Projektförderung Bildende Kunst - Medienkunst 2010

Eine Reihe neuer Initiativen und Projekträume mit unterschiedlichem konzeptinellem Profil bereichert den Stuttgarter Kunstbetrieb. Ihre engagierten und hochwertigen Programme beleben die Stuttgarter Kunstszene; zudem erfuhren sie überregionale, teilweise sogar internationale Resonanz. Unabhängig von den etablierten Instutionen und den kommerziellen Galerien entstand ein Experimentierfeld für den Kuratorennachwuchs und für ambitionierte junge Künstlerinnen und Künstler.

A-Team des Württembergischen Kunstvereins

Die Ausstellung von fünfzehn regionalen, nationalen und internationalen Künstler wurde in den Räumen des Württembergischen Kunstvereins gezeigt. Die Auswahl der Arbeiten legte den Fokus auf Positionen, die sich mit dem Bild, dem Raum und der Skulptur beschäftigen. Außerdem fand ein interdisziplinäres Begleitprogramm mit Kunstformen wie Film, Musik und Performance statt. Die Ausstellung wurde von Ulrike Buck und Serge de Waha kuratiert.

Arttours Team Wimberly / Kudielka - Alternative Stadtführungen in Stuttgart

Alternative Stadtführungen in Stuttgart. Künstler und Künstlerinnen aus verschiedenen Disziplinen haben eigene Ideen zu Stadtführungen entwickelt.

Atelierhaus Nordbahnhofstraße 45 e.V. / Galerie opNord - 2 Ausstellungen

  • Ausstellung "Im Sucher des Inneren im Äußeren"
Im Sucher des Inneren im Äußeren war eine Fotografieausstellung und Video-Installation von Andreas Zug, Julia Wenz, Uwe Seyl, Brigitte Marquardt, Almut Kamm, Andreas Ilg, Ilka Götz und Gerhard Friebe.In der Ausstellung wurde die Fotografie mit ihrem kompletten Spektrum an Einsatzmöglichkeiten betrachtet - als Notiz, Gedächtnisstütze, Arbeitsmaterial für Collagen und viele weitere Möglichkeiten.
  • Ausstellung "Die drei Pixeltiere"
Die drei jungen Künstler Markus Helle, Stefan Heller und Martin Härtlein debütierten mit dieser innovativen Vernissage. Das Projekt entfaltete sich im Spannungsfeld zwischen Programmierung und Ästhetik und schuf eine eigene Welt der Wahrnehmung. Die Künstler nutzten unter anderem Einflüsse aus der Welt der Comics und der Zeichtrickfilme und verwirklichten so großformatige Gemälder, irreale Bildräum in 2D und 3D ebenso wie interaktive Installationen.

Dialekt e.V. - 2 Projekte

  • Self Service Open Art Space
Self Service Open Art Space wurde im Juni 2008 vom Dialekt Kunstverein eröffnet. Auf 72 m² wurden im Rhythmus von 4 Wochen interessante Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, ergänzt durch ein spannendes Rahmenprogramm aus Vorträgen, Filmabenden und Diskussionsrunden. Die Auswahl der Künstler zeichnet sich durch eine Mischung aus international etablierten und jungen Positionen der aktuellen Gegenwartskunst aus. Gemeinsam ist ihnen ein entgrenzendes Verständnis von Kunst, in dem diese eine politische und soziale Funktion hat.
  • Performancefestival CRACKER #1
Das Festival bietet der Performancekunst eine neue Plattform, um deren Vielseitigkeit zum Ausdruck zu bringen. Aktuelle Strömungen und Trends werden aufgegriffen und in geeigentem Rahmen diskutiert.

Bürgerverein Fasanenhof "Hier leben wir" - Europaplatz High Noon

Von 23. August bis 18. September 2010 bezogen siebzehn angehende professionelle Künstler aus Serbien und Deutschland  den Europaplatz im Stadtteil Fasanenhof und ließen sich auf Neuland ein. Einen Monat lang wurde der verwaiste und kurz vor dem Abriss stehende Gebäude-/Platz-Komplex zur Künstlerkolonie. Die Bewohner des Fasanenhofes und Interessierte waren eingeladen, den Europaplatz als öffentlichen Raum zu nutzen und das Entstehen der künstlerischen Beiträge mitzuverfolgen oder auch mitzuwirken. Nach einer dreiwöchigen Produktionszeit mündete High Noon in eine einwöchige Ausstellung. Diese spiegelte den Facettenreichtum zeitgenössischer Kunst und trotz des experimentellen Charakters des Gesamtprojekts zeugte sie von beachtlicher Qualität. Persönliches Engagement und Neugier der beteiligten Künstler, Helfer und Besucher machten es möglich, High Noon zu einem künstlerisch, menschlich und soziokulturell reichhaltigem Erlebnis werden zu lassen.

Europaplatz in StuttgartVergrößern
Europaplatz. Foto: Europaplatz High Noon.

Hermes und der Pfau - Jahresprogramm

Die Ausstellungsprojekte im Jahr 2010 führten die Arbeit der vorangegangenen Jahre fort. Unter anderem realisierten Anna Möller und Björn Beneditz eine raumgreifende Installation; Jan Timme präsentierte seine neuen Arbeiten, der mexikanische Künstler Inaki Bonillas zeigte seine um Fragen der Biographie, Identität und Fiktion kreisenden Installationen und die junge Künstlerin Daiga Grantina stellte zum ersten Mal ihre Arbeiten vor.

