist es ihm gelungen die enorme Länge der unterirdischen U-Bahnhaltestelle optisch zu verkleinern. Mit dem Filmfries hat Bernhard den beiden
Kulturströmen Rhein und Neckar ein individuelles Gesicht gegeben und sie auf einzigartige Weise porträtiert. Durch die Zusammenbelichtung entstehen Überschneidungen - zeitgenössische Motive wechseln sich mit historischen Bildern ab. Industrieanlagen mischen sich mit historischen Elementen, namhafte Persönlichkeiten sind ebenso zu sehen wie anonyme Gesichter der Stadt. So vergegenwärtigt Bernhardt, dass Kultur alles ist: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Nam June Paik: Two Way Communication, 1996
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
, Neubau
II, Stuttgart-Nord
Der Grundgedanke von Nam June Paiks 1996 eingerichteter Installation
Two Way Communication wird schon anhand des Titels deutlich. Auf 92 Monitoren wird auf mehreren Ebenen Kommunikation thematisiert und zugleich ermöglicht. Dieses umfassende Thema steht in enger Verbindung mit dem Aufstellungsort, dem Eingangsfoyer, einem Ort des kommunikativen Austauschs. Paiks Installation kann auf zwei verschiedene Arten bespielt werden: zum einen mit vorgefertigten Videodiscs und zum anderen mit Bildern aus den im Eingangsfoyer angebrachten Überwachungskameras.
Hans Dieter Bohnet: Im Keuper, 1993
Wartberg, Stuttgart
Hans Dieter Bohnets
Im Keuper erinnert an die Stelle im Wartberg, wo früher Schilfsandstein gebrochen wurde. Diese "Keuperwand" entstand für die Internationale Gartenbauausstellung IGA 1993, in deren Vorbereitung Künstler aufgefordert wurden, zusammen mit Architekten Kunstwerke für das künftige Parkgelände zu entwickeln. In diesem Zusammenhang entstanden auch die Kunststationen
Unter den Stangen und das
Kugelobjekt im Egelsee.
Hans Dieter Bohnet: Unter den Stangen, 1993
Wartberg, Stuttgart
Für die Internationale Gartenbauausstellung IGA 1993 wurden Künstler aufgefordert, zusammen mit Architekten Kunstwerke für das künftige Parkgelände zu entwickeln. Die Planer wollten mit ihrem Kunstkonzept den Dialog zwischen Kunstwerk und Grünraum aufnehmen. Daraufhin schuf Bohnet mit Edelstahlstangen sein Kunstwerk
Unter den Stangen. Er steckt mit Stangen den Hügel und den anschließenden Bereich mit seiner Amphitheater ähnlichen Ausformung ab und macht dabei gleichzeitig auf die Topographie aufmerksam. Alle Stangen enden in der Höhe von 308 Metern über Normalnull. Neben der Kunststation
Unter den Stangen konnte Bohnet auch die Kunststationen
Im Keuper und das
Kugelobjekt im Egelsee realisieren.
Jeanette Zippel: Bienengarten, 1993
Oberer Teil des Wartbergparks, St.-Helens-Weg, Wartberg, Stuttgart-Nord
Der
Bienengarten von Jeanette Zippel schlägt eine Brücke zwischen Kunst und Natur. Die äußere Form der aus Naturmaterialien wie Holz, Klinkersteinen, Stroh, Lehm, Bambus und Weiden gefertigten Plastiken erinnert an Bienenstöcke. Tatsächlich leben in ihnen auch mehrere Völker von Honig- und Wildbienen, die sich von den eigens in der Umgebung angesiedelten Blumen und Pflanzen ernähren. Diese belebten Skulpturen mahnen zum Respekt vor der Natur. Sie wurden 1993 anlässlich der Bundesgartenschau in Stuttgart im oberen Teil des Wartbergparks aufgestellt. Weitere stehen in Heidenheim, München, Südtirol und auf Teneriffa.
