Doppelhaushalt 2012/2013: Bildung und Betreuung

Schulsanierungen, Ganztagesschulen und Ausbau der Kindertagesbetreuung

Noch nie hat die Landeshauptstadt so viel in Bildung investiert: In den nächsten beiden Jahren werden über 630 Millionen Euro in Schulen fließen. Das hat der Gemeinderat am Freitag, 16. Dezember, bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts für die Jahre 2012 und 2013 beschlossen. Zentrale Punkte sind Schulsanierungen, die Schaffung von zehn Ganztagesschulen und der Ausbau von Schülerhäusern. Außerdem werden für den Ausbau der Kindertagesbetreuung im Doppelhaushalt für Investitionen und laufende Aufwendungen 555 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Schulsanierungen

Für das Schulsanierungsprogramm, das bereits im letzten Doppelhaushalt beschlossen wurde, werden im kommenden Jahr insgesamt 83,27 Millionen Euro ausgegeben, 2013 steigt die Summe nochmals auf 96,97 Millionen Euro. Des Weiteren werden in den Jahren 2014 bis zum voraussichtlichen Abschluss des Programms 2016 jährlich 71,97 Millionen Euro bereitgestellt.

Das größte Bauvorhaben in diesem Zusammenhang stellt die Sanierung und Erweiterung der Johannes-Gutenberg-Schule in Bad Cannstatt dar, die mit rund 31,6 Millionen Euro veranschlagt ist. In der Berufsbildenden Schule mit angeschlossenem Zentrum für Druck und Kommunikation soll unter anderem ein technisches Gymnasium eingerichtet werden. Insgesamt sind mehrere Schulbauvorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 75 Millionen Euro geplant.

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Für die Sanierung und Erweiterung der Johannes-Gutenberg-Schule in Bad Cannstatt werden rund 31,6 Millionen Euro veranschlagt. Foto: Johannes-Gutenberg-Schule

Ganztagesschulen und Schülerhäuser

In den kommenden zwei Jahren investiert die Landeshauptstadt Stuttgart 35 Millionen Euro in den Umbau von acht Grund- und zwei weiterführenden Schulen im Stadtgebiet zu Ganztagesschulen. Grundschulen, die dies wollen und sich deshalb auf den Weg machen, können einen Antrag auf Umwandlung in eine Ganztagesschule stellen. Die Umsetzung wird sich voraussichtlich bis 2020 hinziehen.

Je nach angenommenem Deckungsgrad fehlen bereits jetzt in Stuttgart zwischen 4500 und 6000 Betreuungsplätze. Deshalb strebt die Stadt als Zwischenlösung eine bedarforientierte Einrichtung von Schülerhäuserns an 54 Grundschulen an, bis alle Grundschulen in Ganztagesschulen umgewandelt sind. Dort können dann 4500 Schüler in insgesamt 220 Gruppen bis 17 Uhr betreut werden. Dazu gehört auch eine Essensversorgung sowie Ferienbetreuung.

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Schülerhaus des Friedrich-Eugens-Gymnasiums. Foto: Wolf-Dieter Gericke

Kindertagesbetreuung

Die Stadt wird auch die Kindertagesbetreuung ausbauen. Nach dem Beschluss des Gemeinderats sollen bis zum Jahr 2015 insgesamt 3680 weitere Betreuungsplätze angeboten werden: 1.763 Ganztagesplätze für bis Dreijährige, 1.804 Ganztagesplätze für Drei- bis Sechsjährige und 113 Hortplätze für Sechs- bis Zwölfjährige. Dafür werden im kommenden Jahr rund 32 Millionen Euro aufgewendet, im Folgejahr 2013 39 Millionen Euro. Insgesamt wird die Kindertagesbetreuung bis 2015 mit 224 Millionen Euro unterstützt. In den Folgejahren ab 2016 fallen jährlich noch einmal 44 Millionen Euro Betriebskosten an.


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Bis zum Jahr 2015 sollen insgesamt 3680 weitere Betreuungsplätze angeboten werden. Foto: ccvision
 

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