Nach den Brandkatastrophen im Mont-Blanc-Tunnel, Tauerntunnel sowie im Gotthard-Tunnel wurde die "Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln" (RABT 2006) fortgeschrieben. Sie stellt die baulichen und technischen Anforderungen an Tunnel dar mit dem Ziel, dass Unfälle im Tunnel möglichst vermieden werden und sich Personen bei Gefahr in erster Linie selbst retten können. In den Jahren 2011 und 2012 sollen dazu umfangreiche Nachrüstungen im Heslacher Tunnel umgesetzt werden.
Ausgangslage
Bei dem Heslacher Tunnel handelt es sich um einen Gegenverkehrstunnel mit einer Verkehrsbelastung von ca. 50.000 Kfz/Tag. In den Jahren 2005 und 2006 wurden bereits in den ersten zwei Stufen der Nachrüstungsmaßnahmen die Fluchtstollen I und II gebaut, in der Stufe 3a dann im Jahr 2007 die Brand- und Fluchtwegbeleuchtung (einschließlich optischer Leiteinrichtungen) gemäß RABT 2006 realisiert.
Planungsziel des Projekts
Die Vorarbeiten zum 3. Bauabschnitt des Heslacher Tunnels (Stufe 3b) beinhalten einen zusätzlichen 10KV-Stromanschluss der neuen Mittelspannungsanlage an der Karl-Kloß-Straße und eine neue Beschilderung für den Tunnel-Sperrfall (Verkehrssteuerung). Der Abschluss dieser Arbeiten ist für das Frühjahr 2011 geplant. In der Baustufe 3b der sicherheitstechnischen Nachrüstung des Heslacher Tunnels sollen der Umbau der Lüftungsanlage zur Verbesserung der Brandrauchabsaugung sowie der Einbau von 38 Rauchabsaugklappen in der Tunnelzwischendecke verwirklicht werden. In diesem Zuge müssen die Brandmeldeanlage erneuert und die Messwerterfassung (Strömung und Sichttrübe) erweitert werden. Weitere wichtige betriebstechnische Einrichtungen wie beispielsweise die Funkanlage, Lautsprecheranlage, Tunnelsteuerung und Verkehrssteuerung werden im Zusammenhang mit den Nachrüstungsmaßnahmen erneuert.
Auswirkungen während der Bauzeit
Für die Durchführung der Nachrüstung im Heslacher Tunnel muss der Haupttunnel komplett gesperrt werden. Infolge der hohen Verkehrsbelastung werden diese Arbeiten hauptsächlich in den Sommerferien 2011 und 2012 sowie nachts durchgeführt. Folgende Sperrzeiten sind in den Sommerferien 2011 und 2012 vorgesehen: Montag bis Freitag jeweils von 21:00 Uhr bis 5:30 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 0 Uhr bis 9 Uhr. Die großräumigen Umleitungsstrecken sind zum einen sowohl die B27 / Neue Weinsteige als auch die Rotebühl- und Rotenwaldstraße, zum anderen die direkten Umleitungsstrecken des Heslacher Tunnels über die Böblinger Straße und Böheimstraße. Um diese Aufteilung der Verkehrströme zu erreichen, sind Veränderungen an den Steuerungen der Lichtsignalanlagen auf den Umleitungsstrecken vorgesehen. Umleitungs- und Informationstafeln, die auf die großräumigen Verkehrsverlagerungen hinweisen, werden rechtzeitig aufgestellt.