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Die Santa Maria ist angekommen

Neue Dampflok am Killesberg. Tazzelwurm, Springerle und Blitzschwoab haben Verstärkung erhalten.

Die Kleinbahnflotte am Killesberg wird größer. Ende Oktober ist die im Jahr 1929 gebaute Dampflok Santa Maria aus Spanien eingetroffen. Der Erwerb wurde durch den Einsatz des Vereins Freunde und Förderer der Killesbergbahn möglich.

Die Santa Maria gleicht den beiden hiesigen Dampflokomotiven Tazzelwurm und Springerle nahezu bis zur letzten Niete. Der Hersteller, Krauss-Maffei, wie auch der Bauplan waren derselbe, nur dass die spanische Lok schon 1929 erbaut wurde, während die beiden Stuttgarter Maschinen aus dem Jahr 1950 stammen.

Vom Lieferanten ging die Santa Maria damals direkt nach Sevilla zur Iberoamerikanischen Ausstellung.

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Mit dem LKW wurde die Dampflok angeliefert. Foto: SSB

Fast baugleich - nur sehr viel älter

Nur vier Jahre zog sie dort im Wechsel mit drei weiteren Loks ihre Runden, dann kamen sie aufs Abstellgleis. Erst über dreißig Jahre später erweckte ein Vergnügungspark bei Madrid einen Teil der Fahrzeuge, darunter die Santa Maria, wieder zum Leben.

Nur kurze Zeit später geriet die Lok erneut in Vergessenheit. Erst im Jahr 2001 nahm sich ein spanischer Verein von Nostalgiefreunden der Santa Maria an und brachte sie in Bestzustand: Nun hätte sie wieder fahren können - doch die Gleisanlage konnte nicht realisiert werden.

So entschlossen sich die spanischen Sammler vor kurzem, die Lok zu verkaufen. Das wiederum bekamen die "Fährtensucher" der Parkbahn Dresden mit, wo ebenfalls zwei Maschinen der ersten Serie von 1925 Dienst tun.

Aus Spanien via Sachsen nach Stuttgart

In Sachsen hatte man zwar keinen Bedarf, doch die guten Kontakte des Stuttgarter Fördervereins zu den Betreibern anderer Parkbahnen zahlten sich aus: So erfuhren die Schwaben von dem An­gebot. Nun galt es für den Förderverein, rasch zu handeln. "Eine solche Chance kommt nur alle 50 Jahre", so Vorsitzender Bernd Nusch, der eilends eine Spenden­aktion ins Leben rief.

Auch bei der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), die seit 2011 den Betrieb der Liliputbahn führt, ist man froh über den Fahrzeugzuwachs. "Mit der neuen Lok entlasten wir die anderen Maschinen", sagt Werkstattchef Thomas Moser.

Wirtschaftlich gesehen macht die Neuanschaffung ebenfalls Sinn, denn die spanische Lok stand die meiste Zeit ihrer bisherigen Existenz und wurde somit von der Substanz her enorm geschont. Damit ist die künftige älteste Maschine auf dem Killesberg in Bezug auf die Laufleistung die Jüngste.

Mit neuen Kupplungen auf große Fahrt

Jetzt muss der Neuzugang nur noch einige Umbauten über sich ergehen lassen: Die bei der Killesbergbahn gebräuchlichen Scharfenbergkupplungen müssen eingebaut werden, ebenso eine Druckluftbremse.

Ab der Saison 2015 soll die Santa Maria dann auf Strecke gehen.

Mittwoch, 05.11.2014