OB Schuster überreicht Agenda für Medienkompetenz an den Vize-Präsidenten des EU-Parlaments

Am 6. und 7. Juni fand im Stuttgarter Rathaus die 5. Jahreskonferenz des Städtenetzwerks " Cities for Children " statt, die in diesem Jahr ganz im Zeichen der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stand. Feierlicher Höhepunkt der Konferenz war die öffentliche Überreichung der " Agenda for Media Literacy " (dt. Medienkompetenz) durch Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster an den Vize-Präsidenten des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland. Außerdem konnte mit der ungarischen Stadt Kecskemét ein weiteres Mitglied im Netzwerk bewgrüßt werden.

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Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster machte bei der Übergabe der "Agenda for Media Literacy" deutlich, dass die Bedeutung der neuen Medien für Kommunikation und Informationsaustausch im Alltag bei Kindern und Erwachsenen in Europa ständig wächst. "Junge Menschen", so der OB, "entdecken die Welt heute vielfach per Internet und wenn sie sich am gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligen, geschieht dies oft, indem sie ihre Meinung in Communities, auf Blogs oder in Foren veröffentlichen, auch als Hör- oder Videobeiträge. Damit Kinder und junge Menschen angesichts dieser Entwicklung von den neuen Medien profitieren und sie verantwortungsbewusst nutzen können, müssen wir für eine gute Medienbildung sorgen."

Rainer Wieland wies als Vize-Präsident des Europäischen Parlaments und Europaabgeordneter auf die große Bedeutung der ihm überreichten Agenda hin und sagte:

"Neue Medien und soziale Netzwerke bieten für Kinder und Jugendliche großartige Chancen im Bereich der Bildung, aber auch der Interaktion und Vernetzung über Landesgrenzen hinweg und sie erleichtern es ihnen dabei auch, gesellschaftliche Prozesse mit zu gestalten. Auf der anderen Seite birgt der Umgang mit Medien aber auch Gefahren. Kinder und Jugendliche - und natürlich deren Eltern - müssen deshalb im verantwortungsbewussten Umgang mit den neuen Medien intensiv geschult werden. Mit seiner Arbeit und der 'Agenda for Media Literacy' leistet das Europäische Städtenetzwerk 'Cities for Children' zu beidem einen wichtigen Beitrag."

Seitens der Robert Bosch Stiftung betonte deren Geschäftsführerin Dr. Ingrid Hamm: "Junge Menschen leben in der Medienwelt. Die Städte müssen deshalb dafür sorgen, dass möglichst alle Kinder und Jugendliche Zugang zu dieser digitalen Welt haben. Damit verbunden ist aber auch die Verantwortung, die jungen Menschen im Umgang mit den neuen Medien zu schulen und vor deren Risiken zu schützen."

"Agenda for Media Literacy" unterstützt Städte b eim Aufbau einer qualifizierten Medienbildung

Grundlage der "Agenda for Media Literacy"  sind Handlungsempfehlungen zur Medienbildung von Kindern und Jugendlichen, die von den Mitgliedern von Cities for Children erarbeitet wurden. Professor David Buckingham hat als eigentlicher Autor des Leitfadens diese Ideen und Vorschläge strukturiert, ergänzt und wissenschaftlich untermauert.

Mit David Buckingham konnte Cities for Children einen ausgewiesenen Medienexperten für diese Aufgabe gewinnen. Der Professor ist Mitglied zahlreicher Expertengremien die EU- und UN-Institutionen beratend zur Seite stehen, außerdem leitet er als Direktor das Zentrum für Kinder-, Jugend- und Medienstudien an der Universität London. "Kinder", so Buckingham, "sind sehr viel aktivere und kompetentere Mediennutzer als oftmals angenommen wird. Bildungsangebote die sich an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen orientieren, aber auch alle Anstrengungen um deren Wohlbefinden, egal ob sie auf internationaler, nationaler oder lokaler Ebene angesiedelt sind, dürfen deshalb die zentrale Wichtigkeit, die Medien heute gerade im Leben junger Menschen besitzen, auf keinen Fall ignorieren."

Verantwortung auch im Bereich Medienkompetenz

  Ziel der "Agenda for Media Literacy" ist es, die Städte in Europa dabei zu unterstützen, eine qualifizierte Medienbildung für die junge Generation aufzubauen und sicherzustellen. Trainings für städtische Mitarbeiter werden dabei ebenso thematisiert wie die Bedeutung der Vernetzung aller relevanten Medienakteure innerhalb einer Stadt. Darüber hinaus verweist die Agenda auch auf die großen Chancen, die gerade die neuen Medien in Bezug auf eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung des gesellschaftlichen und politischen Miteinanders auf Gemeindeebene und darüber hinaus bieten.

"Die engagierte Teilnahme und Mitarbeit an der Agenda haben gezeigt, dass sich die Kommunen heute durchaus bewusst sind, dass das Medienverhalten und die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen auch in ihrer Verantwortung liegen. Gerade auch in Stuttgart haben wir in den letzten Jahren mit kommunaler, aber auch privater Unterstützung gute Initiativen auf den Weg gebracht. Darüber bin ich sehr froh und hoffe, dass die guten Beispiele des Wettbewerbs und der Agenda weitere Anregungen geben werden", so Roswitha Wenzl, Kinderbeauftragte der Stadt Stuttgart und Projektverantwortliche für Cities for Children.

Für das Städtenetzwerk Cities for Children selbst bedeutet die Agenda darüber hinaus einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt, um sich endgültig als starke Plattform für Kinderfreundlichkeit in Europa zu etablieren.  

Kecskemét 69. Mitglied im Städtenetzwerk

Erstmals konnten sich auch Kinder an der Konferenz beteiligen: Jungen und Mädchen aus 17 Mitgliedsstädten haben einminütige selbst erstellte Videoclips eingesandt, die sie über ihre eigenen Medienprojekte gedreht haben. Die Stadt Kecskemét in Ungarn schrieb sogar einen stadtweiten Wettbewerb dafür aus und hat die Gruppe der Gewinner mit nach Stuttgart gebracht.

In einer kleinen Zeremonie im Rahmen der Jahreskonferenz unterzeichneten die Erste Bürgermeisterin von
Kecskemét, Pataki Klaudia Szemereyné und Oberbürgermeister Wolfgang Schuster die Urkunden, mit denen der Beitritt der ungarischen Stadt besiegelt wurde. Kecskemét ist damit das 69. Mitglied im europäischen Städtenetzwerk "Cities for Children".

Jahreskonferenz 2011

Nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster begrüßten der Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates, Keith Whitmore und der Generalsekretär des Rats der Gemeinden und Regionen Europas, Frédéric Vallier, die Konferenzteilnehmer. 

Anschließend sprach Alton Grizzle von der Sektion für Medienkompetenz und Bürgerpartizipation der UNESCO über die Rolle von Medienkompetenz für demokratische Systeme. Professor David Buckingham stellte die Agenda zu "Media Literacy" des Netzwerks Cities for Children vor.

Bevor die Moderatoren der Arbeitsgruppen im Netzwerk  die Ergebnisse des vergangenen Jahres vorstellten, stand noch ein Austausch zum Thema Medienkompetenz am Runden Tisch auf dem Programm. Mit dabei waren unter anderem Alton Grizzle von der Sektion für Medienkompetenz und Bürgerpartizipation der UNESCO, Professor David Buckingham, Universität London, Prof. Horst Niesyto, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Christel Franz, Repräsentantin des Staatsministers für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland, Monika Dehmel, Koordinatorin des Projekts "Polisperten" und M echthild Appelhoff, Vorstand des Vereins "Internet ABC".

Am Abend fand im Mercedes-Benz Museum die feierliche Gala zur Verleihung des European Award of Excellence "City for Children" statt. Dabei wurden in den beiden Kategorien "Partizipation durch neue Medien" und "Fortbildung von Eltern und Erziehern" jeweils die Preisträger der Plätze eins bis drei ausgezeichnet.

Der zweite Konferenztag am Dienstag, 7. Juni bot noch einmal Gelegenheit zum Austausch in den Arbeitsgruppen. Außerdem hatten die Gäste aus ganz Europa Gelegenheit bei Studienbesuchen interessante Projekte und Einrichtungen zur Medienbildung in Stuttgart aus der Nähe kennen zu lernen.

Weitere Informationen unter:

Cities for Children: Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und der Vize-Präsident des EU-Parlaments Rainer Wieland bei der Übergabe der Agenda für MedienbildungVergrößern
Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und der Vize-Präsident des EU-Parlaments Rainer Wieland bei der Übergabe der Agenda für Medienbildung. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart
Die Stadt Kecskemét/Ungarn wurde als neuestes Mitglied im Cities for Children Netzwerk aufgenommen: Die  Erste Bürgermeisterin von Kecskemét, Pataki Klaudia Szemereyné bei OB Schuster.Vergrößern
Die Stadt Kecskemét/Ungarn wurde als neuestes Mitglied im Cities for Children Netzwerk aufgenommen: Die Erste Bürgermeisterin, Pataki Klaudia Szemereyné und OB Schuster bei der Unterzeichnung der Urkunden. Foto: Landeshauptstadt Stuttgart
 
 

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