Martin Elsaesser

Martin Elsaesser wurde am 28. Mai 1884 in Tübingen geboren und starb am 5. August 1957 in Stuttgart.

Elsaesser studierte von 1901 bis 1906 an der TH München bei Friedrich von Thiersch und der TH Stuttgart bei Theodor Fischer. Von 1911 bis 1913 war er Assistent an der TH Stuttgart bei Paul Bonatz. Bereits während seines Studiums begann Elsaesser seine freiberufliche Tätigkeit und entwickelte sich in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg zu einem der bedeutendsten Kirchenarchitekten in Südwestdeutschland. Von 1911 bis 1914 entstand die Stuttgarter Markthalle und von 1913 bis 1914 das Wagenburg-Gymnasium. In den Jahren 1913 bis 1920 unterrichtete Elsaesser als Professor für mittelalterliche Baukunst an der TH Stuttgart.

1920 wurde er durch den dortigen Oberbürgermeister Konrad Adenauer als leitender Direktor an die Kölner Kunstgewerbe- und Handwerkerschule berufen. Nach fünf Jahren verließ er die Schule und wurde Leiter des Hochbauamtes in Frankfurt am Main, diese Funktion hatte er bis 1932 inne. Markant bei seinen Bauten in Köln sind die expressionistischen Details, die er mit seinem bevorzugtem Baumaterial dem Backstein bildet. Sein wichtigster Frankfurter Bau wurde die Großmarkthalle (1926 - 1928). Die 220 Meter lange und 50 Meter breite Halle wurde durch eine Stahlbetonkonstruktion stützenfrei überdacht. Die Hallenüberdachung besteht aus gereihten Quertonnen aus Zeiss-Dywidag-Stahlbetonschalen mit nur 6 Zentimeter Dicke im Scheitel. Die Außenwände sind an den Längsseiten der Halle verglast und an den Kopfbauten mit Ziegeln ausgefacht.

1932 löste Elsaesser vorzeitig seinen Vertrag mit der Stadt Frankfurt auf. In den nachfolgenden Jahren des Nationalsozialismus erhält er aus Deutschland keine Aufträge. Die Sümer-Bank in Ankara bleibt zwischen 1935 und 1938 sein einziges realisiertes Projekt während dieser Zeit. Sie gehört zu den modernsten Bauten, die während der dreißiger Jahre in der Türkei entstanden.

1947 bis 1956 war Elsaesser kommissarischer Professor für Entwerfen an der TH München. Neben seiner Lehrtätigkeit konnte er mit Partnern einzelne Wohnhausprojekte durchführen, die seine Vorstellungen exemplarisch werden ließen. Nur wenige Monate nach seiner Emeritierung im Dezember 1956 verstarb Martin Elsaesser in Stuttgart.

Die Markthalle von innenVergrößern
Die Markthalle von innen, von Martin Elsaesser konstruiert. Foto: Stuttgart Marketing