Johann Heinrich von Dannecker

Johann Heinrich von Dannecker wurde am 15. Oktober 1758 in Waldenbuch geboren und starb am 8. Dezember 1841 in Stuttgart.

 

Dannecker ist einer der bedeutendsten Bildhauer, Zeichner und Keramiker des Klassizismus in Deutschland. Seine bedeutendsten Werke sind die monumentale Büste des Dichters Friedrich Schiller (1805) und die "Ariadne auf dem Panther" (1804), ein Auftrag des Bankiers Bethmann in Frankfurt am Main. Die lebensgroße Marmorfassung (1812 - 14) gehörte zu den berühmtesten Skulpturen des 19. Jahrhunderts. Das Original steht im Liebieghaus Frankfurt.

Als Sohn eines Kutschers im Dienst des Herzogs Carl Eugen aufgewachsen sprach der 13jährige Johann Heinrich 1771 persönlich beim Herzog vor und bat um die Aufnahme in die Pflanzschule auf der Solitude. Seinem Gesuch wurde stattgegeben. Man erkannte das künstlerische Talent und Dannecker erhielt später eine Bildhauerausbildung bei Adam Bauer und Zeichenunterricht bei den Malern Adolph Friedrich Harper und Nicolas Guibal. Er trat in die Militärakademie ein und zog 1775 mit dieser nach Stuttgart um. 1780 machte er seinen Abschluss und wurde zum Hofbildhauer ernannt. 1783 bis 1789 verbrachte er Studienaufenthalte in Paris und Rom. Nach der Rückkehr 1790 wurde Dannecker zum Professor der Hohen Karlsschule Stuttgart ernannt. Als 1794 die Hohe Karlsschule durch den neuen Herzog Friedrich Eugen aufgehoben wurde, gab Dannecker weiterhin Kunstunterricht in den bisherigen Räumlichkeiten.

1805 starb sein Jugendfreund Friedrich Schiller. Ein lebensgroßes Gipsmodell für eine Schillerbüste entstand, von 1812 bis 1814 fertigte Dannecker die Marmorausführung. Diese posthum geschaffene Marmorskulptur, die mit der Physionomie Schillers nicht viel zu tun hatte und die Teil eines Schillerdenkmals sein sollte, ist charakteristisch für einen neuen Typus des Idealbildes im 19. Jahrhundert. 1808 wurde das von Thouret am Schlossplatz erbaute Haus eingeweiht, die "Danneckerei", die fortan als Wohnhaus, Atelier, Kunstschule und Museum genutzt wurde.

Nach schaffensreichen Jahren, mit zahlreichen Bildnissen und unter anderem auch Terracotta-Arbeiten, eröffnete Dannecker seine Kunstschule als Direktor. Um 1835 begann seine geistige Umnachtung. In einem Anfall verstümmelt er seine Schillerbüste, das Modell blieb erhalten jedoch erhalten. Am 8. Dezember 1841 starb Johann Heinrich von Dannecker.

Ernst Curfess: Marmorbüste Johann Heinrich Danneckers, 1888Vergrößern
Die Marmorbüste Johann Heinrich Danneckers von Ernst Curfess, 1888 steht heute im Rosengarten. Foto: Ulli Ayadi

Spuren in Stuttgart

Johann Heinrich Dannecker: Nymphengruppe (Zinkguß nach dem Modell), 1809/10Vergrößern
Danneckers Nymphengruppe (Zinkguß nach dem Modell), 1809/10. Foto: Ulli Ayadi