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Tag für Regenbogenfamilien und Diversity-Kongress: Gleiche Rechte für Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung - Stadt setzt auf Akzeptanz und Vielfalt

Die Stadt Stuttgart will unter dem Motto "weltoffen & vielfältig" mehr Akzeptanz und gleiche Rechte für Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung beziehungsweise Identität schaffen. In ihrer Doppelrolle als Dienstleistungsunternehmen und Arbeitgeberin macht sich die Stadt sowohl im Blick auf die Bürgerinnen und Bürger als auch auf die eigenen Beschäftigten für Akzeptanz und Chancen­gleichheit stark.

Ortsschild Stuttgart mit Regenbogen-Band
Das für die Beschäftigten der Landeshauptstadt zuständige Referat Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser sowie die Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern ­tragen mit vielen Aktivitäten das Thema in die Stadtgesellschaft hinein. Beim Diversity Kongresses im Rathaus wurden im Mai Wünsche und ­Anregungen der LSBTTIQ-Community (Zusammenschluss von ­lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-­intersexuellen und queeren Gruppen, Vereinen und Initiativen) in den Blick genommen. Gut 45 Beschäftigte der Landeshauptstadt ­liefen bei der Parade zum Christopher-Street-Day mit, um das Anliegen einer toleranten und vielfältigen Stadt zu transportieren.

Vor Kurzem empfing die Landeshauptstadt außerdem Regenbogenfamilien aus Baden-Württemberg zum ersten Mal im Stuttgarter Rathaus, um sich über die derzeitige Lebenssituation ein besseres Bild machen zu können. Als Regenbogenfamilien werden Familien bezeichnet, in denen Kinder bei zwei gleichgeschlechtlichen Partnern als ­eine Familie leben. Die Frage, die diese Veranstaltungen begleitet hat, lautete: "Was kann die Stadt Stuttgart tun, um mehr Akzeptanz für unterschiedliche Lebensentwürfe zu erreichen und Familie in ihren vielfältigen Formen zu stärken?"

Derzeit werden Vorschläge für die zuständigen Referate entwickelt, um diese Bedürfnisse in konkrete Umsetzungen münden zu lassen.

Voneinander wissen

Der Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser, Werner Wölfle, empfing die über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Regenbogenfamilientags im Rathaus. In seiner Ansprache sagte er: "Stuttgart ist ­eine Stadt, die Akzeptanz ­unterschiedlicher Lebensentwürfe großschreibt. Die Stadt wird Vielfalt und Toleranz bei allen Fortbildungsangeboten, zum Beispiel bei Erzieherinnen, verstärkt thematisieren. Der beste Weg zum Abbau von Vorurteilen ist, dass wir voneinander wissen, uns ­kennenlernen, aber auch unsere Unterschiede kennen und akzeptieren und die Gemeinsamkeiten stärken." Wölfle weiter: "Dort, wo die Kommune Handlungsspielräume hat, sollten deshalb auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die helfen, dass die Regenbogenfamilien als wertvoller Teil unserer Gesellschaft wahr­genommen, unterstützt und anerkannt werden."

Ursula Matschke, Leiterin der Abteilung für Chancengleichheit, ist dankbar für die zahlreichen Anregungen aus den Veranstaltungen. So hätten beispielsweise Erzieherinnen den Wunsch geäußert, Material und Informationen zum Thema Regenbogenfamilien zu bekommen.

Matschke unterstrich: "Für uns ist Familie dort, wo Kinder sind, und wir wollen glückliche Kinder in unserer Stadt. Deshalb müssen wir ­ihre jeweiligen Familien stärken. Aus anderen Landeshauptstädten kommen wich­tige Impulse, die wir zusammen mit unseren Ergebnissen aufgreifen und an die Entscheidungsträger in der Politik weitergegeben."

Mittwoch, 06.08.2014