Kunst im Container
Bereits vor eineinhalb Jahren hatte der Gemeinderat den Beschluss gefasst, die Waggon-Künstler vom Nordbahnhof bei der Suche und beim Aufbau eines neuen Grundstücks zu unterstützen. Das bisherige Gelände am Nordbahnhof musste wegen der Bauarbeiten für Stuttgart 21 geräumt werden. Anfangs suchte man eine Ersatzlösung für die gesamte "Ateliergemeinschaft Bauzug 3YG". Dann entstand jedoch aus einem Teil dieser kreativen Szene der Verein contain't e.V. und mit ihm das Konzept eines "Kunst- und Kulturareals in Containerformat".
Über 35 Mitglieder zählt contain't e.V. mittlerweile. Bildende Künstler, Veranstalter, Architekten, Designer, Filmemacher und Interessierte zählen dazu. Zusammen arbeiten sie daran, aus mobilen und flexiblen Räumen ein Forum für Künstler und Kreative zu entwickeln. Sie wollen Flächen und Raum für Kunst anbieten und darüber hinaus künstlerische Events, Ausstellungen und Workshops veranstalten.
Das Gelände am alten Güterbahnhof in Bad Cannstatt eignet sich sehr gut für die Ziele des Vereins. Für die Erschließung des Gebiets haben die Kulturschaffenden im Vorfeld eng mit verschiedenen Ämtern der Stadt Stuttgart zusammengearbeitet. "Trotz vieler unterschiedlicher Ansprechpartner verlief die Zusammenarbeit immer konstruktiv. 'Make it work!' war unser gemeinsames Credo", sagt Marco Trotta, Sprecher des Vereins.
Mittlerweile ist das Areal an die öffentliche Versorgung angeschlossen. Strom- und Wasserversorgung sowie Abwasseranschluss sind vorhanden. Auch erste mobile Raumformate sind aufgebaut: Imbiss- und Werkstattcontainer sowie mobile Holzbauten stehen bereit. Zwei Zugwaggons der deutschen Bahn stehen als Erinnerung an den Nordbahnhof auf dem Platz. Vollständig umgesetzt ist das Konzept aber noch nicht. "Wir sind mitten im Prozess und in der Entwicklung des Projekts", sagt der Architekt Matthias Knöller, der contain't e.V. baurechtlich und entwurfstechnisch begleitet. Im nächsten Frühjahr soll der Aufbau vollständig abgeschlossen sein.



