MAGPlan - Sauberes Grundwasser für Stuttgart


Titel

 
MAGPlan (Management plan to prevent threats from point sources on the good chemical status of groundwater in urban areas.)
Bewirtschaftungsplan zur Sicherstellung eines guten chemischen Grundwasserzustands durch Vermeidung von Schadstoffeinträgen aus Altlasten
Förderprogramm LIFE+ 2008 der Europäischen Union
Projektgebiet Das Einzugsgebiet des Nesenbachs und damit der gesamte bebaute Bereich der inneren Stadtbezirke Stuttgarts (rund 26 km²)
Zeitraum 69 Monate (Januar 2010 bis September 2015)
Beteiligte Partner Amt für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart
Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), Karlsruhe
Projektkosten Projektkosten von rund 3,4 Millionen Euro wurden zu 50% von der EU gefördert. Der Eigenanteil der Landeshauptstadt Stuttgart beträgt rund 1,6 Millionen Euro, der Anteil der LUBW rund 112.000 Euro.

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In MAGPlan modellierte Schadstofffahnen im Grundwasser
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Was war das Ziel von MAGPlan?

Das Grundwasser ist im Bereich der Stuttgarter Innenstadtbezirke zum Teil mit hohen Schadstoffgehalten an leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (sogenannten LCKW) belastet. Dadurch wird die Qualität des Stuttgarter Mineralwassers gefährdet. Das Ziel des Projekts MAGPlan war es daher, die Grundlagen für eine nachhaltige Verbesserung der Grundwasserqualität und damit auch zum dauerhaften Schutz des Mineralwassers in Stuttgart zu schaffen.

Was wurde in MAGPlan erreicht

  • Systematische Kartierung von Grundwasserdaten
  • Erstellung und Untersuchung von Grundwassermessstellen zur Schließung von Kenntnislücken und zur Vervollständigung des Grundwassermessnetzes in den verschiedenen Grundwasserleitern
  • Durchführung und Auswertung von Langzeitpumpversuchen (Immissionspumpversuchen)
  • Erstellung eines lokalen, dreidimensionalen hydrogeologischen und numerischen Grundwassermodells
  • Untersuchung natürlicher Schadstoffabbauprozesse und Charakterisierung von Stoffausbreitungswegen
  • Erstellung einer Schauvitrine zum Stuttgarter Untergrund. Der "Gläserne Aquifer" steht im Eingangsbereich des Amts für Umweltschutz.
  • Visualisierung der hydrogeologischen Verhältnisse sowie der Schadstoffausbreitung bzw. des Schadstoffabbaus mit Hilfe des internetbasierten Werkzeugs MAG-IS
Als Ergebnis von MAGPlan konnten die LCKW-Schadstofffahnen in den betroffenen Grundwasserleitern eingegrenzt und beschrieben werden. Es stellte sich heraus, dass die seit 1984 durchgeführten Untersuchungen und Sanierungen geeignet waren, um die LCKW-Einträge zu beschreiben und deren negative Auswirkungen auf das Grundwasser zu mindern. Die Schadstofffahnen aus der Innenstadt werden sich bei Beibehaltung der gegenwärtigen Grundwassersanierungsmaßnahmen nicht weiter in Richtung der Mineral- und Heilquellen ausdehnen.

Mit Hilfe der verschiedenen Modelle sowie der Untersuchungen im Labor und vor Ort wurden die fünf für den Mineralwasserkörper besonders relevanten Schadensherde im Nesenbachtal identifiziert und deren Schadstoffeinträge bilanziert. Davon konnte ein Standort identifiziert werden, der die Qualität der Berger Heilquellen beeinträchtigt. Zwei Standorte wirken sich auf die niederkonzentrierten Mineralquellen aus.

Alle Ergebnisse wurden in einem Grundwassermanagementplan für das Stuttgarter Innenstadtgebiet zusammengefasst, der sowohl ein Sanierungskonzept wie auch ein Monitoringprogramm enthält.

Weitere Schritte

Mit dem Grundwassermanagementplan wurde die notwendige Grundlage für die gezielte Sanierung der Altlasten mit relevanten Einträgen in das Mineralwasser geschaffen. Als nächste Schritte werden technische Untersuchungen auf diesen Einzelstandorten durchgeführt und damit die Sanierung der Hauptschadensquellen vorbereitet.

Die Kosten für die in den Jahren 2016 bis 2026 geplanten Maßnahmen werden auf 13,5 Mio. Euro geschätzt. Ziel ist es, die Grundwasserqualität nachhaltig zu verbessern und die Gefährdung des zweitgrößten Mineralwasservorkommens in Europa in den nächsten 10 Jahren mit den effektivsten und wirtschaftlichsten Verfahren weitgehend zu verringern.

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