In Stammheim ist der Altersdurchschnitt in der Zeit von 1998 bis 2008 im Vergleich zu anderen Stadtbezirken stark angestiegen. Wichtig sind daher die Pflege und der Ausbau von sozialen Netzwerken, wie der "Stammheimer Runde", um Aktivitäten zu koordinieren. Wichtigstes Ziel ist es, die Öffentlichkeit über die Belange der unterschiedlichen Generationen zu informieren und dafür zu sensibilisieren. Das Thema "Demografischer Wandel" wird stets in einem generationsübergreifenden Kontext betrachtet und bearbeitet. Daher werden neben den Belangen der älteren Generation auch die von Familien, Kindern und Jugendlichen im Bezirk berücksichtigt.
Themenschwerpunkte
Demografische Zukunftskonferenz
In Stammheim hat das ökumenische Gesprächsforum im Oktober 2007 eine demografische Zukunftskonferenz durchgeführt. Daraus konnten einige Vorschläge - wie z.B. ein durch ehrenamtliche Fahrer betriebener Einkaufsfahrdienst für Gehbehinderte - bereits umgesetzt werden.
Netzwerke
Ein weiterer Themenschwerpunkt in Stammheim ist die Vernetzung zielgruppenspezifischer Angebote, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Dies wird durch den Aufbau von Netzwerken - wie z.B. die Stammheimer Runde - erreicht, in denen professionelle Anbieter, örtliche Vereine und Organisationen sowie das Bezirksrathaus zusammenarbeiten.
Im Jahr 2010 fand eine Klausurtagung der Stammheimer Runde statt, bei der die Bedarfe im Stadtbezirk ermittelt wurden, an deren Deckung zukünftig gearbeitet werden muss.
Im Rahmen der Aktionsgemeinschaft Stammheim Aktiv finden Handels- und Gewerbetreibende, Vereine, Institutionen und engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammen, um Stammheim durch gemeinsame Aktivitäten nach vorne zu bringen, beispielsweise durch den Stammheimtag, der erstmals im März 2009 stattgefunden hat und im Oktober 2010 wiederholt wurde.
Ein weiteres Ziel ist, die Zusammenarbeit von Jugendrat und Bezirksbeirat zu intensivieren, um die Kommunikation zwischen den Generationen auch auf politischer Ebene zu verbessern. Zu diesem Zweck fand z. B. eine gemeinsame Veranstaltung statt, bei der die Jugendräte und Bezirksbeiräte sich kennenlernen und über verschiedene Themen diskutieren konnten.
Öffentlichkeitsarbeit
Zur besseren Orientierung und für einen besseren Überblick über bestehende Freizeitangebote im Stadtbezirk, wurde vor einiger Zeit der Stammheimer Veranstaltungskalender optimiert. Er wird weiterhin zweimal jährlich herausgegeben.
Für Neubürger/-innen soll ein Begrüßungspaket zusammengestellt werden, um sie im Stadtbezirk willkommen zu heißen und ihnen die Integration in das Gemeinschaftsleben vor Ort zu erleichtern. Die Erarbeitung eines Wegweisers mit Informationen über die Angebote für alle Generationen im Stadtbezirk ist Teil der Ergebnisse der Klausurtagung der Stammheimer Runde.
Die Vertreter des Stadtseniorenrats geben außerdem eine Broschüre für Ältere mit einem Verzeichnis über Angebote und Dienstleistungen heraus und unterstützen die Seniorinnen und Senioren gemeinsam mit der Stadt (BürgerService Leben im Alter) bei Fragen rund um das Alter(n).
Als Ergebnis der Klausurtagung der Stammheimer Runde soll der Kinder- und Jugendstadtplan überarbeitet werden. In ihm sollen alle für Kinder und Eltern interessanten Angebote kurz vorgestellt werden. Durch das handliche Format und die große Schrift ist bereits der alte Stadtplan bei allen Generationen sehr beliebt.
Angebote im Mehrgenerationenhaus
Um generationsübergreifende Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen und um Einsamkeit und Isolation zu vermeiden, wurden und werden attraktive Angebote im neuen Mehrgenerationenhaus (Eröffnung im März 2009) geschaffen. Dieses entwickelte sich seit seiner Eröffnung im März 2009 zu einem lebendigen Treffpunkt für Jung bis Alt. So wurde inzwischen z.B. ein durch Ehrenamtliche aus den Stuttgarter Vereinen betriebenes Generationen-Café eingerichtet. Außerdem treffen sich verschiedene Generationen zum Frühstücken mit den Bewohnern und Kindern der benachbarten Kindertagesstätten, eine intergenerative Malgruppe oder kulturelle Veranstaltungen - gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kultur und dem Bezirksamt - statt. Die Fortführung der Arbeit des Mehrgenerationenhauses ist ein wichtiger Schwerpunkt der weiteren Aktivitäten des Bezirks.
Begegnungsstätte Schlossscheuer
Ein wichtiger Anlaufpunkt für die Seniorinnen und Senioren ist die ehrenamtlich geleitete Begegnungsstätte in der Schlossscheuer mit ihren zahlreichen Angeboten von Fitness über Bildung bis hin zu attraktiven Ausflügen. Für ihre Leistungen wurde sie Ende 2009 von der Bürgerstiftung mit dem Bürgerpreis in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
Schulprojekte
Ein Highlight war am 22. Juli 2010 die Präsentation der Ergebnisse einer intergenerativen Geschichtswerkstatt. Schüler/-innen des Ferdinand-Porsche-Gymnasiums haben sich dabei gemeinsam mit Zeitzeugen ein ganzes Schuljahr lang mit der Geschichte des Deutschen Herbstes / der RAF im Zusammenhang mit ihrem Heimatort Stammheim auseinandergesetzt.
Projekte wie das Schulprojekt "Soziales Lernen", bei dem Jugendliche beispielsweise in der Diakoniestation oder in den Pflegebereichen des Luise-Schleppe-Hauses und im Schloss mithelfen, werden von den Jugendlichen gut angenommen und daher ausgebaut. Auch die Besuchsdienste für den stationären und ambulanten Bereich des Luise-Schleppe-Hauses sollen ausgebaut werden.
Gemeinsam mit der Polizei und der Schule soll das gewaltpräventive Angebot für Schüler erweitert werden. Ziel dabei ist das Erlernen eines sozialverträglichen Miteinanders, bei dem die Bedürfnisse Anderer respektiert und berücksichtigt werden.
Sonstiges
Ein weiteres Ziel in Stammheim ist der Erhalt bestehender und die Entwicklung neuer bedarfsgerechter Angebote für alle Generationen. So gilt es insbesondere die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort zu erhalten und alternative Wohnformen zu schaffen.
Besonders wichtig ist es, so schnell wie möglich zusätzliche Betreuungsplätze für Klein- und Hortkinder einzurichten. Dies kann die Abwanderung von Einwohnern in Bezirke mit besserer Betreuungs-Infrastruktur und somit auch einen weiteren Anstieg des Altersdurchschnitts verhindern helfen.
Die Themen generationsübergreifende Bewegung und Bildung sollen beispielsweise durch Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen oder Computerkurse gefördert werden.
Im Rahmen des Stadtbahnausbaus konnten einige Verbesserungen der Infrastruktur erreicht werden. So werden entlang der Freihofstraße neue Sitzgelegenheiten geschaffen. Die neuen Haltestellen sind barrierefrei.
17. März 2011