Hans Dieter Bohnet: Kugelobjekt, 1993
Egelsee/ Wartberg, Stuttgart-Nord
Die Kugel, die vollkommenste geometrische Form, wurde von Bohnet zerteilt, zerschnitten und in einer anderen Ordnung erneut zusammengesetzt. Dadurch entsteht eine Rhythmik von Geschlossenheit und Offenheit. Die einzelnen Elemente stehen versetzt zueinander. So bleiben Lücken und tiefe Einschnitte, durch die nicht nur das Wasser rinnt, sondern die Einblicke ins Innere der Kugel ermöglichen.
Die ersten Kugelobjekte von Hans Dieter Bohnet entstanden ab den 1970er Jahren. Für die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 1993 entwickelte Bohnet gemeinsam mit dem Gartenarchitekten Hans Luz eine Kunst-Garten-Landschaft, deren bildhauerischer Mittelpunkt das
Kugelobjekt im Egelsee bildet.
Neben diesem Objekt konnte Bohnet auch die Kunststationen
Unter den Stangen und
Im Keuper verwirklichen.
Herman de Vries: Sanctuarium, 1993
Leibfriedscher Garten, Stuttgart-Nord
Für gewöhnlich hat ein Zaun die Funktion, das menschliche Hab und Gut zu schützen - aber bei de Vries wird diese Funktion auf den Kopf gestellt. In seinem
Sanctuarium schützt ein Zaun symbolisch die Natur vor dem Menschen. Das Kunstwerk
Sanctuarium steht im Leibfriedschen Garten auf einem begrünten Hügel zwischen zwei mehrspurigen Straßen. Anlass zur Aufstellung von Herman de Vries' Heiligtum war die Internationale Gartenbauausstellung IGA 1993 in Stuttgart. Das
Sanctuarium ist eine von zehn Kunststationen, die auch nach der IGA der Stadt erhalten blieb.
Wolfgang Klein: Flügel über Landschaft, 1977
Landespolizeidirektion II, Hahnemannstr. 1, Stuttgart-Nord
Die Edelstahlskulptur
Flügel über Landschaft von Wolfgang Klein steht seit 1977 auf der Terrasse vor dem Gebäude der Landespolizeidirektion II an der Hahnemannstraße oberhalb des Pragsattels. Anders als zu erwarten gewesen wäre, setzt sich der Künstler nicht mit der sozialen und politischen Bedeutung des Standortes auseinander. Stattdessen weckt er durch die offene, ins Weite des Neckartals weisende Gestalt Assoziationen an einen Flügel, und damit an ein Symbol der Freiheit. Der Sockel modelliert die Höhenlinien der Landschaft nach. Nahezu organisch wächst aus ihm der aus mehreren Elementen zusammengesetzte "Flügel" nach oben.
Dan Graham: Gate of Hope, 1993
Leibfriedscher Garten, Südosteingang, Stuttgart-Nord
Spiegelungen, die Eigen- und Fremdwahrnehmung auf eine besondere Weise ermöglichen, sind das große Thema des US-amerikanischen Künstlers Dan Graham. Die Skulptur
Gate of
Hope
wurde für die Internationale Gartenbauausstellung IGA 1993 in Stuttgart errichtet. Sie bildet das Bindeglied zwischen Leibfriedschem Garten und Rosensteinpark. Das Tor der Hoffnung ist eine Konstruktion aus Edelstahl und Glas auf einem Betonsockel, das den Eingang in den Leibfriedschen Garten markiert.
Bernhard Luginbühl: Saurier, 1982-84 (aufgestellt 1984)
Vor dem staatlichen Naturkundemuseum am Löwentor, Stuttgart-Nord
Der Stuttgarter
Saurier ist in einer Werkstatt des Hamburger Frachthafens Wilhelmsburg, also einer Industrieanlage entstanden. Bernhard Luginbühl hat dort vorgefundene Eisenteile für die Plastik verwendet. Erst diese industriellen Fertigungsanlagen machen es technisch überhaupt möglich, Kunstwerke mit solchen Dimensionen zu fertigen. Aufgestellt wurde der
Saurier 1984 vor dem Naturkundemuseum.











