SIM - Das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell

Der Gemeinderat hat im April 2014 beschlossen das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) nun fortzuschreiben. Das SIM ist ein Mittel für eine sozial ausgewogene und städtebaulich qualifizierte Bodennutzung in Stuttgart. Im März 2011 hatte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur Einführung von SIM gefasst.

SIM ist zudem ein wichtiger Bestandteil des Konzepts "Wohnen in Stuttgart", das Oberbürgermeister Fritz Kuhn im vergangenen Dezember vorgestellt hat, um mehr Wohnraum, insbesondere Sozialwohnungen und geförderten Wohnraum, zu schaffen.

SIM trägt zur nachhaltigen und qualifizierten städtebaulichen Entwicklung sowie zur Gleichbehandlung der Investoren bei. Zudem sichert SIM dauerhaft Kontingente für den Wohnungsbau und schafft familiengerechten und zugleich preiswerten Wohnraum.

Die 3 Säulen des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM)Vergrößern
Die 3 Säulen des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM)

Was ist SIM?

Mit dem Stuttgarter Innenentwicklungsmodell werden Bauherren verpflichtet, einen bestimmten Anteil des Bauvolumens für Wohnungen und geförderten Wohnraum zu reservieren. In Stuttgart fehlen Wohnungen für untere und mittlere Einkommensgruppen.

Wie wirkt SIM?

Konkret müssen 20 Prozent der für Wohnen neu geschaffenen Geschossfläche für die Wohnbauförderung gesichert werden.

Die erste geförderte Wohnung ist ab einer Größe von 450 Quadratmetern (das sind etwa fünf Wohneinheiten) neuer Geschossfläche, die Wohnzwecken dient, zu erstellen. Sobald das neue Planrecht eine neue Geschossfläche für Wohnen von 1350 Quadratmetern (etwa 15 Wohneinheiten) ausweist, muss die erste Sozialmietwohnung gebaut werden.

Ersatz in der Nachbarschaft

Wenn besondere Gründe vorliegen, sind Ersatzmaßnahmen im Umkreis von 1000 Metern möglich. In diesem Fall erhöht sich allerdings die Förderquote von 20 auf 30 Prozent. Es müssen auf jeden Fall Wohnungen gebaut werden, eine Ablöse durch Geldzahlung ist nicht vorgesehen.

Die Bauträger gehen noch eine weitere Verpflichtung ein: Innerhalb von drei Jahren müssen Sie bauen. Bei der Stadt kann der Anteil des geförderten Wohnungsbaus auf bis zu 50 Prozent erhöht werden.

Modell Stuttgart InnenstadtVergrößern
Stuttgarter Innenstadt im Modellformat. Foto: Stadt Stuttgart / Beutel

Stadtqualität und optimale Lebensbedingungen

SIM gibt für städtebauliche Verfahren - wie Wettbewerbe und Bauleitpläne - Planungsgrundsätze, Qualitätsziele und Mindeststandards bezogen auf Energieeinsparung, Konzeptvielfalt oder Grünordnung vor.

Bauherren und Investoren, müssen sich an den Kosten, zum Beispiel für Planung, Vermessung, Gutachter oder soziale Infrastrukturmaßnahmen, beteiligen. Sie können auch verpflichtet werden, auf eigene Kosten eine Kindertagesstätte zu bauen, die die Stadt dann mietet.

Auf Förderprogramme verteilen

Im Normalfall muss die Quote von 20 Prozent für den geförderten Wohnungsbau zu je einem Drittel auf drei Förderprogramme verteilt werden: Preiswertes Wohneigentum (Bindungsfrist zehn Jahre), Mietwohnungen mittlere Einkommensbezieher (Bindungsfrist 15 Jahre) sowie Sozialmietwohnungen (Bindungsfrist 15 Jahre).

Es ist auch möglich, den Anteil der Sozialmietwohnungen am geförderten Wohnungsbau auf 50 Prozent zu erhöhen. Die verbleibende Wohnbauförderquote kann in diesem Fall frei zwischen den Programmen "Preiswertes Wohneigentum" und "Mietwohnungen mittlere Einkommensbezieher" gewählt werden.

Während der Bindungsfrist dürfen Mietwohnungen mittlere Einkommensbezieher bei der Erstvermietung nur für eine Monatsmiete von durchschnittlich 8,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden, in besonders teuren Innenstadtlagen für neun Euro.

Sozialmietwohnungen dürfen während der Bindungsfrist bei der Erstvermietung für höchstens 7,50 Euro je Quadratmeter vermietet werden.

Rund um SIM

Verfahren

Qualität durch Innenentwicklung

Bedarfsgerechtes Wohnungsangebot

Verwandte Themen