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Gärtnern, Fahrrad fahren, Sport treiben

Neu angekommene Flüchtlinge sollen sich in Plieningen willkommen fühlen. Ein Freundeskreis plant Freizeitangebote.

Vor knapp zwei Wochen zogen die ersten Flüchtlinge in die neue Unterkunft "Im Wolfer" in Plieningen. Inzwischen ist die Einrichtung komplett belegt. Neben den hauptamtlichen Betreuern von der Evangelischen Gesellschaft wird sich ein Flüchtlingsfreundeskreis um die Bewohner kümmern.

Als bekannt wurde, dass in Plieningen eine Unterkunft für Flüchtlinge gebaut wird, äußerten viele im Stadtteil Bedenken. Doch gleichzeitig meldeten sich im Bezirksrathaus immer mehr Menschen, die helfen wollten.

Bezirksvorsteherin Andrea Lindel lud daraufhin im März zur Gründung eines Flüchtlingsfreundeskreises ein. Spontan fanden sich 120 Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen zusammen. "Da sind meine kühnsten Erwartungen übertroffen worden", so Lindel.

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In Plieningen ist Platz für 159 Flüchtlinge. Foto: Lorenz

Von anderen lernen

Beim ersten Treffen wollte man mehr über die Erfahrungen anderer Freundeskreise in Stuttgart informieren. Aus diesem Grund wurde eine Ehrenamtliche aus Heumaden eingeladen, die viele Tipps und An­regungen gab.

Beim zweiten Termin sei es darum gegangen, Ideen zu sammeln und einen Überblick zu bekommen, wer welche Qualifikation einbringen kann. Anschließend habe man Themengruppen gegründet, schildert
die Bezirksvorsteherin den ­Ablauf.

In einem nächsten Schritt werden die Gruppen mit den Flüchtlingen Kontakt aufnehmen und sondieren, wer welche Interessen und Anliegen hat.

Schwäbische Brezeln und Gemüse

Bereits im Einsatz war die Willkommensgruppe, die im Gemeinschaftsraum zu einem Empfang mit Brezeln und Getränken eingeladen hat. Das wurde von den Flüchtlingen sehr gut angenommen. In Zukunft sollen weitere gemeinsame Abende veranstaltet werden.

Die Gartengruppe will dafür sorgen, dass die Bewohner die Möglichkeit erhalten, sich in der Natur zu beschäftigen. Die Flüchtlinge können bei der Anlage und Pflege der Beete rund um die Unterkunft mitwirken. Darüber hinaus sollen weitere Flächen - beispielsweise für den Gemüseanbau - zur Verfügung gestellt werden.

Die Gruppe hat dafür bereits Kontakt mit dem Amt für Liegenschaften und Wohnen aufgenommen.

Die Fahrradgruppe will den Flüchtlingen Mobilität und Bewegung ermöglichen und außerdem dazu beitragen, dass sie sich handwerklich betätigen können. Zurzeit überlegen die Mitglieder, wie die Verteilung bereits gesammelter, gebrauchter Fahrräder erfolgen soll. Des Weiteren ist die Einrichtung einer Werkstatt geplant.

Eine Handarbeitsgruppe wird ab Mitte November alle 14 Tage ein Treffen für interessierte Frauen anbieten.

Viele Spender

Für Unterstützung beim Deutschlernen und Hilfe bei den Hausaufgaben der derzeit 34 Kinder und Jugendlichen will die Gruppe "Bildung" sorgen.
­Eine Freizeitgruppe hat vor, die Flüchtlinge zu gemein­samen Unternehmungen zu motivieren. Außerdem wollen einige Mitglieder des Freundeskreises Patenschaften für Familien übernehmen.

Zum Kreis der Unterstützer gehören auch die Sportvereine TV Plieningen, KV Plieningen sowie der TSV Birkach, die den Flüchtlingen Traininingsmöglichkeiten anbieten wollen. Der Sport soll helfen, den Kopf frei zu bekommen und Kontakte zu knüpfen.

Darüber hinaus hat der TV Plieningen 500 Euro für die Flüchtlinge gespendet. ­Größere Beträge kamen auch durch Kollekten des Dorffestgottesdienstes und eines Gebetskreises sowie durch einen Basar zusammen.

Mit einer derart großen Spendenbereitschaft habe sie nicht gerechnet, sagt Bezirksvorsteherin Lindel. "Bisher haben wir keinen Aufruf gemacht, und doch sammeln die Leute Geld. Das ist ein sehr ermutigendes Zeichen."

Mittwoch, 10.09.2014