Bildungsziel Integration
Integration und Interkulturelle Bildung
Junge Menschen mit Migrationshintergrund gehören im Bildungssystem überproportional zu den chancenärmeren Kindern und Jugendlichen. Bereits mit der Verabschiedung des Bündnisses für Integration hat der Gemeinderat die Förderung von Chancengleichheit zu einem Schwerpunkt der kommunalen Integrationspolitik gemacht. Die regionalen Bildungspartnerschaften unterstützen den flächendeckenden Ausbau dieser Politik.
Zunächst ist ein Bildungsmonitoring notwendig, um die Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen überhaupt bewerten und damit auch gewichten zu können.
Um eine Zusammenarbeit von Schule, Elternhaus oder Vereinen zu unterstützen, muss die Sprach- und Bildungsförderung ausgebaut werden. Die zentrale Voraussetzung dafür sind die vielfältigen Angebote in den Kindertageseinrichtungen, zum Beispiel "Einstein in der Kita". Jugendverwaltung, Gemeinderat und Schulen entwickeln diese Konzepte kontinuierlich weiter.
Zwingend ausgebaut werden sollen Projekte der sozialen Schülerbetreuung wie "Lernaktiv", durch das Hauptschüler außerschulisch gefördert werden.
Wichtig ist ebenfalls der Bereich der kulturellen Bildung. Programme wie die "Schreibwerkstatt" oder auch das Mentorenprogramm des Deutsch-Türkischen Forums in Kooperation mit dem Museumspädagogischen Dienst müssen auf eine breitere Basis gestellt und um weitere kulturpädagogische Projekte ergänzt werden. Prinzipiell soll ein stadtteilbezogenes, mit Schulen abgestimmtes, erweitertes Angebot für Kinder und Jugendliche erarbeitet werden.
Kulturelle Bildung
Kunst und Kultur sollten fest im Leben von Kindern und Jugendlichen verankert sein - unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Die Abteilungen des Kulturamts (Philharmoniker, Musikschule, etc.) und die von der Stadt geförderten Kultureinrichtungen (JES, Jugendkunstschule, etc.) arbeiten daran, ihr bestehendes kulturpädagogisches Angebot auszubauen und neue Projekte zu installieren. Zielgruppen sind Schulen und Kitas. Die Projekte werden je nach Bedarf im Stadtteil entwickelt.
Zusätzlich wird das künstlerische und kulturpädagogische Potential in den übrigen Kultureinrichtungen der Stadtbezirke aktiviert und vernetzt. Auch kleine Institutionen und Vereine finden dabei Berücksichtigung.
Um den Kontakt zwischen Schulen und Kitas zu den Kultureinrichtungen intensiv und nachhaltig zu pflegen, werden "Kultursprecher" als Kontaktpersonen und Bindeglieder eingesetzt.
Sport und Bewegung
Studien zeigen, dass es immer mehr bewegungsauffällige Kinder gibt. Auch in Stuttgart, trotz vielfältiger Angebote von Vereinen oder durch die Schaffung von Sport- und Spielflächen: Bei knapp einem Viertel der Kinder, die in der Landeshauptstadt zur Schuleingangsuntersuchung antreten, werden motorische Auffälligkeiten entdeckt (etwa 800 Kinder).
Mit einer neuen Konzeption zur gezielten Förderung bewegungsauffälliger Kinder im Alter von drei bis acht Jahren soll das Thema Bewegungsbildung bei Kindern neu platziert werden. Hierbei wird ein enger Kontakt zwischen Sportinstitutionen, Kitas und Grundschulen angestrebt. Das Sportamt hat ein von der EU gefördertes Projekt bereits im Modellstadtbezirk Bad Cannstatt/Hallschlag gestartet.
Primär soll die Förderung dazu beitragen, die Auffälligkeiten bei der Schuleingangsuntersuchung zu verringern. Außerdem soll sich das Thema Bewegung im Bewusstsein der Kinder verankern.
Die Stadt steht auch mit ehrenamtlichen Kräften systematisch in Verbindung. Durch regelmäßigen Kontakt wird letztendlich eine Vernetzung der Potenziale aller Stadtbezirke angestrebt.
Erwachsenenbildung
Bildungschancen für Kinder und Jugendliche sind zwingend von Eltern zu unterstützen und zu fördern. Das berücksichtigt die Stuttgarter Bildungspartnerschaft von Beginn an.
Deshalb ist es wichtig, die Eltern mehr in das Gesamtgebilde Schule mit einzubinden. Ansprechpartner sind dabei organisierte Gruppen wie Fördervereine oder der Elternbeirat, aber auch nichtorganisierte Elterngruppen wie Eltern mit Migrationshintergrund oder mit sozialen Problemstellungen.
Zudem sollen sich auch Eltern gezielt weiterbilden können. Zum Beispiel über das Projekt "Sprachkompetenz" des Bündnis für Integration, den "Mama lernt Deutsch"-Kursen oder durch regelmäßige Entwicklungsgespräche mit Migranteneltern in Kitas und Schulen unter stärkerer Einbindung pädagogisch geschulter Dolmetscher. Vorhandene Angebote müssen ausgebaut, neue initiiert werden.
Sinnvoll ist sicherlich auch, Eltern über Organisationen oder Kulturschaffende mit in das Bildungsgeschehen einzubeziehen, beispielsweise über Eltern-Kind-Workshops.
Übergang Schule - Beruf
Nicht nur im Hinblick auf die Berufswahl, sondern gerade um früh Interesse an diesen Themen zu wecken, ist ein wichtiger Aspekt die naturwissenschaftliche und technische Bildung. Deswegen müssen berufliche Schulen, Universitäten und Hochschulen als Kooperationspartner noch stärker in regionale Strukturen eingebunden werden.
Hier gibt es bereits erste Ansatzpunkte im außer- und im schulischen Bereich. Die Projekte "STARTklar", "Individuelle Lernbegleitung", "Ausbildungspatenschaften an Realschulen" oder "Übergangsmanagement Schule/Beruf" treiben die Verzahnung von Schule und Beruf voran. Diese Angebote sollen flächendeckend und auf alle Schularten ausgebaut werden.
Ein Ziel ist auch, dass Jugendliche auf ein bestehendes Netzwerk zugreifen können, zu dem Firmen vor Ort genauso zählen würden wie Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer.

