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Aushub für den S21-Bahnhof beginnt

Zwischen Bonatzbau und Planetarium haben Arbeiter der Firma Züblin mit ersten Baumaßnahmen am Trog des künftigen Tiefbahnhofs Stuttgart 21 begonnen.

Der entsprechende Bauabschnitt 16 mit 80 Meter Breite und 50 Meter Länge wurde von der Bahn am 5. August eröffnet.

"Hier fangen wir jetzt mit den Erdarbeiten an", sagte der Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm, Wolfgang Dietrich. Er betonte, dass alle vorbereitenden Arbeiten für den neuen Bahnhof, wie etwa das Baustraßensystem, das Grundwassermanagement oder das Technikgebäude bereits seit rund zwei Jahren erstellt würden und im Zeitplan lägen.

In 18 Bauschritte bis zum Juni 2016 hat der zuständige Sonderbereichsleiter bei Züblin, Ottmar Bögel, die Fertigstellung des Bauabschnitts 16 unterteilt.

Dazu gehören unter anderem die Verankerung von zirka 800 Gründungspfählen bis Ende des Jahres, der Neubau eines so genannten Medienkanals mit Fernheizungs- und Wasserrohren, die Erstellung der Bodenplatte und der Außenwände bis Mitte sowie die Herstellung der Kelchfüße bis Herbst 2015.

Diese werden später die Decke der Bahnsteighalle und auch deren prägnante Lichtaugen tragen.

Aushub für S21 startetVergrößern
Quer zu den heutigen Gleisen liegt der künftige Bahnhof. Foto: Kilgus / Deutsche Bahn

Weitere aktuelle Bauabschnitte

Parallel dazu wird demnächst auch mit den Arbeiten an anderen Bauabschnitten begonnen. Die Baugrube 1 an der Jägerstraße muss bis auf 23,5 Meter ausgeschachtet werden, da sie den Anschluss des Bahnhofs an die bergmännischen Tunnel nach Feuerbach und Bad Cannstatt bildet.

Der Bauabschnitt 22 wird auch jetzt gebaut, da dort die SSB anschließend ihre neue Haltestelle Staatsgalerie erstellen will.

Und der Bauabschnitt 25 wird begonnen, da hier der Beginn des Fildertunnels liegen wird.

Bahn beginnt Bau des TiefbahnhofVergrößern
Die Baumaschinen sind angerollt. Foto: Deutsche Bahn AG

900 Meter lang und 80 Meter breit

Mit dem Aushub am Bauabschnitt 16 haben die Arbeiten am Trogbauwerk zu Stuttgart 21 begonnen. Es umfasst auf rund 900 Meter Länge, 80 Meter Breite und 16 Meter Tiefe die neue unterirdische Bahnhofshalle sowie die Zu- und Abfahrtsgleise zu den acht Bahngleisen.

Die Bauarbeiten an der Bahnsteighalle mit ihren 420 Metern Länge werden sich von der Fläche hinter dem Bonatz-Bau bis vor die Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie in den Mittleren Schlossgarten hinziehen.

Diese ist das Herzstück des neuen Hauptbahnhofs und wird über vier Bahnsteige auf der Ebene -1 verfügen. Die darunter liegende Ebene -2 ist die bestehende S-Bahnstation. Mit 0 wird die Verteilerebene im Bonatzbau und mit +1 der Straßburger Platz bezeichnet.

Eigene Straßen und Gleise für den Bauschutt

Der Aushub, die dabei anfällt, ist gewaltig. Allein im jetzigen Bauabschnitt 16 werden es bis zur Fertigstellung 95 000 Tonnen Schutt sein, beim gesamten Trogbauwerk 1,85 Millionen Tonnen.

Für ganz Stuttgart werden in den Bereichen Zentrale Baulogistik, Neckar und Filder insgesamt 20 Millionen Tonnen Abraum geschätzt. Um diese Mengen bewältigen zu können, hat die Bahn ein maßgeschneidertes Baulogistikkonzept entwickelt, das aus eigenen Baustraßen, der entsprechenden Logistik sowie Lager und Zugangsflächen besteht.

Die Baustraße C wird bis zum Frühjahr 2015 alle Stuttgart 21-Baustellen in der Innenstadt weitgehend mit den vorgesehenen Verladeflächen der Bahn im Nordbahnhof verbinden.

Lediglich die Wolfram-, die Nordbahnhof- und auch die Rosensteinstraße werden weiterhin als Verbindung zu den Baustraßen gebraucht, bevor der Abraum schließlich auf Güterzüge verladen werden kann.

Je Zug 1000 Tonnen

Bereits seit Juli 2014 fahren zwei Züge mit je 1000 Tonnen Aushub täglich zu verschiedenen Deponien in Baden-Württemberg oder Thüringen. Insgesamt 40 Entsorgungsanlagen stehen dafür zur Verfügung.

Die Zahl der Züge wird sich mit dem wachsenden Aushub auf bis zu 13 pro Tag steigern.

Lärmschutz und Partikelfilter

Um die Belastung der Anwohner zu reduzieren. hat die Bahn umfangreiche Maßnahmen getroffen. So wird entlang der Rosensteinstraße eine Lärmschutzwand errichtet, die Baustellenfahrzeuge verfügen über Rußpartikelfilter.

Die Stadtreinigung wird dreimal wöchentlich verdreckte Straßen reinigen.

Mittwoch, 06.08.2014