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Zukunftswerkstatt: Das wünschen sich Kinder für Stuttgart

Was wünschen sich Kinder für ihre Stadt? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Konzeption "Kinderfreundliches Stuttgart 2015 - 2020".

180 "kleine Experten" aus 13 Stuttgarter Schulen und drei Vereinen sowie der Stuttgarter Kinderzeitung haben Antworten parat: Bei einer Zukunftswerkstatt haben sie in Workshops Ideen und Wünsche entwickelt. Die Sechs- bis Dreizehnjährigen sind auf Einladung der städtischen Kinderbeauftragen Maria Haller-Kindler am Freitag, 21. November, ins Rathaus gekommen. Nach den Workshops stellten sie ihre Vorschläge Oberbürgermeister Fritz Kuhn im Großen Sitzungssaal vor. Eingeladen waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, der freien Träger und der Verwaltung.

"Kinder in jeder Ecke"

OB Kuhn sagte: " So wie heute habe ich das Rathaus gerne: In jeder Ecke sitzen Kinder, stecken die Köpfe zusammen und tuscheln. Eine gute Bürgerbeteiligung bedeutet, Kinder einzubeziehen, damit sie die Zukunft in ihrer Stadt mitgestalten können." Und weiter: "Liebe Kinder, ihr habt heute viele Ideen entwickelt und toll mitgearbeitet. Wir werden uns eure Wünsche genau ansehen und bemühen uns, dass daraus etwas wird."

In neun Themenworkshops konnten die Kinder ihre Erfahrungen, Ideen und Wünsche zu Themen wie Sport, Gesundheit, Mobilität, Stadtraum und Spielplätze, Umwelt und Kultur einbringen. An der Zukunftswerkstatt waren Kinder mit unterschiedlichen sozialen Lebensbedingungen, verschiedener Schularten und aus vielen Stadtteilen beteiligt.

Zuvor haben sich rund 1000 Kinder mit den Themen der Zukunftswerkstatt auseinandergesetzt. Denn die Schulklassen und Vereine haben bereits im Vorfeld diskutiert und dann ihre Vertreterinnen oder Vertreter für die Zukunftswerkstatt entsandt.

Ergebnisse des Workshops

Ein schönerer Schulhof mit einer tollen Schaukel - das ist der Wunsch von Sefika Dogan und Hanna Hoffmann. Die beiden Viertklässlerinnen haben in der Gruppe "Schule, Kita und Jugendhaus" gemeinsam mit anderen kreativen Köpfen Ideen zu ihrem Alltag in den Einrichtungen entwickelt. Ihre Ideen haben sie auf einem bunten Plakat festgehalten.

Heiß diskutiert wurden in dem Workshop "Sport, Gesundheit und Ernährung": "Ich wünsche mir mehr Bolzplätze in der Stadt", sagt Enzo Sommer. "Und ich möchte gerne mehr Spielplätze für ältere Kinder", so Rejan Ali. Auch mehr Sicherheit und Raum für Fußgänger und Radfahrer waren Thema.  Ihre Wünsche notierten die Kinder auf bunten Karten. Szenen spielen, Karten gestalten, Eindrücke fotografisch festhalten - die Methoden waren so vielfältig wie die Themen und sollten vor allem die Kinder motivieren, ihre Meinungen und Ideen so gut wie möglich zum Ausdruck zu bringen. Die Workshops wurden von Themenexperten aus der Stadtverwaltung, von freien Trägern und Einrichtungen, der Polizei und Elternvertretungen geleitet. Sie waren folgendermaßen organisiert: Je ein Moderator hat einen der Workshops begleitet und dafür gesorgt, dass sich alle Kinder beteiligen können. Eine andere Person hat dokumentiert, was den Kindern zum Thema wichtig war.

 

Zukunftsweisendes Konzept

Die Ergebnisse aus den Workshops fließen in die Konzeption "Kinderfreundliches Stuttgart 2015-2020" ein, die quasi eine Richtlinie für die Arbeit der Kinderbeauftragten ist. Der Gemeinderat soll im Frühsommer 2015 über das Konzept befinden. Zur Diskussion im Gemeinderat hat OB Kuhn die Kinder bereits eingeladen.

"Die Kinder an der Konzeption "Kinderfreundliches Stuttgart 2015-2020" zu beteiligen, ist ein zentraler Aspekt in dessen Entwicklung. Niemand weiß besser, was Stuttgart kinderfreundlich macht oder wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Von Anfang an waren Mitarbeiter aus der Verwaltung, von freien Trägern und den Fraktionen in den Prozess eingebunden. Sie sollen die Erfahrungen der Kinder wahrnehmen und sich damit auseinandersetzen und sowohl die Konzeption als vor allem auch die Umsetzung mit verantworten", so die Kinderbeauftragte Maria Haller-Kindler. "Um die Stadt als kindgerechten Lebensraum weiter zu entwickeln und die Rechte von Kindern zu stärken, braucht es ein breites Bündnis von Akteuren, die diesen Weg unterstützen und konkret in die Tat umsetzen."

Die Kinderbeauftragte wird die Beteiligten der Zukunftswerkstatt auf dem Laufenden halten. Auch eine Kinderversion der Konzeption ist geplant. "Die Kinder werden benachrichtigt, wenn Veränderungen in ihrem Sinne umgesetzt werden", sagt Haller-Kindler. "Denn es ist außerordentlich wichtig, dass sie erfahren, wie sich ihre Beteiligung auswirkt - auch wenn nie alle Wünsche und Ideen umgesetzt werden können."

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Was wünschen sich Kinder für ihre Stadt? 180 Kinder haben OB Kuhn ihre Ideen im Rathaus vorgestellt. Foto: martinlorenz.net
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Sefika Dogan (links) und Hanna Hoffmann (rechts) sind mit Feuereifer dabei, Ideen zu entwickeln, was aus ihrer Sicht zu einer kindgerechten Stadt gehört. Foto: martinlorenz