2012 - Traute Peters

Am Donnerstag, 2. Februar 2012, wurde die langjährige Geschäftsführerin für Frauenarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Traute Peters mit der Otto-Hirsch-Medaille 2012 ausgezeichnet.

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Traute Peters. Foto: privat

Biographie von Traute Peters

"Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert", hat sich Traute Peters zum Lebensmotto gemacht. Sie wurde am 12. März 1937 als Tochter des Landgutbesitzers  Willi Georg Peters und seiner Ehefrau Frieda Katharina, geborene Friesen, in Marienburg/Westpreußen geboren. Mit acht Jahren floh sie mit ihrer Mutter und den kleineren Geschwistern. Die dreieinhalb Jahre in verschiedenen Flüchtlingslagern in Dänemark  haben sie stark geprägt.

Ende 1948 kam sie nach Deutschland. Weil die Mutter zwischenzeitlich erkrankte, kam sie 1949 nach einem Aufenthalt im katholischen Kinderheim Gutenzell / Kreis Biberach an der Riss zu einer Bauernfamilie, während ihre jüngeren Geschwister von der Pfarrersfamilie Albert Groß und seiner Frau Dr. Dora Groß in Ersingen aufgenommen wurden. Nach einer Ausbildung zur Heimerzieherin 1954 bis 1956 an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Reutlingen war sie bis 1960 als Erzieherin im Konfirmandenheim Martinshaus / Altshausen angestellt. Nach dem Tod der Pflegemutter kehrte sie für die Jahre 1960 bis 1965 zu Pfarrer Groß zurück, um ihn in der Gemeindearbeit zu unterstützen.

Nach einer Zusatzausbildung zur Katechetin auf der Karlshöhe in Ludwigsburg unterrichtete sie von 1965 bis 1972 an den Grund-, Haupt-und Sonderschulen in Kornwestheim. Anschließend koordinierte sie bis zur Pensionierung 1999 als Geschäftsführerin für Frauenarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg 28 selbstständig arbeitende Frauenverbände. Bis heute arbeitet sie aktiv Mitarbeit in jüdischen und nichtjüdischen Organisationen mit; außerdem ist ihr großes Interesse an frauenpolitischen und sozialen Themen geblieben.

Besonders berührt war und ist Traute Peters vom Schicksal der Juden während und nach der Nationalsozialistischen Diktatur sowie der Kontingentflüchtlinge aus den GUS-Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Sie wusste aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, fremd und unerwünscht zu sein. Konstant und unbeirrt lebt sie den Dialog voll Achtung vor der jüdischen und der christlichen Religion und hilft mit Spenden, Ratschlägen oder auch nur Zuhören.

Bei den Veranstaltungen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg und der Women's International Zionist Organisation ist sie seit 28 Jahren eine unermüdliche Helferin und Freundin. Durch ihre aktive Mitarbeit hat sie die große Integrationsarbeit der GUS-Kontingentflüchtlinge auf der christlichen Seite mitgetragen.





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