Gedichte von Olivia Mettang (4. Preis beim Jugend-Lyrikpreis 2011)

Am fünften Tag


Es gab Zeiten, da wollte ich mir ein Bein ausreißen
und es dem Mond zu Fraß vorwerfen
Vielleicht hätte er dann die Sterne überredet
Meine Freunde zu werden

Denn wie dieses funkelnde glitzernde Blitzen
Spuckend und sprühend vor Intelligenz
sind meine Gedanken
dann und wann

Ich kann nicht umhin, den Bäumen nachzuschauen
Webb sie mit ihren dürren Ästen
ein bisschen den Wind aufmischen
und mich jaulend im Dunst vor sich herjagen

Sag mir doch, wozu Du den Himmel gemacht hast
Ich stecke mit dem Kopf in den Wolken,
und dich scheint es so, als ob
mich nur künstliches Licht erreicht



Freiwild


Wieder auf der Jagd.
Angespannter feuriger Herzmuskel
entlädt sich brennend und schreiend
gehen wir zu Boden
zucken zusammen ein letztes Mal und sind
getroffen noch im Lauf, im Sprung
der uns vielleicht gerettet hätte.

Doch nachts hältst du stumm meine hungrige Hand
Noch einmal jagen gehen  - sonst nichts.