Gedichte von Janina Selzer (2. Preis beim Jugend-Lyrikpreis 2010)

Fragen


Was ist Leben? Wo kommt es her?
Fragen stellen ist leicht, Antworten finden schwer.
Wir wollen erfahren des Lebens Sinn,
Aber wo führt uns das alles hin?

Gierig suchen wir nach falsch und nach richtig.
Sind wir Menschen nicht klein und nichtig?
Wir wollen wissen, wie alles begann?
Wie, wo, weshalb und seit wann?

Nie hat das Fragen irgendein Ende,
Weil sich immer noch irgendetwas fände.
Aber müssen wir uns nicht irgendwann sagen,
Es gibt noch unendlich viele Fragen!

Warum versuchen zu ergründen die Welt?
Warum nicht einfach leben, weil es einem gefällt?
Warum verstehen wollen, was niemand erfuhr?
Warum nicht lassen können, sondern immer nur stur?

Durch unser Wissen besitzen wir keinen Teil der Welt,
Wir gehören alle zusammen, leben unter einem Zelt.
Die Wahrheit, die wir niemals finden,
Die Welt ist zu groß, um sie zu ergründen!

Gegensätze


Sie ist leicht wie eine Brise
Und doch so schwer wie Sand.
Sie weht über eine Blumenwiese
Und sie fegt über das Land.

Sie ist schwach wie ein Kind
Und doch so stark wie ein Löwe.
So schnell wie der Wind
Und so wendig wie eine Möwe.

Sie bleibt gerne an einem Ort.
Dort wo sie Wärme findet.
Und doch geht sie schnell wieder fort,
Wenn das Vertrauen in sie schwindet.

Was ist es, das wir hassen und mögen?
Warum denken wir doch, dass wir flögen?
Was ist es, an dem wir wachsen und zerbrechen?
Und warum müssen wir immer darüber sprechen?

Das Band der Liebe ist ach so zart,
Aber wenn man sie achtet auf ihre Art,
Dann wird kein Messer, das schneidet,
Uns trennen, auch wenn der Tod uns scheidet.