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Die Roter haben eine neue Mitte

Der Hans-Scharoun-Platz ist die neue Mitte von Zuffenhaus-Rot. Projekt der "Sozialen Stadt" wurde am Samstag, 19. Juli, um 11 Uhr feierlich eingeweiht.

Nach zwei Jahren Bauzeit ist die neue Mitte von Zuffenhausen-Rot vollendet. Der Stadtteil gewinnt neue Einwohner - die 44 Wohnungen sind allesamt vermietet - und ein vielfältiges zentrales Nahversorgungsangebot.

Ein großes Lebensmittelgeschäft, ­Bäckerei, Bekleidungs- und Geschenkartikelladen und auch der Frisör sind bereits geöffnet. Ergänzt wird das Angebot in Zukunft mittwochs von 10 bis 17 Uhr durch einen Wochenmarkt.

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Moderne Architektur und viel Grün. Foto: Thomas Wagner

Lob für Architektur und SWSG

Das Projekt "Zentraler Platz" wurde in der offenen Bürgerbeteiligung der "Sozialen Stadt Rot" entwickelt und von der SWSG mit den Architekten Kaiser+Kaiser gebaut.

Die Platzfläche ist nach dem Entwurf der Landschaftsarchitekten Wiedemann+Schweizer gestaltet worden.

Attraktive Wohnungen und Gewerbeflächen, eine Tiefgarage und einen öffentlichen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität hatten sich die Bürger gewünscht. Der klare Entwurf des Stuttgarter Architektenpaares Kaiser+Kaiser ging 2007 aus dem städtebaulichen Wettbewerb als Sieger hervor.

Neben dem markanten Bürgerhaus, das in der Sichtachse zum Platz steht, ist der Hans-Scharoun-Platz das Schlüsselprojekt der Stadtteilerneuerung.

Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, lobt die hohe Qualität der Architektur und das Engagement der SWSG an dieser für Rot so wichtigen Stelle.

Charmante Bäume

Helmuth Caesar, Technischer Geschäftsführer der SWSG, weist auf die städtebauliche Bedeutung des Projekts hin: "Damit haben wir eine erlebbare Ortsmitte geschaffen, die Rot vorher nicht hatte."

Die Arkaden lassen den Platz wie eine Piazza wirken. Das werden die Anwohner besonders gut an den Markttagen erleben können. So werde die ­Roter Identität gestärkt.

Die Baumgruppe, die den Ort des zunächst geplanten Kubus markiert, bezeichnet Caesar als ein Provisorium, "aber ein charmantes".

Als Gegenstück zu den zwei Flügeln der Wohn- und Geschäftshäuser soll ein Kubus mit einer gewerblichen oder gastronomischen Nutzung errichtet werden. Da sich noch kein Mieter gefunden hat, hat die SWSG vorerst vom Bau des würfelförmigen Gebäudes abgesehen.

"Das muss aber nicht immer so bleiben", sagt Helmuth Caesar: "Wenn die Entwicklung des Hans-Scharoun-Platzes weiter so positiv verläuft, dann findet sich in der weiteren Zukunft vielleicht eine Lösung für den städtebaulichen Schlussstein."

Mit Mitteln der "Sozialen Stadt"

Aus Mitteln der "Sozialen Stadt" wurden das Freimachen des Baufeldes und die Herstellung des eigentlichen Platzes mit rund einer Million Euro gefördert.

Hierbei tragen der Bund und das Land 60 Prozent der Kosten. Die SWSG hat zwölf Millionen Euro in die Gebäude investiert. Die "Soziale Stadt" wird beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung koor­diniert. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt und dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt ­realisiert.


Die SWSG in Rot

Rot gehört für die SWSG derzeit zu den Stadtgebieten mit den wichtigsten Bauprojekten. Rund 48 Millionen Euro investiert die SWSG bei Neubauten in den Stadtteil. Hier die wichtigsten Zahlen:

  • Hans-Scharoun-Platz: acht Gewerbeeinheiten, darunter ein Verbrauchermarkt; 44 Wohnungen (zwei bis vier Zimmer, 53 bis 94 Quadratmeter groß; Tiefgarage mit 68 Plätzen plus zehn oberirdische Plätze.
  • Olnhauser/Auricher Straße: 90 Wohnungen, davon 20 ge­fördert, zwei bis vier Zimmer, 51 bis 93 Quadratmeter; Tiefgarage mit 98 Plätzen, Kita mit zwei Gruppen, zwei Senioren-Wohngemeinschaften.
  • Haldenrainstraße: Abschnitt1 (im Anschluss an Hans-Scharoun-Platz): 45 Mietwohnungen, 14 gefördert, zwei bis ­vier Zimmer, 55 bis 96 Quadratmeter, Tiefgarage mit 45 Plätzen (fertig Ende 2014); Abschnitt2 (östlich angrenzend): 49 Mietwohnungen, davon 14 gefördert, zwei bis vier-Zimmer, 42 bis 90 Quadratmeter, Tiefgarage mit 47 Plätzen ­(voraussichtlich bis Frühjahr 2017 fertig).

Scharoun in Rot

Der Name für die neue Roter Mitte wurde in den Arbeitskreisen der "Sozialen Stadt" diskutiert und basisdemokratisch entschieden: "Hans-Scharoun-Platz".

Geehrt wird damit der Architekt der Moderne, dessen markante Hochhäuser "Romeo" und "Julia" einen Steinwurf entfernt die Geschichte von Rot symbo­lisieren.

Vor "Romeo" in der Schozacher Straße 40 steht auch ein "Mini-Museum" zu Scharoun und seinem Werk in einem der restaurierten, nachts beleuchteten Schaukästen.

Weitere Gebäude von Hans Scharoun (1893-1972) in Stuttgart sind das Ein­familienhaus in der Weißenhofsiedlung von 1927 und das Hochhaus "Salute" im Fasanenhof, das 1961 bis 1963 entstand.

Weltberühmt wurde Scharoun mit der Berliner Philharmonie (1957-1963).

Mittwoch, 16.07.2014