Erstes Schlichtungsgespräch zu Stuttgart 21

Am Freitag, 22. Oktober 2010 fand im Mittleren Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses das erste Schlichtungsgespräch zu Stuttgart 21 statt. Schlichter Heiner Geißler hatte zu Beginn betont, dass es sich um eine Sach- und Fachschlichtung handle. Man mache einen "Faktencheck", um gemeinsame Grundlagen zu erarbeiten und möglichst zu einer gemeinsamen Bewertung zu kommen. Diese sei sicher nicht in allen Bereichen zu erzielen.
www.schlichtung-S21.de

Ein Hauptpunkt der Diskussion war die Frage, ob ein Kopfbahnhof oder ein Durchgangsbahnhof die beste Lösung für Stuttgart sei. Außerdem wurde darüber diskutiert, welche Auswirkungen das Projekt auf den Güterverkehr und auf die baden-württembergische Wirtschaft hat.

Professor Frank Brettschneider vom Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Hohenheim sagte in einem Interview mit dem SWR-Fernsehen, das erste Schlichtungsgespräch sei eine "sehr gute Veranstaltung". Es mache die Sache transparent und die Parteien redeten miteinander. Die Diskussion sei sachlich, wenn auch für die Zuschauer wegen der komplexen Materie nicht immer verständlich. Schlichter Heiner Geißler mache seine Sache hervorragend, er greife ein, wenn die Beiträge unsachlich oder zu fachspezifisch würden.

Der damalige Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster hatte das Stuttgarter Rathaus als ein Haus der Bürger und einen Ort des Dialogs für die Gespräche angeboten. Innerhalb weniger Tage hatten die Abteilung Kommunikation, das Haupt- und Personalamt und die Abteilung Protokoll, Ehrungen und Empfänge die Infrastruktur für das vielbeachtete Ereignis mit seiner hohen Medienresonanz auf die Beine gestellt. Die Vorbereitung wichtiger medialer Ereignisse wie Wahlen gehört zur Routine im Rathaus. In diesem Fall waren die große Zahl der Medienvertreter und die kurze Vorbereitungszeit eine Herausforderung, die die Beteiligten hervorragend und routiniert meisterten: von der Vorbereitung und Akkreditierung von Medienvertretern, über die Logistik für die Technik bis hin zur Bereitstellung von Räumen und Verpflegung.

Für dieses erste Schlichtungsgespräch musste die Messe "Besser sehen" der Nikolauspflege kurzfristig in den Treffpunkt Rotebühlplatz verlegt werden.

Insgesamt hatten sich für die Berichterstattung 107 Journalisten angemeldet, inklusive Redakteuren, Moderatoren, Kameraleuten, Tontechnikern und Beleuchtern. Für den Mittleren Sitzungssaal im vierten Stockwerk hatten sich 50 Journalisten akkreditiert. Hinter dem Rathaus in der Eichstraße reihten sich neun Übertragungs- und Technikwagen von Fernsehsendern aneinander, unter anderem von Phönix, NTV, SWR und N24.

Aus dem Mittleren Sitzungssaal übertrug der Fernsehsender Phönix die Debatte live und stellte anderen TV-Sendern das Signal zur Verfügung, die über TV- und Rundfunk-Kanäle sowie Internet live und in ihren Regelsendungen berichteten. Auch Flügel-TV war im Saal mit zwei Kameras vertreten und sendete einen eigenen Livestream via Internet. Ebenfalls aus dem Tagungsraum sendete eine Fotografin im Auftrag der Abteilung Kommunikation während der gesamten Zeit Fotos an den Flickr-Account der Stadt ins Internet, wo sich alle Redaktionen kostenlos mit aktuellem Bildmaterial bedienen konnten. Unter der Internetadresse

haben auch jetzt noch alle Interessierten die Möglichkeit, in der Flickr-Galerie der Stadt die Bilder vom ersten Schlichtungsgespräch anzusehen.

Das Gespräch wurde auf eine 20 Quadratmeter große Leinwand in den Großen Sitzungssaal übertragen. Hier hatten sich bereits am Vormittag rund 200 Zuhörer eingefunden. Die Zahl erhöhte sich am Nachmittag auf bis zu 300. An den Fenstern auf der Marktplatzseite waren für Fernsehsender drei Stehtische mit Kameras und Beleuchtung als Interviewplätze eingerichtet, von wo aus Gespräche mit Journalisten und Beobachtern gesendet wurden.

Im vierten Stock, auf der gleichen Ebene wie der Mittlere Sitzungssaal, wurden in einem Raum 20 Arbeitsplätze für Journalisten mit Internetzugang eingerichtet. Über einen sogenannten Splitter konnten Hörfunksender das Audiosignal direkt abgreifen und über 20 Ausgänge senden. Um all diese Geräte mit Strom zu versorgen, mussten vier Starkstromleitungen gelegt werden.

Gesprächsrunde Schlichtung Stuttgart 21 vom 22. Oktober 2010Vergrößern
Die Teilnehmer am Schlichtungsgespräch zu Stuttgart 21 am runden Tisch. Alle Fotos: Stadt Stuttgart
Heiner Geißler beim Schlichtungsgespräch Stuttgart 21 am 22. Oktober 2010Vergrößern
Schlichter Heiner Geißler.
Zuschauer im Großen Sitzungssaal bei der Live-Übertragung des Schlichtungsgesprächs Stuttgart 21 vom 22. Oktober 2010Vergrößern
Bis zu 300 Zuschauer kamen im Laufe des Tages in den Großen Sitzungssaal.
Presserummel beim Schlichtungsgespräch Stuttgart 21 am 22. Oktober 2010Vergrößern
Das Schlichtungsgespräch sorgte für großes Medieninteresse.
Schlichtungsgespräch zu Stuttgart 21 im Rathaus - Übertragung im SitzungssaalVergrößern
Aus dem Großen Sitzungssaal berichteten die Medienvertreter über den Verlauf des Gesprächs.
Schlichtungsgespräch zu Stuttgart 21 im Rathaus - Übertragung im SitzungssaalVergrößern
Über eine Leinwand im Großen Sitzungssaal konnten Interessierte das Gespräch live mitverfolgen.
 

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