Kunst vor Ort

"Kunst vor Ort" ist ein Zusammenschluss von Malern und Bildhauern der Stuttgarter Neckarorte. Seit 1953 präsentiert sich diese Gruppe von jeweils 15 Künstlern und Künstlerinnen aus der Region in einer jährlichen Ausstellung im Bezirksrathaus Stuttgart-Obertürkheim. In den für die Ausstellung traditionellen Monaten November und Dezember finden neben Führungen auch Kunstauktionen und Lesungen statt.

Kunstverein Wagenhallen

Beim "Tag des offenen Ateliers" konnten sich die Stuttgarter über die große künstlerische Spannbreite der Nutzer der Ateliers in den Wagenhallen informieren.

Künstlergruppe Sebastian Klemm - "point blank/ the initation"

Sebastian Klemm vermittelte in seinem Projekt "point blank/ the initation" die Erfahrung eines Rehabilitationsprozess von der völligen Bewegungsunfähigkeit (point blank) hin zur Wiedererlangung des Ausdrucks und der Bewegungsfreude. Er sensibilisierte für die ebenso besonderern wie fragilen Zusammenspiele neuronaler, physischer und transzendentaler Vorgänge, welche im Wesen des Menschen kumulieren. Das internationale und transdisziplinäre Kollektiv der befreundeten Künstler hat in einem inspirierenden und symbiotischen Schaffensprozess die Noptwendigkeit des Körpers als Medium zur Erfahrung von Raum, Zeit und Identität zu beschreiben.

KünstlerhausVergrößern

Künstlerinitiative "Artwuchs" - Ausstellung "Studieren mit Kind"

In der Ausstellung unter dem Überbegriff  "Studieren mit Kind" stellten sechs Studentinnen der Kunstakademie Stuttgart ihre Arbeiten aus. Mit ihren Werken thematisierten sie, was es bedeutet, Eltern zu sein und welche Konsequenzen daraus entstehen.

Projektförderung: 1500 Euro

Kunstverein Gästezimmer e.V. - Projekt "Ohne Rücksicht auf Verluste"

Das Projekt "Ohne Rücksicht auf Verluste" gab einen Einblick in die Kunst- und Musikproduktionen der achtziger Jahre. Es wurden an verschiedenen Orten in Stuttgart Filmprogramme, Installationen und Performances gezeigt. Das Augenmerk lag hierbei insbesonder auf lokalen Protagonisten und der örtliche Szene der achtziger Jahre. Getrieben von Freiheitsdrang, Spontaneität und dem Willen zur Provokation hatten die Künstler dieses vergangenen Jahrzehnts Werke politisch, gesellschaftlich und sozial bedeutende Werke geschaffen.

Projektförderung: 2000 Euro

Kunstverein Gästezimmer e.V.Vergrößern
Kunstverein Gästezimmer. Foto: Kunstverein Gästezimmer e.V.

Interventionsraum - Jahresprogramm "kooperieren und intervenieren"

Im Jahr 2010 fanden im Interventionsraum zwölf Ausstellungen und Performances statt. Im Mittelpunkt des Programms standen Kooperationen und was sich aus ihnen ergeben kann. Zu den Kooperationspartnern zählten unter anderem die Akademie Schloss Solitude, das Künstlerhaus sowie der schweizerische Kurator Deuxpiece und zahlreiche Künstler aus Litauen und England.

Team InterventionsraumVergrößern
Team des Interventionsraums. Foto: Interventionsraum

Pepper and Salt - Kunstprojekt Klett-Passage

Die Abgänge zur Stadtbahn in der Klett-Passage werden bereits seit Ende 2007 mit Kunst bespielt. Gezeigt werden unter anderem Plastiken, Skulpturen, Installationen und Videos. Jedes halbe Jahr sollen neue Werke gezeigt werden, die speziell für diesen Zweck geschaffen wurden. Die Auswahl über die Ausstellungsstücke trifft ein Kuratorium.

Susanne Jakob - "DISTRIKT_OST" und "Performance Hotel"

Studierende der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Hochschule der Bildenden Künste Saar entwickelten im Stuttgarter Osten Projekte für den dortigen öffentlichen Raum, darunter das Performance Hotel. Es dient als operativer Ausgangspunkt und als Dokumentations- und Reflexionsraum für Ausstellungen, Vorträge, Diskussionen und Beratungen; außerdem wird gegen eine Performance eine kostenloser Schlafplatz geboten.

District_Ost: Performance Hotel ©Daniel BernVergrößern
Performance Hotel. Foto: Daniel Bern.

Studierende der Merz-Akademie - Projekt Pixelwirtschaft

Studierende der merz-Akademie veranstalteten eine ausstellung in der Galerie Hausgeburt zum Thema "Digitalisierung der Fotografie".

Stuttgarter Kunstverein - prOdUktiOn...VeRWaLTuNG

Der Stuttgarter Kunstverein stellte seine Jahresausstellung 2010 unter das Motto prOdUktiOn...VeRWaLTuNG.

Zero Arts e.V. - Jahresprojekt

Seit seiner Gründung im Jahr 2006 zeigt Zero Arts e.V. sechs mal im Jahr Arbeiten von weitgehend unbekannten Künstlerinnen und Künstlern. Die Ausstellungen finden in der nicht kommerziellen Galerie in der Ostendstraße 16 statt.

Urban Audio - Projekt "Urban Audio Stuttgart 2010"

Zur Analyse des musikalischen Potentials verschiedener urbaner Räume werden eigens zu diesem Zweck angefertigte Messinstrumente aufgestellt.
In Stuttgart wurde eine Magnetfeldmessung am Berliner Platz in unmittelbarer Nähe der Straßenbahnoberleitung durchgeführt. Der Straßenverkehr an diesem innerstädtischen Verkehrsknotenpunkt wurde musikalisch transformiert.