Auf Eis gelegt: Die Heizungsanlage

Schutz von einmaligem Kulturgut

Die in einem Archiv geschützten Original-Dokumente und Unikate bestehen zumeist aus Papier, Stoff oder Leder. Diese Materialien sind gegenüber Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit sehr empfindlich und können dadurch auch zerstört werden. Ideal für sie ist eine konstante Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 55 Prozent. Da mit dem Wetter die Außentemperaturen in unseren Breitengraden häufig schwanken, muss die Technik in der Lage sein, diese Veränderungen sofort auszugleichen und ganzjährig eine stabile Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.

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Unikates Archivgut

Innovative Energietechnik

Realisiert wurde schließlich ein maßgeschneidertes modernes und energiesparendes Konzept: eine gasbetriebene Absorptionswärmepumpe in Kombination mit einem angeschlossenen, betonierten Wasserbehälter. Dieser Speicher verfügt über ein Fassungsvermögen von rund 400 Kubikmeter und liegt oberhalb der das Grundwasser schützenden Tonschicht. Fordert der Heizmodus der Anlage Wärme an, dann wird diese dem Wasserspeicher entzogen, so dass das Wasser komplett durchfriert und zu Eis wird. Die so gespeicherte Kälte dient dann wiederum - wenn nötig - der Kühlung des Gebäudes. Durch dieses innovative System lässt sich außerdem der CO2-Ausstoß gegenüber einer konventionellen Klimatisierung um rund 25 Prozent reduzieren. Die mit dem Bau des so genannten Eisspeichers verbundenen Mehrkosten von rund 400.000 Euro werden durch die aus seinem Betrieb resultierenden Einsparungen beim Energieverbrauch während der auf 20 Jahre ausgelegten Betriebszeit vollständig amortisiert.

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Der Eisspeicher des Stadtarchivs