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Fünf Taxis unter Strom in Stuttgart

Eine Praxisstudie untersucht bis Ende kommenden Jahres, ob sich Elektroautos auch als Taxis eignen.

In Stuttgart ist Taxi nicht mehr gleich Taxi. Mit E-Taxis er­leben Kunden ein Fahrgefühl der besonderen Art. Die fünf leisen Autos kurven seit kurzem für das "Gemeinschaftsprojekt Nutzungsuntersuchungen von Elektrotaxis in Stuttgart (GuEST)" durch die Stadt.

Ein Taxi ist eine bequeme Art, um von A nach B zu gelangen. Einsteigen und los geht's. Der Fahrer gibt Gas, der Motor röhrt. Anders beim E-Taxi: einsteigen, Tür zu, Stille. Es fährt los - kein Motorengeräusch. Ein leichtes Surren und das Summen der Reifen sind zu hören. Über Tempo 30 hört man nur noch das Summen der Reifen und ein gedämpftes Rauschen, wenn ­Autos überholen. Das ist alles.

Es wirkt erholsam in all dem Stadttrubel: eine mobile Wellness-Oase mitten in der Rushhour.

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'E-Taxis' vor dem Schloss. Foto: Goldschmidt

Bewähren sie sich im Alltag?

Eine ruhige Fahrt ist der angenehme Nebeneffekt, Hauptaufgabe der E-Taxis ist es aber, zu erproben, ob Elektrofahrzeuge wirtschaftlich sinnvoll als Taxis eingesetzt werden können. Schließlich erzeugen sie im laufenden Betrieb keine Emissionen.

Rüdiger Goldschmidt ist mitverantwortlich für die Koordination von GuEST, an dem sich die Uni Stuttgart, Daimler, Dekra, Bosch, das Forschungsinstitut FKFS, Taxiunternehmer und die Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart beteiligen. Gefördert wird das Projekt durch das Forschungsprogramm "Schaufenster Elektromobilität" des Bundes.

"Wir untersuchen im Praxistest technische und wirtschaftliche Aspekte und vor ­allem Akzeptanzfaktoren", ­erklärt Goldschmidt und ergänzt: "Wir haben die technischen Möglichkeiten, jetzt wollen wir wissen, wie sich die Fahrzeuge im Alltag bewähren."

Umfrage unter den Kunden

Den Wissenschaftlern geht es also neben technischer und wirtschaftlicher Machbarkeit um die Vermittlungsmöglichkeiten der Fahrzeuge und gesellschaftliches Umdenken. Umweltverträgliche Mobilität wird immer mehr diskutiert, mit GuEST können sich die Menschen in den Taxis direkt mit dem Thema auseinandersetzen.

Welche Meinung sie haben, erforscht Goldschmidt mit einer Tablet-Umfrage, die jeder nach der Fahrt machen kann. Zudem bekommen die Forscher Rückmeldung von den Taxiunternehmern, ob die Elektroautos auch wirtschaftlich verträglich sind.

Deshalb ist die Praxisstudie flexibel ­angelegt, auf Entwicklungen kann reagiert werden. "Ein wichtiges Ziel ist es, ein trag­fähiges Geschäftsmodell für Elektrofahrzeuge im Bereich der Taxinutzung zu entwickeln und dafür wichtige Gestaltungsfaktoren herauszustellen", sagt Rüdiger Goldschmidt.

Gleicher Fahrpreis

E-Taxis werden wie jedes andere Taxi über die Taxizentrale vermittelt. Seit 8. September lassen sie sich unter dem Merkmal "E-Taxi" anfordern. Ist dann eins nahe dem Einsteigeort verfügbar, hat jeder die Gelegenheit, dieses Fahrgefühl zu erleben, die Umwelt zu schonen und die Forschung zu unterstützen.

Der Fahrpreis entspricht dem eines Taxis mit Verbrennungsmotor. Bis Ende 2015 surren die E-Taxis durch Stuttgart.

Mehr dazu

Weitere Informationen gibt es unter www.projekt-guest.de

Mittwoch, 10.09.2014