Cities for Mobility: Weltkongress 2011
Zum fünften Mal kamen Verkehrsexperten aus aller Welt nach Stuttgart. Anlässlich des Weltkongresses von "Cities for Mobility" wurden von Sonntag, 3., bis Dienstag, 5. Juli 2011, im Rathaus der Landeshauptstadt rund 350 Politiker, Verwaltungsfachleute und Wissenschaftler aus über 40 Ländern erwartet. Die Veranstaltung gehörte zum Programm des Automobilsommers 2011 und wurde von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster eröffnet.
Urbane Mobilität als Schlüssel für die soziale Entwicklung
Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern ist die urbane Mobilität ein Schlüssel für die soziale Entwicklung. OB Wolfgang Schuster sagte dazu: "Als Gewinner der Globalisierung hat die Stadt Stuttgart die Verantwortung, die Situation der Menschen dort spürbar zu verbessern. Deshalb liegt ein besonderer Schwerpunkt von 'Cities for Mobility' auf der Zusammenarbeit mit Städten in Entwicklungsländern." So bringt das Netzwerk beispielsweise Experten für Rad- und Fußverkehr und umweltfreundliche Bussysteme zusammen. Es unterstützt die Kooperation von Entwicklungsländern untereinander, die ihre Erfahrungen auf andere Städte übertragen wollen.
Preise für besondere Leistungen auf dem Gebiet der urbanen Mobilität
Während des Kongresses wurden erstmals Preise für besondere Leistungen auf dem Gebiet der urbanen Mobilität vergeben. Gewinner waren die Stadt Medellín in Kolumbien und das Projekt "Movilization". Eine Seilbahn ermöglicht den Bewohnern der Armenviertel den Aufstieg in andere Stadtbezirke. Diese Form des öffentlichen Nahverkehrs wird seit über 30 Jahren in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern der Stadt konzipiert. Medellín ist dadurch sicherer geworden, an den Haltestellen der Seilbahn wurden Schulen, öffentliche Bibliotheken und Versammlungsplätze eingerichtet.
Zu Fuß - die gesündeste und umweltfreundlichste Form der Mobilität
Nach wie vor die gesündeste und umweltfreundlichste Form der Mobilität ist zu Fuß zu gehen. Wie wichtig der "Fußverkehr" für die Wirtschaft, das Klima und das soziale Miteinander in der Stadt ist, wurde beim Kongress von Daniel Sauter vom "Fußverkehr Schweiz" erläutert. Er brachte außerdem die Internationale Fußgängercharta mit, die von "Walk 21", der Weltorganisation der Fußgänger, verfasst wurde. OB Wolfgang Schuster hat sie während der Plenarsitzung des Kongresses unterschrieben:
Städtenetzwerk als Instrument der Wirtschaftsförderung
"Cities for Mobility" bezieht sich in hohem Maße auf die "Marke Stuttgart" als Automobilstandort und Kompetenzzentrum für nachhaltige Mobilität. "Das ist auch im Wettbewerb um Investoren und Fachkräfte ein wichtiger Faktor. Das Städtenetzwerk wird so ein Instrument der Wirtschaftsförderung und des Standortmarketings, von dem auch die beteiligten Mitarbeiter der Städte profitieren. Sie können ihr fachspezifisches Wissen erweitern und neue Erkenntnisse in ihre Arbeit einfließen lassen", so Dr. Wolfgang Schuster. Mit Städten wie Porto Alegre in Brasilien, einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2014, sowie der koreanischen Metropole Ulsan, dem Sitz des Autoherstellers Hyundai, wurden Abkommen zur Kooperation geschlossen. Daraus ergeben sich für Firmen aus Stuttgart und der Region große Chancen zum Ausbau ihrer Kontakte mit Partnern in aller Welt. Aus diesem Grund ist das als reines Städtenetzwerk gestartete "Cities for Mobility" bei Firmen zunehmend beliebt. Von 600 Mitgliedern sind derzeit über die Hälfte Firmen und Nicht-Regierungsorganisationen.
"Cities for Mobility" entstand 2006 auf Initiative Schusters. Mittlerweile engagieren sich in dem Netzwerk 600 Mitglieder aus 82 Staaten, darunter sind Megastädte und Dörfer, Weltmarktführer, Universitäten, Verbände und Vereine.
Unterstützt wird der Kongress von der Daimler AG, Porsche AG, Bosch GmbH, Energie Baden-Württemberg EnBW, Siemens AG, Stuttgarter Straßenbahnen AG, Deutsche Bahn AG, Fichtner GmbH & Co. KG sowie Ernst & Young.
Internationale Partner (Ideelle Unterstützer) sind neben dem Weltverband der öffentlichen Verkehrsunternehmen (UITP) das Klimabündnis, das Institut pour la Ville en Mouvement in Paris, der Weltstädteverband United Cities and Local Governments (UCLG), das Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen (UN-HABITAT), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), das Urban Land Institute (ULI) und der Weltverband der Stadtplaner ISOCARP.
Mehr Informationen zu Cities for Mobility:
www.cities-for-mobility.net


- Oberbürgermeister Wolfgang Schuster begrüßt die Gäste des Weltkongresses. Foto: Stadt Stuttgart/Christian Hass


- Spannende und interessante Vorträge über die Mobilität von morgen. Eric Britton, Managing Director von EcoPlan International (links), Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (Mitte), Stefan Kaufmann (rechts), Kreisvorsitzender der CDU Stuttgart und Bundestagsabgeordnete. Foto: Stadt Stuttgart / Christian Hass.



