Stuttgart 21: Grundwassermanagement
Damit das Trogbauwerk für den Durchgangsbahnhof gebaut werden kann, muss die Baugrube trocken sein. Das Grundwasser wird deshalb über oberirdisch verlegte Wasserleitungen abgepumpt und gereinigt, bevor es im Bereich des zukünftigen Durchgangsbahnhofs wieder in den Untergrund eingeleitet wird. Für den Aufbau des gesamten Grundwassermanagements sind fünf Monate vorgesehen. Start ist voraussichtlich Anfang 2013.

Schematische Darstellung der Leitungen in der Innenstadt
Durch das Grundwassermanagement wird der Grundwasserspiegel in unmittelbarer Nähe der Baugruben abgesenkt und zudem innerhalb des natürlichen Schwankungsbereichs gehalten. Bei der Erstellung des Trogbauwerkes für den neuen Durchgangsbahnhof und die angrenzenden Tunnel wird deshalb das anfallende Grund- und Niederschlagswasser der einzelnen Teilbaugruben bauabschnittsweise abgepumpt.
Das abgepumpte Wasser wird über das Rohrleitungsnetz zur zentralen Wasseraufbereitungsanlage geführt, wo es nach dem Stand der Technik, in Teilen besser als Trinkwasserqualität, gereinigt wird. Der überwiegende Teil des gereinigten Grundwassers wird im Bereich der Baugruben und Tunnel über sogenannte Infiltrationsbrunnen wieder in den Untergrund eingeleitet.
Die für das Grundwassermanagementsystem notwendigen Leitungen werden in den nächsten Wochen und Monaten rund um den Bereich des Bahnhofs verlegt und an die zentrale Wasseraufbereitungsanlage auf dem Gelände des ehemaligen ZOBs angeschlossen. Darüber hinaus muss ein Probebetrieb der Anlagen durchgeführt werden. Das aufeinander abgestimmte System von Pumpen, Aufbereitung, Infiltration und Messbrunnen garantiert ein Höchstmaß an Sicherheit für das Grund- und Mineralwasser.
Verlauf der Rohrleitungen
Das Grundwassermanagementsystem besteht aus der zentralen Wasseraufbereitungsanlage, den Pumpen, Rohren und Infiltrationsbrunnen. Die Rohrleitungen verlaufen nur rund einen Kilometer im Wohngebiet, das heißt der größte Teil der 12 Kilometer erstreckt sich auf Baustellengelände sowie entlang des Schlossparks. Ein Teil der Leitungen wird gebündelt und parallel geführt, so dass sich die Gesamtlänge von 17 Kilometern auf tatsächlich sichtbare 12 Kilometer reduziert. In der Regel werden die Leitungen auf einer Stützkonstruktion in einer Höhe von 4,5 Meter verlegt. Über Hauptverkehrsstraßen, wie z.B. der Willy-Brandt-Straße, werden die Rohre in einer Höhe von 5,5 Meter verlegt. Die bis zu 20 Zentimeter dicken Rohre sind zusätzlich isoliert, so dass sie einen Außendurchmesser von bis zu 30 Zentimeter haben.
In Wohngebieten verlaufen die Leitungen nicht direkt an den Gebäuden, sondern auf der Gehwegseite entlang der Straße. Dabei bleibt in der Regel eine Mindestbreite des Bürgersteigs von 1,5 Meter erhalten. Die Aufbereitungsanlage im Mittleren Schlossgarten und das Leitungsnetz bleiben bis zum Abschluss der Rohbauarbeiten für den Bahnhofstrog und der angrenzenden Tunnel bestehen. Dies wird voraussichtlich im Jahr 2018 der Fall sein. Lärmimmissionen aus dem Betrieb einer solchen Anlage sind nicht bekannt.
Alle betroffenen Bürger wurden schriftlich über die wichtigsten Fragen zum Grundwassermanagement informiert.
Hier die Präsentation der Veranstaltung im Rathaus:




