Stammheim - Demografischer Wandel

Ausgangslage in Stammheim
In Stammheim ist der Altersdurchschnitt in den vergangenen Jahren im Vergleich mit anderen Stadtbezirken am stärksten angestiegen. Wichtig sind daher die Pflege und der Ausbau von sozialen Netzwerken, um die zahlreichen Aktivitäten zu koordinieren.

Demografieziele und Strategie

Oberstes Ziel ist es, die Öffentlichkeit über die Belange der unterschiedlichen Generationen zu informieren und dafür zu sensibilisieren. Das Thema "Demografischer Wandel" wird stets in einem generationsübergreifenden Kontext betrachtet und bearbeitet. Daher werden neben den Belangen der älteren Generation auch die von Familien, Kindern und Jugendlichen im Bezirk berücksichtigt. Die Stärkung des Wir-Gefühls und die Identifikation mit dem Stadtbezirk werden begünstigt durch die überschaubare Größe und den dörflichen Charakter von Stammheim.

Aktuelles und Projekte

  • Angebote im Generationenhaus
    Um generationsübergreifende Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen und um Einsamkeit und Isolation zu vermeiden, wurden und werden attraktive Angebote im Generationenhaus geschaffen. Dieses entwickelte sich seit seiner Eröffnung im März 2009 zu einem lebendigen Treffpunkt für Jung bis Alt. So wird z.B. ein durch Ehrenamtliche betreutes Generationen-Café betrieben. Außerdem finden hier regelmäßig Generationenfrühstücke, Ausflüge und Feste mit den Bewohnern und Kindern der benachbarten Kindertagesstätte statt und es gibt eine intergenerative Malgruppe sowie ein Gartenprojekt. Die Fortführung und Erweiterung der Arbeit des Generationenhauses ist ein wichtiger Schwerpunkt der weiteren Aktivitäten des Bezirks. Durch das Projekt "Beteiligung in Alten- und Pflegeheimen" wird nun im Oktober 2013 ein Heimparlament gegründet, in dem nicht nur Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter sondern auch zahlreiche Gruppen aus dem Stadtbezirk mit vertreten sind.
     
  • Bildung, Kultur und Informationsveranstaltungen
    Die Volkshochschule Stuttgart ist derzeit dabei, ihre Angebote dezentral anzubieten. Für Stammheim hat dies immense Vorteile, denn Angebote vor Ort sparen Zeit, Geld und sind insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen wesentlich besser erreichbar. Dies sind unter anderem auch Gründe, weshalb der AK Kultur vermehrt Veranstaltungen im Stadtbezirk anbietet. Diese werden sehr gut angenommen. Auf Informationsveranstaltungen wie z.B. zum Thema Enkeltrickmethode, Schutz vor Einbrüchen oder Patientenverfügung und Vollmacht sind Zuhörer aller Altersgruppen anwesend.
     
  • Bürger- und Familienzentrum
    Ein großer Wunsch ist ein Bürger- und Familienzentrum im Stadtbezirk, um Räume für weitere Begegnungen, Beratungen, Kurse, Veranstaltungen usw. zu haben. Über die verschiedenen Angebote bietet sich die Möglichkeit, dass Menschen jeglichen Alters und jeder Herkunft miteinander in Kontakt kommen. Die entsprechenden Räumlichkeiten sind unerlässlich, auch um den vielen engagierten Ehrenamtlichen die erforderlichen Möglichkeiten bieten zu können.
     
  • Stadtseniorenrat
    Der im Herbst 2011 neu ernannte Stadtseniorenrat widmet sich mit großer Hingabe dem Thema Senioren, wobei viele Vorhaben auch der jüngeren Generation zugute kommen. So wurde ein Flyer erstellt, in dem sich der Stadtseniorenrat vorstellt und seine Beratung anbietet. Außerdem wurden die Ladengeschäfte im Hinblick auf einen seniorenfreundlichen Service geprüft und zertifiziert. In Zusammenarbeit mit dem Bezirksrathaus wurden verschiedene Projekte erarbeitet. So konnten schon zahlreiche Sitzbänke im Außenbereich aufgestellt werden, ein Neubauprojekt wird im Hinblick auf Barrierefreiheit und Rollstuhlgerechtigkeit sowie Einbeziehung von betreutem Wohnen begleitet. Auch auf abgeflachte Gehsteige an allen Straßen und ausreichend Zeit zum Überqueren von ampelgeregelten Kreuzungen wird bewusst geachtet. Sehr wichtig ist, dass das Bezirksrathaus ebenfalls barrierefrei wird.
     
  • Begegnungsstätte Schlossscheuer
    Ein wichtiger Anlaufpunkt für die Seniorinnen und Senioren ist die ehrenamtlich geleitete Begegnungsstätte in der Schlossscheuer mit ihren zahlreichen Angeboten von Fitness über Bildung bis hin zu attraktiven Ausflügen.
     
  • Fahrdienst
    Bereits seit 5 Jahren besteht ein Einkaufsfahrdienst für mobilitätseingeschränkte Personen, der freitags von Ehrenamtlichen angeboten wird und kostenlos ist.
     
