Abschluss der Schlichtung: Geißler plädiert für ein Stuttgart 21 Plus

Heiner Geißler hat sich in seinem Stuttgart-21-Schlichterspruch für einen Weiterbau des Projekts ausgesprochen, aber deutliche Verbesserungen gefordert. Ein Abbruch des Bahnprojekts käme nach Ansicht Geißlers zu teuer. 

Viele Bürger und Journalisten kamen zum Abschluss der Schlichtungsgespräche ins RathausVergrößern
Der Ansturm von Bürgern und Pressevertretern war groß - am letzten Schlichtungstag kam das Rathaus bisweilen räumlich an seine Grenzen. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart

Schlussplädoyers

Befürworter und Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben in ihren Plädoyers am Ende der Schlichtung noch einmal eindringlich für ihre Positionen geworben. Dabei schlugen vor allem die Befürworter eher versöhnliche Töne an. So betonte Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus, die Tieferlegung des Hauptbahnhofs sei für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes enorm wichtig. Seitens der Landeshauptstadt, kündigte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster an, man wolle auch künftig über ein Bürgerforum Bahnprojekt Stuttgart - Ulm mit den Stuttgartern im Gespräch bleiben. Außerdem wird die Stadt die bereits von der Bahn gekauften Gleisflächen einer Stiftung anvertrauen, um sie so vor Immobilienspekulationen zu schützen. Parallel soll die Bürgerbeteiligung für die Gestaltung des neuen Rosensteinquartiers fortgeführt werden.

Der nachfolgende Beitrag bietet einen Überblick über die Abschlussplädoyers der Schlichtungsrunde:

Fototermin zum Auftakt des letzten SchlichtungstagsVergrößern
Blitzlichtgewitter zum Auftakt des letzten Schlichtungstags. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart

Schlichterspruch

Kurz vor 17 Uhr am 30. November 2010 war es endlich soweit. Schlichter Heiner Geißler verließ sein improvisiertes Büro im Rathaus, um vom angestammten Platz im Mittleren Sitzungssaal aus seinen Schlichterspruch zu verkünden. Dabei sprach er sich für einen Weiterbau des Projekts Stuttgart 21 aus, forderte aber deutliche Verbesserungen.

Die Bahn verpflichtete er zu einem "Stresstest": Bei dieser Simulation soll die versprochene Leistungsfähigkeit des geplanten Tiefbahnhofs nachgewiesen werden. Ansonsten muss die Bahn zwei weitere Gleise für den unterirdischen Durchgangsbahnhof bauen.

Wichtig, so Geißler, seien auch Änderungen bei den Fluchtwegen und Zugängen zum geplanten Tiefbahnhof. Dazu gehörten verbreiterte Zugangs- und barrierefreie Fluchtwege, um einen behindertenfreundlichen Bahnhof sicherzustellen. Auch die Sicherheit der geplanten Tunnel müsse verbessert werden - unter anderem mit mehr Zugängen für die Feuerwehr.

Ausführliche Informationen:

Kleinkind bei Schlichtung im Großen SitzungssaalVergrößern
Mit Krabbeln verkürzte sich dieser kleine Beobachter die Zeit bis zum Schlichterspruch. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart

Teilnehmer der Schlichtungsgespräche

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schlichtungsgespräche am 30. November waren:

  • Dr. Heiner Geißler, Schlichter Stuttgart 21
  • Klaus Arnoldi, Verkehrsclub Deutschland, Stv. Vorsitzender Landesverband Baden-Württemberg
  • Peter Conradi, Architekt
  • Dr. Brigitte Dahlbender, Vorsitzende BUND Baden-Württemberg
  • Winfried Kretschmann, MdL, Vorsitzender der grünen Landtagsfraktion
  • Hannes Rockenbauch, Stadtrat SÖS, Stuttgart
  • Gangolf Stocker, Initiative Leben in Stuttgart - kein Stuttgart 21
  • Werner Wölfle, MdL, Verkehrsexperte der grünen Landtagsfraktion
  • Thomas Bopp, damaliges MdL und Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart
  • Johannes Bräuchle, Bündnis der Befürworter - Wir sind Stuttgart 21
  • Tanja Gönner, damalige Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg
  • Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG
  • Dr.-Ing. Volker Kefer, Vorstand Technik, Systemverbund und Dienstleistungen, Deutsche Bahn AG
  • Stefan Mappus, damailges MdL und Ministerpräsident
  • Dr. Wolfgang Schuster, damaliger Oberbürgermeister Landeshauptstadt Stuttgart

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