Vom Wasen zum Mars - Stuttgarter Luftfahrtgeschichte

Vom Wasen zum Mars. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Technikbegeisterung und Aufbruchstimmung der Jahre um 1900 war selbst diese Utopie denkbar. Hundert Jahre sind es jetzt her, dass der aus Cannstatt stammende Autor, Arzt und Pharmazeut Dr. Albert Daiber (1857-1928) den utopischen Roman "Die Weltensegler. Drei Jahre auf dem Mars" veröffentlichte. Sieben Professoren aus Tübingen machen sich darin mit einem weltraumtauglichen Luftschiff auf den abenteuerlichen Weg zum Mars und starten dabei auf dem Cannstatter Wasen.

In der Tat war der Cannstatter Wasen zentraler Ort der frühen Stuttgarter Luftfahrtgeschichte. Hier war der erste Flugplatz. Die damals bekannten Flugpioniere Ernst Heinkel, Hellmuth Hirth oder Hans Vollmoeller unternahmen vom Wasen aus ihre ersten spektakulären Flugversuche. Ballon-wettfahrten wie das berühmte Gordon- Bennett-Rennen 1912 oder Landungen der Luftschiffe von Zeppelin und Parseval waren wiederkehrende Großereignisse, daneben lockten waghalsige Flugschauen sowohl vor als auch nach dem Ersten Weltkrieg die Massen regelmäßig an den Neckar. Firmen wie Daimler und Bosch gaben der Entwicklung der Luftfahrt mit ihren technischen Erfindungen wesentliche Impulse.

1921 richtete der Schorndorfer Privatunternehmer Paul Strähle auf der Linie Stuttgart- Konstanz die ersten regelmäßigen Passagierund Postflüge ein, die mit der zunehmenden Konkurrenz und der Inflation 1923 wieder eingestellt werden mussten. Die Eröffnung des neuen Flughafens Stuttgart-Böblingen 1925 beendete die große Zeit des Cannstatter Wasens als zentrales Flugfeld.

Gordon-Bennett-Wettfahrt auf dem Cannstatter Wasen (Ballone!), Okt. 1912
Gordon-Bennett-Wettfahrt auf dem Cannstatter Wasen (Ballone!), Okt. 1912
Zeppelin LZ 8 ''Deutschland'' über dem Cannstatter Wasen aus Anlass der Huldigungsfahrt zur Silberhochzeit König Wilhelms II. am 7. April 1911
Zeppelin LZ 8 ''Deutschland'' über dem Cannstatter Wasen aus Anlass der Huldigungsfahrt zur Silberhochzeit König Wilhelms II. am 7. April 1911

Termine/Fristen

Dauer der Ausstellung
Mi. 19.05.2010 bis So. 26.09.2010

Öffnungszeiten
Mittwoch 14.00-16.00 Uhr
Samstag 10.00-13.00 Uhr
Sonntag 12.00-18.00 Uhr

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