55. Kompositionspreis - 2010

Der 55. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2010 geht an Ansgar Beste aus Münster für sein Werk "Rituel Bizarre" für präpariertes Streichorchester (2008/2009) und Leopold Hurt aus Hamburg für sein Werk "Erratischer Block" (2006). Beide erhalten ein Preisgeld in Höhe von 6000 Euro. Das Preisträgerkonzert und die Übergabe der Urkunden erfolgen im Rahmen des Festivals Neue Musik Stuttgart ECLAT im Februar 2011. Um den 55. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2010 hatten sich 15 Komponistinnen und 70 Komponisten mit insgesamt 165 Werken beworben.

Ansgar Beste

Ansgar Beste wurde am 15. August 1981 in Malmö / Schweden geboren, hat von 2002 bis 2007 an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar bei Prof. Ulrich Vogel Opernkorrepetition, bei Prof. Gunter Kahlert Dirigieren und - ab 2004 - Komposition bei Prof. Michael Obst studiert. Außerdem absolvierte er 2004 bis 2006 Pädagogische Ergänzungsstudien in Klavier bei Prof. Gerhard Erber und Musiktheorie bei Prof. Klaus Heiwolt sowie 2005 bis 2007 Kulturmanagement bei Prof. Dr. Steffen Höhne.

Ein Künstlerisches Masterstudium Komposition bei Prof. Luca Francesconi an der Musikhochschule in Malmö / Schweden (Malmö Academy of Music, Lund University) ergänzte 2007 bis 2009 seine Ausbildung. Er besuchte unter anderem 2006 und 2008 die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt und 2003 bis 2006 Meisterkursen für Chor- und Orchesterdirigieren bei Prof. Jorma Panula, Prof. Salvador MasConde, Prof. Howard Arman, Prof. Hartmut Haenchen und Prof. Sylvain Cambreling. Als Liedbegleiter (2002 - 2007), Korrepetitor am Theater Erfurt und an der Kammeroper Ulm (2004), Basssänger im Kammerchor der Weimarer Hochschule (2003 - 2006) und Dirigent des Ensemble Querstand sammelte er weitere Erfahrungen.

Beste komponierte Rituel Bizarre für präpariertes Streichorchester, das 2009 durch das Orchestra J Futura und Maurizio Dini Ciacci (Dirigent) auf der Venediger Biennale als Auftragswerk uraufgeführt wurde. 2008 wurde Beste für das Werk "Music Theatre 2 - Musiktheater-Performance für zwei, einen oder keinen Schauspieler und Tonband" mit dem Kompositionspreis der Königlichen Musikalischen Akademie Stockholm ausgezeichnet, 2009 erhielt er den Kompositionspreis der schwedischen Verwertungsgesellschaft für Musikschaffende (STIM) für das Werk "Music Theatre 1 - Musiktheater-Szene für zwei weibliche und zwei männliche Vokalisten".

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Ansgar Beste. Foto: privat

Leopold Hurt

Leopold Hurt wurde am 12. Februar 1979 in Regensburg geboren, studierte am Richard-Strauss-Konservatorium München Zither bei Georg Glasl, sowie Viola da Gamba und Historische Aufführungspraxis bei Hartwig Groth und Michael Eberth. In Komposition wurde er von Peter Kiesewetter unterrichtet. Er nahm an Meisterkursen von Dieter Schnebel, Paul-Heinz Dittrich (Komposition), sowie von Nigel North (Alte Musik) teil und besuchte Kurse für Elektronische Musik am IRCAM in Paris. 2004 setzte er sein Kompositionsstudium bei Manfred Stahnke an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg fort.

Hurt machte mit dem Musiktheater "MEDEA" nach Christa Wolf (Hamburg 2008) auf sich aufmerksam. Eine Reihe von Werken spiegelt seine Auseinandersetzung mit Klangdokumenten mitteleuropäischer Volksmusik wider, letzteres auch mit elektronischen und multimedialen Mitteln. Seine Werke wurden vom Ensemble Modern, dem Ensemble Integrales, dem Münchener Kammerorchester und dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik interpretiert.

Als Instrumentalist erhielt Hurt unter anderem Engagements beim Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, beim Sinfonieorchester des WDR sowie beim Orchestra di Roma. Daneben wirkt er auch als Dirigent und trägt auf vielfältige Weise zur Integration der Zither im aktuellen Musikleben bei.
Hurt wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er den "Rauhe-Preis für Neue Kammermusik", den "Gustav-Mahler-Kompositionspreis" Klagenfurt und war ausgewählter Komponist beim Internationalen Kompositionsseminar der Ensemble Modern Akademie Frankfurt. 2003/2004 erhielt er ein Stipendium für einen Aufenthalt an der "Cite Internationale des Arts" Paris. Seit Oktober 2009 lebt und arbeitet er als Stipendiat des Freistaats Bayern im Internationalen Künstlerhaus "Villa Concordia" Bamberg.

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Leopold Hurt. Foto: Niels Rohenkohl