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So viele Wahlberechtigte wie noch nie

Bei der Gemeinderatswahl am 25. Mai dürfen mehr Stuttgarterinnen und Stuttgarter abstimmen als je zuvor.

433.964 Wahlberechtigte - so lautet der bisherige Rekord bei einer Gemeinderatswahl in Stuttgart. Diese Zahl wurde bei der Wahl am 4. November 1962 erreicht und seither bei keiner Gemeinderatswahl übertroffen.

Nur bei den Landtagswahlen 1960 bis 1968 und bei der Bundestagswahl 1965 sind in der Stuttgarter Wahlhistorie höhere Werte zu finden. Bei der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 wird sich dies nun ändern: Zum 31. Dezember 2013 waren in Stuttgart rund 440.000 Bürgerinnen und Bürger potenziell wahlberechtigt.

Aufgrund der anhaltenden Zuwanderung spricht sogar viel dafür, dass sich diese Zahl bis zum Wahltag noch weiter erhöhen kann.

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Immer mehr dürfen wählen. Foto: Stadt Stuttgart / Beutel

Junge und Kroaten

Wodurch ist dieser Rekord zu erklären? Die Steigerung um rund zehn Prozent gegenüber der Vorgängerwahl 2009 (403.434 Wahlberechtigte) ist zur Hälfte auf die anhaltende Zuwanderung nach Stuttgart, zur anderen Hälfte auf die Ausweitung der Voraussetzungen für die Wahlberechtigung zurückzuführen: Bei dieser Gemeinderatswahl sind alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter der 28 EU-Staaten über 16 Jahren wahlberechtigt, bei der Vorgängerwahl umfasste die EU noch 27 Staaten, und nur die Volljährigen durften an die Urne.

Dieses Mal dürfen zusätzlich rund 11.500 Kroatinnen und Kroaten ebenso über die Zusammensetzung des Stadtparlaments bestimmen wie die rund 8000 16- bis 18-Jährigen, die in Stuttgart erstmals zusammen mit den Erwachsenen aktiv wählen dürfen.

Viele Neuwähler

Betrachtet man ausschließlich die Zahl der wahlberechtigten Deutschen, wird bei der kommenden Wahl lediglich wieder das Niveau Anfang der 1990-er Jahre erreicht.

Noch nie gab es in Stuttgart eine so hohe Zahl an "Gemeinderats-Neuwählerinnen und Neuwählern": Mehr als 30 Prozent der heute Wahl­berechtigten durften vor fünf Jahren in Stuttgart nicht mitwählen, weil sie damals noch nicht volljährig waren (rund 36.500 Personen), zwar volljährig waren, aber die kroatische Staatsbürgerschaft be­saßen (rund 11.500 Personen) oder erst nach der Gemeinderatswahl nach Stuttgart gezogen sind (rund 87.000 Personen).

30 Prozent mit Migrationshintergrund

Die Zahl von 138.000 Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund stellt ebenfalls einen neuen Rekordwert dar. Während der Anteil von Wahlberechtigten mit ausländischen Wurzeln vor 15 Jahren nur bei knapp über 20 Prozent lag, sind es heute bereits knapp über 30 Prozent.

Diese Gruppe lässt sich in Unionsbürger mit einem ausländischen Pass (rund 66.000 Personen) und die Deutschen
mit ausländischen Wurzeln (rund 72.000 Personen) aufsplitten.

Griechen vor Italienern

Von den wahlberechtigten Unionsbürgern haben die meisten einen griechischen (rund 13.000 Personen) oder italienischen Pass (rund 12.500 Personen), gefolgt von den Kroaten (rund 11.500 Personen).

In derselben Größenordnung bewegen sich die Wahlberechtigten mit deutschem Pass und einem Migrationshintergrund in der ehemaligen Sowjetunion (ohne die EU-Staaten rund 12.000 Personen), gefolgt von den Deutschen mit polnischen - rund 8500 Personen - und türkischen Wurzeln - rund 8000 Personen.

Hier gibt's mehr Infos

Dieser Artikel wurde im Monatsheft 3 des Statistischen Amtes veröffentlicht. Weitere Beiträge des Hefts thematisieren die Einwohnerentwicklung Stuttgarts im Jahr 2013 und die Rechtsgrundlagen der Kommunalstatistik.

Das Monatsheft 3/2014 ist zum Preis von 4 Euro erhältlich beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 39, 70173 Stuttgart, Telefon 216-98587, Fax 216-98570, E-Mail komunis@stuttgart.de, www.stuttgart.de/statistik-infosystem.

Mittwoch, 07.05.2014