Rolf Gutbrod

Rolf Gutbrod wurde am 13. September 1910 in Stuttgart geboren und starb am 5. Januar 1999 in Dornach (Kanton Solothurn Schweiz).

Als Baumeister der Nachkriegsmoderne hat der international renommierte Architekt mit der Liederhalle (1954 bis 1956) und einer Reihe weiterer Bauten, darunter Rundfunk- und Bankgebäude, das Gesicht Stuttgarts mit gestaltet.

Gutbrod besuchte  von 1920 bis 1929 die Freie Waldorfschule in Stuttgart. In den Jahren 1929 und 1930 studierte er Architektur an der TH Berlin-Charlottenburg unter anderem bei Jobst Siedler, danach wechselte er für ein Jahr an die TH Stuttgart und studierte dort unter anderem bei Ernst Fiechter, Heinz Wetzel, Hugo Keuerleber, Paul Bonatz und Paul Schmitthenner. Nach dem Vorstaatsexamen 1931 übernahm er eine zwölfmonatige Bürotätigkeit bei G.A. Munzer in Düsseldorf. Von 1932 bis 1935 setzte Gutbrod sein Architekturstudiums an der TH Stuttgart fort. Während des Krieges war Gutbrod unter anderem in der Bauverwaltung tätig.

Gleich nach Kriegsende baute Gutbrod im schwer zerstörten Stuttgart ein Architekturbüro auf, zunächst zusammen mit Hofstetter, dann mit Scheeben und später mit Hermann Kiess. 1947 wurde er Lehrbeauftragter für Entwerfen an der TH Stuttgart, 1953 a. o. Professor und 1961 bis 1972 Ordinarius für Innenraumgestaltung und Entwerfen an der gleichen Hochschule, die seit 1961 die Universität Stuttgart ist. Ab 1957 lehrte er zwei Jahre lang auch als Gastprofessor in Istanbul und 1963 in Seattle/USA. Seit 1968 hatte er seinen Hauptwohnsitz in Berlin und übergab zehn Jahre später sein Stuttgarter Büro an Wolfgang Henning, Hermann Kendel und Riede. Dabei blieb er aber weiter als Berater tätig.

Zu den wichtigen Bauwerke, die er außerhalb Stuttgarts schuf gehören die Deutsche Botschaft in Wien, die Universitäts- und Stadtbibliothek in Köln (1964 bis 1968), IBM-Verwaltungsgebäude in Berlin (1960 bis 1962), die Wohnsiedlung in der Gropius-Stadt (1962 bis 1968), das Museen am Kemperplatz, das Kunstgewerbemuseum (1978 bis 1985), der Deutsche Pavillon auf der Expo 67 in Montreal, den er zusammen mit Frei Otto, Hermann Kendel und Hermann Kiess baute, das Hotel- und Konferenzzentrum in Mekka, wofür er 1980 den Aga-Khan-Preis für Architektur erhielt und eine in Zeltbauweise gestaltete Sporthalle in Jeddah. Außerdem entwarf er ein Konferenzzentrums in Abu Dhabi am Persischen Golf und ein Kulturzentrums in Bagdad (1982).

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Gutbrod in Dornach, wo er am 5. Januar 1999 im Alter von achtundachtzig Jahren starb.

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Gutbrod baute das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart. Foto: Stadt Stuttgart

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