Bundesweite Integrationsvereinbarung: Landeshauptstadt als Modellort

"Integration verbindlicher machen - Integrationsvereinbarungen erproben", so heißt ein neues Modellprojekt der Bundesregierung, an dem die Landeshauptstadt Stuttgart als eine von 18 Städten teilnehmen wird. Auftaktveranstaltung war am 22. März 2011 in Berlin.

In Stuttgart leben Menschen aus über 170 Nationen, die die kulturelle Vielfalt der Stadt bereichern. Zahlreiche Bündnispartner kümmern sich um die Integration von Ausländern, beispielsweise die Erstberatungs- und Clearingstelle des Sozialamts. Hier werden Migrantinnen und Migranten unter anderem bei der Auswahl eines passenden Sprachkurses unterstützt. Die neue Vereinbarung stellt einen weiteren Teil im Stuttgarter Integrationsnetzwerk dar.

In den Integrationsvereinbarungen soll individuell festgeschrieben werden, mit welchen Kenntnissen Zuwanderer nach Deutschland kommen und welche Hilfe sie insbesondere bei Spracherwerb, Ausbildung oder Kinderbetreuung benötigen. Umgekehrt sollen die Zuwanderer unterstützt werden, indem ihnen beispielsweise Angebote zum Spracherwerb vermittelt werden oder sie bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse unterstützt werden.

Zur Bekanntgabe der Modellstandorte hatte die Staatsministerin Maria Böhmer ins Bundeskanzleramt eingeladen. Die Stadt Stuttgart wurde von der Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit Isabel Fezer und von Martha Aykut, Abteilung Integration vertreten. Für die Migrationsdienste war Georg Ceschan, AWO Stuttgart mit dabei.

Bürgermeisterin Fezer begrüßte, dass die geplante wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts und auch die Möglichkeit des Vergleichs mit anderen Modellstandorten wertvolle Impulse für die zielgerichtete Weiterentwicklung geben werden. Sie betonte, dass die Finanzierung auf einer verlässlichen Basis stehen müsse. "Nur wenn es kontinuierlich gelingt, Sprachkursplätze zeitnah und ausreichend anzubieten, nur wenn wir hier verlässlich sind, können wir für beide Seiten verbindliche Integrationsvereinbarungen abschließen. Diese sichere Finanzierungsbasis ist uns Kommunen im vergangenen Jahr nicht immer zur Verfügung gestellt worden. Das ist jetzt besser und muss gut bleiben."

Martha Aykut, zweite Integrationsbeauftragte der Stadt Stuttgart, wies darauf hin, dass auch für Menschen mit Migrationshintergrund, die freiwillig an berufsorientierten Aufbausprachkursen teilnehmen wollen, genügend Kursplätze bereit stehen müssten. Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, sagte zu, die Finanzierungsmöglichkeiten für diesen besonders motivierten Personenkreis zu überprüfen.

Das Modellvorhaben startet im April 2011 und soll eineinhalb Jahre wissenschaftlich evaluiert werden.

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Sprache lernen ist wichtiger Teil der Integration, Foto: Stadt Stuttgart

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