Gedichte von Felix Schwab (4. Preis beim Jugend-Lyrikpreis 2010)

Nebel


Der Nebel ist unersättlich,
er lässt selbst Sterne frösteln
oder Bäume sich ängstlich ducken.

Er ist tief und unergründet,
birgt Geheimnisse
und stiehlt das Licht.

Er erstickt die Freude,
weckt die Trauer
und verdeckt alles

Der Nebel lässt Wärme erstarren
oder verängstigt fliehen.

Wellen


Die Wellen sind trügerisch.
Jetzt scheinen sie wie schläferig
gleich sind sie wild.

Sie lassen selbst das festeste Ufer ängstlich zurückweichen
oder blitzartig zersplittern.

Sie formen die Küsten
oder überfluten die selben.

Sie rollen weit hinweg
oder nur kurze Wege.