Ein Raum für Alle - Verkehrsexperiment in der Tübinger Straße
Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat die Umgestaltung der Tübinger Straße zu einer Mischverkehrsfläche beschlossen. Dort sollen sich künftig alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt im Straßenraum begegnen. Parkplätze und Fußgängerwege fallen weg.
Das ist neu in der Autostadt Stuttgart: In der Tübinger Straße zwischen Eberhard- und Sophienstraße werden künftig alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt denselben Straßenraum nutzen.Die gewohnte Unterteilung in Fußgänger- und Radwege sowie Straße fällt weg.
Das schafft neue Herausforderungen für alle: Passanten, Fahrrad- und Autofahrer werden künftig mehr Rücksicht aufeinander nehmen müssen.
Respekt gefordert
Eine wesentliche Voraussetzung für die Mischverkehrsfläche ist der Verzicht auf Parkplätze. Die Verkehrsteilnehmer sollen freie Sicht haben, das ist nicht vereinbar mit geparkten Autos. 37 Parkplätze fallen weg. Stattdessen werden auf beiden Seiten Bäume gepflanzt, einige bestehende Bäume werden versetzt. Durch eine neue Pflasterung wird der Einkaufsbereich der Königstraße in die Tübinger Straße erweitert.
Rund 5000 Autos pro Tag werden diesen Abschnitt voraussichtlich befahren. Da die Tübinger Straße auch Teil des Tallängswegs für Fahrradfahrer ist, soll verhindert werden, dass der KfZ-Verkehr dort zunimmt. Der Bereich wird als Kombination aus Tempo 20-Zone und Parkverbotszone beschildert.
Der Umbau wird voraussichtlich 1,2 Millionen Euro kosten. Im Juni sollen die Bauarbeiten beginnen, so dass die Mischverkehrsfläche rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft fertig ist.
Dietmar Gustke

Die Tübinger Straße von der neu gestalteten Querspange Königstraße-Eberhardstraße (oben) bis zur Paulinenbrücke. Luftbild: StadtmessungsamtDie Tübinger Straße von der neu gestalteten Querspange Königstraße-Eberhardstraße (oben) bis zur Paulinenbrücke. Luftbild: Stadtmessungsamt