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Immer mehr nutzen das Fahrrad

Die Radverkehrsförderung in Stuttgart ist auf gutem Weg - Jährlich stehen dafür 2,91 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung des Fahrradverkehrs ist in Stuttgart ein wichtiger Baustein der nachhaltigen Mobilität. Langfristig will die Stadt daher diese umweltfreundliche Art der Fortbewegung von aktuell rund sechs auf 20 Prozent am Gesamtverkehr steigern. Das Stuttgarter Radforum begleitet diese Arbeit seit 2006 und sammelt Anregungen und Ideen, die in die kommunalen Planungen einfließen.

Fahrten haben seit 2013 um rund ein Viertel zugenommen

Auf der 19. Veranstaltung des Forums Mitte Februar stellte der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, die städtische Radverkehrsförderung vor. "Wir sind auf einem guten Weg - für den Gipfel müssen wir uns aber noch anstrengen", umriss Pätzold die Situation.

Er verwies dabei sowohl auf den von 380 000 Euro im Jahr 2005 auf derzeit 2,91 Millionen Euro gestiegenen Radverkehrsetat, als auch auf die Zunahme des Radverkehrs, wie sie etwa von der Dauerzählstelle beim Mineralbad Leuze registriert wird.

Dort haben die jährlich gezählten Fahrten seit 2013 um rund ein Viertel auf 808 000 zugenommen. Auch er habe persönlich den Eindruck, dass der Radverkehr in der Innenstadt stetig zunehme, sagte Pätzold weiter und verriet gleichzeitig, dass auch seine eigenen vier Fahrräder regelmäßig im Einsatz seien.

Doppelt so viele Radwege wie noch vor 20 Jahren

Trotz der Handicaps, die Stuttgart in Bezug auf den Fahrradverkehr aufweist, wie etwa eine fehlende Radtradition, die besondere Topographie oder die nach dem Krieg geplante "autogerechte Stadt", kann sich die bisherige Bilanz durchaus sehen lassen. So stehen derzeit rund 180 Kilometer Radwege zur Verfügung, mehr als doppelt so viel wie noch vor 20 Jahren.

Bei den Hauptradrouten (HR) konnte die HR 1 - die von Vaihingen über die Innenstadt bis nach Bad Cannstatt reicht - bis auf kleine Restarbeiten inzwischen fertiggestellt werden. Hier wurden beispielsweise Teile der Böblinger Straße umgestaltet, die Tübinger- und Feinstraße für den Kfz-Verkehr unterbrochen und die Waiblinger Straße für einen Radstreifen rückgebaut.

Viele Einbahnstraßen in der Gegenrichtung für Radfahrer frei

Das zusammen mit dem Radforum festgelegte Netz der Hauptradrouten konnte in Teilabschnitten, etwa bei den HR 8, 9, 25, 31, 35 und 53 fertiggestellt werden. Auch das Ergänzungsnetz wurde verbessert, zum Beispiel mit der Löwentor-, Jahn-, Herder-', Zeppelin-, und Rembrandtstraße sowie der Reinhold-Maier-Brücke.

Ebenso wurde die lange umstrittene Nutzung der Hofener Straße mittlerweile erfolgreich geklärt: An Sonn- und Feiertagen zwischen Mai und Oktober steht sie ausschließlich Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung und wird von diesen ausgiebig genutzt. Weiterhin konnten bisher rund zwei Drittel aller Einbahnstraßen in der Stadt für Radfahrer in der Gegenrichtung geöffnet werden.

Räder zum Leihen

Mit den Mieträdern im Fahrradverleihsystem "Call a Bike" stehen seit 2007 an 45 Stationen im Stadtgebiet insgesamt 400 Räder zur Verfügung. Seit 2011 werden auch Leihräder mit Elektrounterstützung, sogenannte Pedelecs, angeboten.

Mit Ausnahme von Bussen können Fahrräder inzwischen in allen öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden.
Um Nachwuchsradler zu fördern, wurde das Sonderprojekt "Rad und Schule" mittlerweile an 48 Schulen durchgeführt. Damit werden 58 Prozent aller weiterführenden Schulen erreicht.

In der Regel wurden dabei, nach entsprechenden Vorgesprächen und Ortsterminen, Verbesserungen auf dem Weg zur Schule und vor allem Radabstellanlagen geschaffen. Für 2016/17 sind bereits weitere Schulen ausgewählt. Für die Lehrer ist der Informationsordner "FahrRad und Schule" entstanden.

Abstellanlagen und Fahrradservicestationen

In der Stadt gibt es aktuell Abstellanlagen mit rund 10 000 Radbügeln und 30 Fahrradgaragen. Fahrradservicestationen sind in Möhringen, Vaihingen, Bad Cannstatt und Feuerbach entstanden. Eine weitere für die Innenstadt soll an der Paulinenbrücke eingerichtet werden.

Handlungsgrundlage der Radförderung in Stuttgart ist das Radverkehrskonzept, das seit 2009 die vorhandenen Handlungsfelder und Aktivitäten der Radförderung zusammenfasst und sie in eine Gesamtstrategie einbindet.

Teil des Aktionsplans

Aufgabe des Konzepts ist es unter anderem, die Radinfrastruktur und das Radwegenetz weiter zu entwickeln und die erforderlichen Maßnahmen zu erarbeiten, die sukzessive zu einer Vervollständigung führen.

Die Grundlagen des Radverkehrskonzepts sind Bestandteil des Verkehrsentwicklungskonzepts der Landeshauptstadt und des von Oberbürgermeister Fritz Kuhn initiierten Aktionsplans "Nachhaltig mobil in Stuttgart". Damit ist eine frühzeitige und zielgerichtete Einordung von notwendigen Radverkehrsmaßnahmen in den Gesamtrahmen der verkehrsplanerischen und städtebaulichen Aktivitäten der Stadt möglich.

Infos im Netz und Fahrradaktionstag am 11. Juni

Nützliches zur digitalen Stuttgarter Fahrradkarte und dem Radroutenplaner, zu Bike & Ride und der Anmietung von Fahrradboxen sowie zu Fahrradverbänden und -clubs bietet stuttgart.de/fahrrad.

Der diesjährige große Fahrradaktionstag findet am 11. Juni statt.
Wer sich für die Mitarbeit im Radforum interessiert, sollte sich beim Fahrradbeauftragten der Stadt, Claus Köhnlein, melden: claus.koehnlein@stuttgart.de.