Gedichte von Lena Gutermuth (4. Preis beim Jugend-Lyrikpreis 2011)

Endlichkeit


Wie ein Baum, wie ein Baum, wie ein Baum
alt und grau und immer jung
jeder Ast Erinnerung.
Mit all dem Wissen dieser Welt,
doch jeder Baum wird einst gefällt.

Wie ein Meer, wie ein Meer, wie ein Meer
manchmal ruhig und manchmal wild,
jede Flut ein anderes Bild.
Voller Leben endlos weit,
der Mond allein bestimmt die Zeit.

Wie ein Mensch, wie ein Mensch, wie ein Mensch
voller Trauer und Leid, doch Hoffnungsvoll.
Mit Klugheit und Dummheit, mit Haben und Soll.
Mit Kindheit in sich und Angst vor dem Tod,
mit Sehnsucht warten aufs Morgenrot.


Liebe


Meine Lippen formen drei Wörter,
jeden einzelne ist bedeutend genug.
Der Anfang fällt leicht,
denn er betrifft mich.
Das Wort in der Mitte ist das Schönste der Welt,
wer Liebe ehrlich und zärtlich meint.
Das Letzte bedeutend wie der Anfang,
nur dieses mal nicht ich sondern dich!