2011 - Cotta-Literaturpreisträger Günter Herburger

Günter Herburger, Schriftsteller

Günter Herburger, geboren am 6. April 1932 in Isny im Allgäu, gehört zu den wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur. Er studierte in München Theaterwissenschaften, Literatur, Philosophie und Sanskrit und ging 1953 für drei Jahre nach Paris. 1964 erschien sein erstes Buch »Eine gleichmäßige Landschaft«. Im gleichen Jahr kam es zu einer ersten Teilnahme an der Tagung der Gruppe 47.

Der Autor veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichtbände, Hörspiele und Filmdrehbücher. Seit 1983 nimmt er regelmäßig an Marathon- und Extremlangstreckenläufen teil. Für sein Gesamtwerk erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen, unter anderem den Bremer Literaturpreis, den Peter-Huchel-Preis, den Hans-Erich-Nossack-Preis, den Literaturpreis der Stadt München und den Preis "Von Autoren für Autoren" der Autorengruppe Lübeck 05. Günter Herburger lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

Die Begründung der Jury:
Der Cotta-Preis der Stadt Stuttgart 2011 wird einem Autor verliehen, dessen Werk sich durch wache Zeitgenossenschaft, Originalität des Blickes auf Eigenes wie Fremdes und glänzende Beschreibungen von Natur ("außen") und Mensch ("innen") auszeichnet. Seine Texte verbinden poetische Sprachkraft mit Furchtlosigkeit vor den Naturwissenschaften. Günter Herburger, geboren 1932 in Isny im Allgäu, ist Reisender von Anfang an, Langstreckenläufer, Sanskritleser, Hörspielautor, Radiomann in Stuttgart in den 60er Jahren, Sprungkünstler, Rhythmiker. Seine Tonleiter spielt in Gedichten, kurzer und langer Prosa und Hörspielen, seine Texte denken nach über die Verfertigung des Gedankens beim Gehen und des Gehens beim Gedanken, über die Konstruktion der Wirklichkeit im Sehen und die Selbsterfindung des Menschen durch Reisen, Forschen, Leben mit anderen.

Herburger ist ein Kosmopolit, der sich auf eigenen Beinen durch Länder und ihre Landschaftsseiten bewegt, sie räumlich und historisch weit fast und in ihnen immer auch Sprache und Sprachen durchstreift. Ein Pionier, dessen Geist dem Verleger Johann Friedrich Cotta, der dem Preis seinen Namen gibt, gefallen haben müsste, lässt sich bei Herburger doch erfahren, wie sich quicklebendiges Denken und die Kunst der Abschweifung verbinden, wie unterhaltsam lakonische Abgänge und erhellende Metaphern sein können.

Herburgers Gedichtbände, Romane und Lauf- wie Reisebücher sind Wunderkammern der Lebendigkeit und Weltwachheit - auch im Alter.

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Günter Herburger. Foto: Catherina Hess