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pro familia feiert Jubiläum - OB Kuhn: "Wir werden Sie auch in den nächsten 50 Jahren brauchen"

1965 wurden die Beratungsstelle Stuttgart und der Landesverband pro familia Baden-Württemberg gegründet. Zur Jubiläumsfeier am Freitag, 30. Oktober, begrüßten die Vorsitzende Ruth Weckenmann und Oberbürgermeister Fritz Kuhn die Gäste im Großen Sitzungssaal des Rathauses.

Zu den Gästen zählten zahlreiche Mitglieder von pro familia, haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Weggefährten sowie Kooperationspartner aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

pro familia Stuttgart feiert Jubiläum - OB Kuhn: 'Wir werden Sie auch in den nächsten 50 Jahren brauchen'OB Fritz Kuhn. Annette Sawade, Vorsitzende von pro familia Stuttgart, Ministerin Karin Altpeter, Ruth Weckenmann, Vorsitzende des Landesverbands, und Professorin Daphe Hahn, Bundesvorsitzende, (von links). Foto: martinlorenz.net

Große Veränderungen seit 1965

"Wer auf 50 Jahre pro familia zurückblickt, merkt schnell, wie sehr sich das Konzept von Sexualität und Familie seit 1965 verändert hat, wie heftig etwa der Streit um die Abtreibung war, bis ein halbwegs tragbarer Kompromiss gefunden wurde", sagte Kuhn. "Und die Fragen hören nicht auf, wenn es um Familie und selbstbestimmte Sexualität geht", so der OB.

Als Beispiel dafür gelte auch der Streit um den Bildungsplan der Landesregierung. Es sei unmöglich zu sagen, "es gibt ein bestimmtes Konzept, alles andere ist Abweichung". Vielfältige Lebensformen in einer Gesellschaft würden nur gut funktionieren, wenn man sie toleriere und akzeptiere. "Aus dem Gestern wächst keine Norm für morgen", betonte Kuhn.

Einfluss des Internets auf Sexualität

Besonders hob Oberbürgermeister Kuhn hervor, dass sich pro familia auch so schwierigen Themen widme wie der Pränataldiagnostik, die oft zu schweren ethischen Grundkonflikten führen können.

Ebenso aktuell sei die Frage, wie sich im Zeitalter des Internets das Konzept von Sexualität, Familie und Zusammenleben verändert, wenn Kinder und Jugendliche früh mit Pornografie konfrontiert werden.

Eine Studie von pro familia aus dem Jahr 2013 habe gezeigt, dass die Auswirkungen nicht so stark seien, wie von vielen angenommen.
Zum Abschluss seiner Rede sagte Kuhn: "Wir werden Sie auch die nächsten 50 Jahre brauchen. Ich bedanke mich für Ihre Arbeit."

Erinnerung an Gründerin Suse Hönes

Landesvorsitzende Ruth Weckenmann erinnerte in ihrer Begrüßung an die Ärztin und Gründerin von pro familia in Stuttgart, Suse Hönes, die Ende Juli gestorben ist. Die Ärztinnen in pro familia seien ein Alleinstellungsmerkmal des Stuttgarter Verbandes. "Darauf sind wir stolz und wir brauchen sie auch."

pro familia ist mit seinem umfangreichen Angebot heute aus der Beratungslandschaft nicht mehr wegzudenken. In Stuttgart werden rund 2800 Menschen jährlich in der Beratung zu Schwangerschaft, Partnerschaft und Sexualität unterstützt. Ebenso viele Menschen erreicht pro familia durch Gruppenangebote und Seminare, vor allem sexualpädagogische Angebote in Schulklassen. Darüber hinaus ist pro familia Ansprechpartner für Politik, Medien, Hochschulen und Verwaltung.

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