Die Stadt soll schöner werden
Ein dicker Batzen im Doppelhaushalt 2010/2011 ist für städtebauliche Entwicklungs- und Sanierungsprojekte eingeplant. Dazu zählt der Bereich Kronprinz- und Tübinger Straße. Viel Geld fließt auch in das Hospitalviertel. Mittel für die "Kulturmeile" gehen an andere Projekte.
Die sogenannte Querspange zwischen Kronprinz- und Tübinger Straße - ein Relikt aus den Zeiten der autofreundlichen Stadt - wird nun heutigen städtebaulichen Anforderungen angepasst.
Der Gemeinderat hat für die Umgestaltung insgesamt 2,81 Millionen Euro bewilligt. Dazu lagen Anträge der CDU und der SPD vor.
Darüber hinaus wird auf Antrag der Grünen auch der Bereich Tübinger Straße von der Eberhardstraße bis zur Sophienstraße aufgewertet. Dafür wurden 1,2 Millionen Euro bereitgestellt.
Ein Ziel des Antrags der Grünen ist, den Straßenraum so umzugestalten, dass er von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam genutzt werden kann.
Weitere Mittel fließen in die städtebauliche Aufwertung des Hospitalviertels, des ehemals "Reiche Vorstadt" genannten Stadtquartiers. Für die Neugestaltung des Platzes vor der Hospitalkirche wurden Mittel in Höhe von 734.000 Euro bereitgestellt. Zudem hat der Gemeinderat der Sanierung des Jugendhauses Mitte in der Hohestraße für zwei Millionen Euro zugestimmt. Diese Sanierung wird mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II des Bundes gefördert.
Dagegen sind die Planungen für die sogenannte Kulturmeile an der Konrad-Adenauer-Straße schon seit Oktober auf Eis gelegt. Die dafür vorgesehenen Finanzmittel wurden für andere Projekte verwendet.

Die Eberhardstraße. Foto: TiefbauamtDie Eberhardstraße. Foto: Tiefbauamt
Altes Rathaus wird saniert
Das Alte Rathaus in Bad Cannstatt wird saniert. Insgesamt knapp 8,3 Millionen Euro hat der Gemeinderat dafür bereitgestellt. Der Umbau kann im Oktober 2010 beginnen. Einweihung soll im Herbst 2012 sein.
Die Sanierung konnte nicht aufgeschoben werden. Ein Gutachten eines Büros für Tragwerksplanung hatte ermittelt, dass die Südost-Ecke des Gebäudes auf einer mit weichem Material aufgefüllten Doline ruht. Dadurch kommt es zu Schäden an der Außenfassade und auch im Inneren des Hauses. Auch ein plötzliches Absacken von Wänden könne nicht ausgeschlossen werden, so der Gutachter. Zudem wurden Sicherheitsmängel beim Brandschutz festgestellt.
Im Gegenzug hat der Gemeinderat den Abriss der Rathausgarage an der Eichstraße und den Neubau eines Verwaltungsgebäudes verschoben, um die Sanierung des Alten Rathauses finanzieren zu können.
Sicherheit im Tunnel
Die Lüftungstechnik und die Brandmeldeanlage im Heslacher Tunnel werden auf den neuesten Stand gebracht. Bislang waren für den dritten Bauabschnitt der Erneuerung der Betriebstechnik 15,3 Millionen Euro vorgesehen. Nun hat der Gemeinderat weitere 4,5 Millionen Euro bewilligt.
Ein Jahr Aufschub: Verzögerungen beim Baustart des Rosensteintunnels entlasten Etat
Das Verkehrsprojekt Rosensteintunnel und der damit verbundene Umbau des Schwanenplatzes verzögern sich. Die Arbeiten für die verschiedenen Verkehrsbauwerke beginnen rund ein Jahr später.
Durch die zeitliche Verschiebung werden Etatmittel in den Jahren 2010 und 2011 frei. Insgesamt 29 Millionen Euro können so im Doppelhaushalt zur Finanzierung anderer Projekte eingesetzt werden. Ursprünglich waren für die beiden Jahre 53 Millionen Euro eingeplant.
Grüne und SÖS-Linke lehnten das Gesamtprojekt ab. Komplett kostet das Bauvorhaben Bundesstraße 10 zwischen Pragstraße und Uferstraße 193,5 Millionen Euro. Erwartet wird ein Zuschuss in Höhe von 115 Millionen Euro.
Allein der Bau des Rosensteintunnels kostet rund 130 Millionen Euro. Etwas mehr als 60 Millionen werden für die Gesamtplanung, für die Bauvorbereitung sowie für die Umgestaltung des Leuzetunnels benötigt.
Neben der Wilhelma stößt der Tunnel auf die alte B10-Trasse. Im Bereich Leuzetunnel werden neue Überleitungen für den Autoverkehr von der B10 auf die B14 angelegt.
Zu den Bauvorbereitungen zählt unter anderem die Verlegung von Versorgungsleitungen im Bereich der Berger Sprudler. Damit werden im Sommer 2010 die Bauarbeiten starten. Im Sommer 2011 beginnen dann die Bauarbeiten am Leuzetunnel.
Der Anschlag für den Rosensteintunnel, der von der Pragstraße unter dem Park hindurch zur Neckartalstraße bei der Wilhelma führen wird, ist für das erste Halbjahr 2012 terminiert.

Der Rosensteintunnel wird unter dem Park verlaufen. In gelb-weiss ist die heutige B10 dargestellt. Foto: TiefbauamtDer Rosensteintunnel wird unter dem Park verlaufen. In gelb-weiss ist die heutige B10 dargestellt. Foto: Tiefbauamt
Mehr für den Radverkehr
Der Radverkehr profitiert von den Gemeinderatsentscheidungen. So wurde die jährliche Pauschale von 555.000 Euro um 160.000 Euro erhöht.
Für den Ausbau der des Hauptradroutennetzes hat der Gemeinderat darüber hinaus im Jahr 2010 300.000 Euro bereitgestellt, 2011 werden 800.000 Euro in die Hauptradrouten fließen. Vorrangig in die Planung soll dabei der Radweg im Bereich des Travertin-Parks von der Halden- zur Bottroper Straße aufgenommen werden. Zudem wird geprüft, ob ein Radweg an der Neuen Weinsteige angelegt werden kann. Das Ziel der Stadtverwaltung ist, den Radlern in rund zehn Jahren ein komplett ausgebautes Hauptnetz anbieten zu können.
Für das Projekt "Rad und Schule" hat der Gemeinderat pro Jahr 200.000 Euro bewilligt. Das von der DB getragene Fahrrad-Verleihsystem "Call a bike" wird von der Stadt weiterhin mit 130.000 Euro pro Jahr unterstützt.
Call a bike wird weiter unterstützt. Foto: Frank Eppler
Lärmschutz in Zuffenhausen
Die östlich neben der B10/27 stehende Lärmschutzwand in Zuffenhausen wird ab der Unterländer Straße bis kurz vor die Zabergäubrücke um zwei Meter erhöht. Davon verspricht sich die Verwaltung eine deutliche Senkung des Lärms in Zuffenhausen. Die vor 30 Jahren gebaute Schutzwand muss teilweise auch saniert werden. 1,8 Millionen Euro hat der Gemeinderat dafür bewilligt. Grüne, CDU und SPD haben das Vorhaben mit entsprechenden Anträgen unterstützt.
Harald Beutel