Fahrlehrerlaubnis

Wer Personen ausbildet, die eine Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen erwerben wollen, bedarf einer Fahrlehrerlaubnis.

Allgemeine Informationen

Die Fahrlehrerlaubnis kann für die Klassen A, BE, CE und DE auf Antrag erteilt werden. Von einer Fahrlehrerlaubnis darf nur im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses mit einem Inhaber einer Fahrschulerlaubnis Gebrauch gemacht werden.

Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Fahrlehrerlaubnis sind in § 2 Fahrlehrergesetz (FahrlG) geregelt. Danach wird die Fahrlehrerlaubnis erteilt, wenn der Bewerber mindestens 22 Jahre alt, geistig, körperlich und fachlich geeignet ist und keine Tatsachen vorliegen, die ihn für den Fahrlehrerberuf als unzuverlässig erscheinen lassen, mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Lehrberuf nach abgeschlossener Hauptschulbildung oder eine gleichwertige Vorbildung besitzt, die Fahrerlaubnis der Klassen A, BE, und CE und, sofern die Fahrlehrererlaubnis für die Klasse DE erteilt werden soll, die Fahrerlaubnis der Klasse DE besitzt (eine Fahrerlaubnis auf Probe reicht nicht aus), über ausreichende Fahrpraxis auf Kraftfahrzeugen der Klasse verfügt, für die die Fahrerlaubnis erteilt werden soll, innerhalb der letzten drei Jahre zum Fahrlehrer ausgebildet worden ist, und die fachliche Eignung in einer Prüfung (§ 4 FahrlG) nachgewiesen hat.

2 Abs. 2 FahrlG: Als ausreichend gilt die Fahrpraxis, wenn der Bewerber innerhalb der letzten fünf Jahre vor Antragstellung drei Jahre Kraftfahrzeuge der Klasse B und zwei Jahre der Klasse A (ohne Beschränkung auf leistungsbegrenzte Krafträder), CE und DE geführt hat. Der Nachweis kann z. B. durch ein Schreiben einer Versicherung oder der Zulassungsbehörde erfolgen.

Der Weg zur Fahrlehrerlaubnis

Der Bewerber um eine (Grund-) Fahrlehrerlaubnis der Klasse BE absolviert zunächst eine fünfmonatige Ausbildung in einer Fahrlehrerausbildungsstätte. In dieser Zeit liegt eine fahrpraktische Prüfung an; nach Abschluss der Ausbildung folgt eine schriftliche und eine mündliche Fachkundeprüfung. Nach erfolgreicher Ableistung der Prüfung erhält der angehende Fahrlehrer einen befristeten Fahrlehrerschein gemäß § 9 a FahrlG.

Von der befristeten Fahrlehrerlaubnis darf nur unter Aufsicht eines Ausbildungsfahrlehrers Gebrauch gemacht werden. Die Ausbildungsdauer in einer Ausbildungsfahrschule beträgt ca. 4 1/2 Monate inklusive zwei Woche in der Fahrlehrerausbildungsstätte. Im Anschluss an diese Ausbildung folgt eine praktische und eine theoretische Lehrprobe. Bei erfolgreichem Bestehen wird die unbefristete Fahrlehrerlaubnis (Grundfahrlehrerlaubnis) erteilt.

Nicht bestandene Prüfungen und Lehrproben können höchstens zweimal wiederholt werden. Bei der Fachkundeprüfung und den Lehrproben muss zwischen dem Nichtbestehen und der Wiederholung mindestens ein Monat liegen. Nach dreimaligem Nichtbestehen einer Prüfung oder Lehrprobe muss sich der Bewerber einer erneuten Ausbildung unterziehen. Dies ist jedoch frühestens fünf Jahre nach Abschluss der nicht bestandenen Prüfung oder Lehrprobe möglich.

Voraussetzungen

Folgende Unterlagen sind bei der Antragstellung beizubringen:

  • einen amtlichen Nachweis über Ort und Tag der Geburt
  • einen Lebenslauf
  • Gesundheitszeugnisse:
    - Bescheinigung über die ärztliche Untersuchung des Sehvermögens nach § 12 in Verbindung mit Anlage 6 Nr. 2.1 zur Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)
    - Bescheinigung über die ärztliche Eignungsuntersuchung nach § 11 in Verbindung mit Anlage 5 Nr. 1 und Nr. 2 zur FeV
  • eine Ablichtung des Führerscheins; sie muss amtlich beglaubigt sein, wenn der Führerschein nicht zur Einsichtnahme vorgelegt wird
  • Unterlagen über die Fahrpraxis
  • einen Nachweis über die Vorbildung
  • eine Bescheinigung der amtlich anerkannten Fahrlehrerausbildungsstätte über die Dauer der durchgeführten Ausbildung
  • im Antrag auf Erteilung der unbefristeten Fahrlehrerlaubnis Klasse BE eine Bescheinigung der Ausbildungsfahrschule über die Dauer der durchgeführten Ausbildung
  • Zur Feststellung, ob Tatsachen vorliegen, die den Bewerber für den Fahrlehrerberuf als unzuverlässig erscheinen lassen, ist ein Führungszeugnis beim Bürgerbüro zu beantragen