Gedichte von Janina Michl (4. Preis beim Jugend-Lyrikpreis 2010)

Die Zeit


Die Tage rennen mir davon.
Die Dämmerung des bereits Vergangenen
jagt das Morgengrauen des Beginnenden.
Jeder Tag bringt gleichbleibende Veränderung mit sich
und zieht doch unverändert an mir vorbei.
Ich spüre die Zeit;
Kann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft trennen,
doch sie verändern sich nicht, verändern mich nicht.
Mal leise, mal laut ziehen sie vorüber
und ich sehe ihnen dabei zu.
Wie sie sich jagen und treiben, kommen und gehen.
Nichts von ihnen bleibt.
Bewegungslos stehe ich in der Zeit,
verändere mich nicht.
Ich lasse sie unbemerkt an mir vorübergehen.
Und nur die Dämmerung des vergangenen
und das Morgengrauen des beginnenden Tages
erinnern mich daran,
dass so etwas wie ich
überhaupt existiert.

The perfect fake


I was a fake,
a perfect fake.
A.perfect fake of perfection.

But now,
my false perfectness
is past redemption.

I lost it,
just owing to
my overly perfection.

I played this perfect game
-of perfection-
too perfect.

And in the end:
this fact revealed me...

...and my
perfect game
of perfection

I was a perfect fake
of perfect perfection.
But - I was too perfect.