  • Netzwerke
    Ein weiterer Themenschwerpunkt in Stammheim ist die Vernetzung zielgruppenspezifischer Angebote, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Dies wird durch den Aufbau von Netzwerken erreicht, in denen professionelle Anbieter, örtliche Vereine und Organisationen sowie das Bezirksrathaus zusammenarbeiten. Seit Jahrzehnten gibt es im Bereich Kinder- und Jugendarbeit die Stammheimer Runde, die 2013 bereits zum 21. Mal den Kindergipfel organisiert. Seit 2013 besteht der AK SeniorInnen, der es sich u.a. zur Aufgabe gemacht hat, am 25.10.13 einen großen Infotag zu veranstalten zum Thema "Älter werden in Stammheim". 
    Im Rahmen der Vereinsbesprechungen finden Handels- und Gewerbetreibende, Vereine, Institutionen und engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammen, um Stammheim durch gemeinsame Aktivitäten nach vorne zu bringen. Ein Beispiel hierfür ist der Stammheimtag, der im Oktober 2013 bereits zum 5. Mal stattfindet.
    Die guten Netzwerke sind auch bei neuen Projekten von großem Vorteil. So konnte Stammheim innerhalb kürzester Zeit die Zertifizierung als Fair Trade Stadtbezirk erhalten. Die Beteiligung geht von der Kindertagesstätte bis zum Pflegeheim - und weitere Aktionen sind bereits in Arbeit. Auch die neu gegründete Fahrradini kann sich die bereits vorhandene gute Struktur zunutze machen.
     
  • Schule
    Der Erhalt der GWRS (Grund- und Werkrealschule) hat oberste Priorität. Der Wunsch nach einer Ganztages- und Gemeinschaftsschule ist groß, Themen wie Inklusion wollen gelebt werden. Vorhaben wie das Schulprojekt "Soziales Lernen", bei dem Jugendliche beispielsweise in der Diakoniestation oder in den Pflegebereichen des Luise-Schleppe-Hauses und im Schloss mithelfen, werden von den Jugendlichen gut angenommen und daher ausgebaut. Dies gilt auch bezüglich der Besuchsdienste für das Luise-Schleppe-Haus.
    Gemeinsam mit der Polizei und der Schule soll das gewaltpräventive Angebot für Schüler ausgebaut werden. Ziel dabei ist das Erlernen eines sozialverträglichen Miteinanders, bei dem die Bedürfnisse Anderer respektiert und berücksichtigt werden.
     
  • Wohnen
    Ein weiteres Ziel in Stammheim ist der Erhalt bestehender und die Entwicklung neuer bedarfsgerechter Angebote für alle Generationen. So gilt es insbesondere die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort zu erhalten und alternative Wohnformen zu schaffen. Derzeit wurde mit dem Bau von barrierefreien, auf Wunsch auch rollstuhlgerechten Wohnungen auf dem Gelände der alten Wendeschleife begonnen; auch ein Mehrgenerationenhaus mit Gemeinschaftsraum ist vorgesehen. Im Neubaugebiet Langenäcker-Wiesert werden in den nächsten Jahren 320 neue Wohneinheiten für alle Generationen entstehen.
     
  • Kinderbetreuung
    Besonders wichtig ist es, so schnell wie möglich zusätzliche Betreuungsplätze einzurichten, insbesondere im Ganztagsbereich. Mehrere Vorhaben sind bereits in Planung. Ausgezeichnet sind die Angebote im Freizeitbereich - sei es bei der Jugendfarm, dem Kinder- und Jugendhaus oder bei den Vereinen. Dies kann die Abwanderung von Einwohnern in Gemeinden oder Bezirke mit besserer Betreuungs-Infrastruktur und somit auch einen weiteren Anstieg des Altersdurchschnitts verhindern helfen.
     
  • Vereinsleben
    Stammheimer Vereine haben sich ebenfalls des Themas Demografie angenommen, da auch ihre Mitglieder in den unterschiedlichsten Altersgruppen vertreten sind. Sie bieten deshalb auch spezielle Angebote an. Beispielsweise bei Sport im Park sind alle Generationen dabei. Dies ist für alle Beteiligten von Vorteil, da diese vor Ort stattfinden und weite Anfahrtswege somit entfallen.
     
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Zur besseren Orientierung und für einen besseren Überblick über bestehende Kultur- und Freizeitangebote im Stadtbezirk, wurde vor einiger Zeit der Stammheimer Veranstaltungskalender optimiert. Er wird weiterhin zweimal jährlich herausgegeben und von allen sehr rege genutzt.
     
  • Veranstaltungen
    Im Stadtbezirk gibt es zahlreiche Veranstaltungen für Alt und Jung - angefangen vom jährlich stattfindenden Kindergipfel über das Programm des AK Kultur oder der Bibliothek, über den Stammheimtag oder das Open Air Konzert bis zu den Angeboten des Generationenhauses und der Begegnungsstätte. Etliche Veranstaltungen werden von mehreren Vereinen gemeinsam organisiert und durchgeführt. Erstmals gab es im Juli 2012 ein ökumenisches Gemeindefest, das aufgrund der guten Resonanz auch in Zukunft wieder stattfinden soll. Ein gemeinsames Kunstprojekt der Kirchen fand ebenfalls großen Anklang.

Alt und Jung im Luise-Schleppe-Haus IIVergrößern
Alt und Jung im Luise-Schleppe-HausVergrößern

Vergangene Projekte

  • Öffentlicher Personennahverkehr
    Im Rahmen des Stadtbahnausbaus konnten einige Verbesserungen erreicht werden. Die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr wurde deutlich verbessert, die neuen Haltestellen sind barrierefrei, die Ampelüberwege wurden blinden-/sehbehindertengerecht ausgestattet. Entlang der Freihofstraße wurden neue Sitzgelegenheiten geschaffen.

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