Gute Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands bei Stuttgartern über 65 Jahre - aber nicht in allen Bevölkerungsgruppen

Verglichen mit Umfrageergebnissen auf Bundes- und Landesebene schätzen über 65-Jährige in Stuttgart ihren Gesundheitszustand häufiger als "gut" oder "sehr gut" ein. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Gesundheitsamt im Rahmen der Erstellung des neuen Altenplans der Landeshauptstadt durchgeführt hat. Allerdings trifft dieses günstige Ergebnis nicht für alle Bevölkerungsgruppen in gleichem Maße zu, wie Dr. Dr. Hans-Otto Tropp, der Leiter des Gesundheitsamts, betont. Ältere mit geringem Einkommen oder einem Volks- oder Hauptschulabschluss gaben sehr viel häufiger einen mäßigen oder schlechten Gesundheitszustand an, leiden häufiger unter chronischen Erkrankungen und sind in ihren täglichen Verrichtungen häufiger durch ihren Gesundheitszustand eingeschränkt als der Durchschnitt.

53 % der Frauen und 55 % der Männer über 65 Jahre in Stuttgart schätzen ihren Gesundheitszustand als "gut" oder "sehr gut" ein. Im Bundesdurchschnitt waren es 46 % bzw. 52 %, im Landesdurchschnitt 48 % bzw. 50 %.


Verbreitung chronischer Erkrankungen

Während in Stuttgart 46 % der über 65-jährigen Frauen und 45 % der gleichaltrigen Männer eine oder mehrere chronische Erkrankungen angaben, waren es in Baden-Württemberg (bzw. Bundesdurchschnitt) 57 % (60 %) der Frauen und 53 % (54 %) der Männer.

Beeinträchtigungen alltäglicher Tätigkeiten durch Krankheit

Jeweils 13 % der Frauen und Männer über 65 Jahre in Stuttgart berichten über erhebliche Einschränkungen in den alltäglichen Tätigkeiten durch Krankheit, weitere 40 % der Frauen und 36 % der Männer in diesem Alter haben dadurch Einschränkungen, die aber nicht erheblich sind. Hier sind die Unterschiede zu Landes- und Bundeswerten nicht so groß. Die Werte für Baden-Württemberg sind sogar geringfügig günstiger.

Auch im Alter gilt: Wer arm ist, ist häufiger krank

Bei der Auswertung nach Haushaltseinkommen zeigt sich ein deutliches soziales Gefälle: Während 32 % der über 65-Jährigen mit einem Haushaltseinkommen über 3.000 Euro über einen mittelmäßigen oder schlechten Gesundheitszustand berichteten, waren es in der Gruppe mit einem Haushaltseinkommen von unter 1.000 Euro 63 %.

Über erhebliche Einschränkungen in ihren täglichen Verrichtungen durch Krankheit berichten 20 % in der Einkommensgruppe mit einem Haushaltseinkommen von unter 1.000 Euro, aber nur 8 % in der Einkommensgruppe über 3000 Euro.

Im Rahmen der Studie konnten von Seiten der Gesundheitsberichterstattung des Gesundheitsamtes die Daten zur Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands aus der Bürgerumfrage 2009 mit bundesweiten Daten aus der Umfrage "Gesundheit in Deutschland aktuell - Telefonischer Gesundheitssurvey" ( GEDA ) des Robert Koch-Instituts (RKI) aus dem gleichen Jahr verglichen werden. In beide Befragungen wurden nur Personen eingeschlossen, die in Privathaushalten leben, Heimbewohner wurden nicht einbezogen.

Weitere Informationen

Lesen Sie mehr: Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes bei älteren Menschen in Stuttgart - ein Auswertung der Bürgerumfrage 2009 im Vergleich mit bundes- und landesweiten Daten

 
 

Mehr zum Thema

Schlagwörter