Hermann Lenz

Hermann Lenz wurde am 26. Februar 1913 in Stuttgart geboren und starb am 12. Mai 1998 in München.

Er ist einer der bedeutendsten Erzähler der deutschen Gegenwartsliteratur und hat lange Jahre in Stuttgart verbracht. Sein Werk umfasst Gedichte, Romane, Erzählungen und Dramen. Zwischen 1936 und 1997 veröffentlichte Lenz mehr als 30 Bücher. Im Mittelpunkt seines Romanwerks steht die siebenteilige "Schwäbische Chronik" um die autobiographisch geprägte Hauptfigur Eugen Rapp. Eine "Volksausgabe des Schriftstellers Hermann Lenz" nannte der Autor seine literarische Zwillingsfigur. Er erhielt zahlreiche Preise wie den Georg-Büchner-Preis (1978), den Wilhelm-Raabe-Preis (1981), den Gottfried-Keller-Preis (1983), den Petrarca-Preis (1987), den Münchner Literaturpreises (1995) und den Würth-Preis für Europäische Literatur (1998).

Lenz wuch in Künzelsau auf, kehrte aber Mitte der 20er Jahre mit den Eltern nach Stuttgart zurück. Nach seinem Abitur studierte er von 1933 bis 39 in Heidelberg und München Kunstgeschichte, Archäologie und Germanistik. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat in Frankreich und Russland und kam 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach der Rückkehr 1948 war er in Stuttgart als freier Schriftsteller tätig. Zur Finanzierung seines Lebensunterhalts arbeitete er von 1951 bis 1971 als Sekretär des Süddeutschen Schriftstellerverbandes. Mehr als ein Dutzend Erzählungen und Romane entstanden in dieser Zeit, darunter "Nachmittag einer Dame" (1961), "Spiegelhütte" (1962), "Die Augen eines Dieners" (1964) und 1968 der Roman "Neue Zeit", den er erst 1975 veröffentlichte.

Lange Zeit fanden Lenz' Werke vergleichsweise wenig Beachtung, bis er im Jahr 1973 durch einen Artikel von Peter Handke ("Einladung, Hermann Lenz zu lesen") bekannt wurde. 1993 gründete er eine Stiftung zur Förderung junger Autoren und Literaturwissenschaftler und starb sechs Jahre später in München.

Seit 1999 wird der Hermann-Lenz-Preis vergeben. 

 
 

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