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"Wir blitzen dort, wo es sein muss"

Kein Autofahrer wird gern geblitzt. Manche ärgern sich dann mehr über die Blitzer als über den eigenen Geschwindigkeitsverstoß. Ein Fehler, findet der verantwortliche Bürgermeister, Dr. Martin Schairer (CDU). Er sagt, Blitzer dienen der Verkehrssicherheit und der Umwelt. Ein Beispiel dafür seien die neuen Blitzer an der Theodor-Heuss-Straße, erläutert er im Interview.
Bürgermeister Martin SchairerBürgermeister Martin Schairer zum Einsatz der Blitzer an der 'Theo' Foto: Stadt Stuttgart/Thomas Wagner
stuttgart.de:
Herr Bürgermeister, warum blitzt es so viel auf den Straßen der Stadt?

Martin Schairer: Der Eindruck täuscht. Durch Stuttgart führen insgesamt 1.500 Kilometer Straße. Dort wo es sein muss, überwachen wir die Geschwindigkeit. Genau gesagt, sind es 20 Standorte mit 34 Messgeräten. Und jeder steht dort aus gutem Grund.

stuttgart.de: Und dieser Grund ist, dass die Stadt die Autofahrer abkassieren möchte. Sagen viele Autofahrer.

Schairer: Nein. Es geht nicht darum, möglichst viele Übeltäter zu erwischen, sondern es geht darum, dass sich die Autofahrer an die Verkehrsregeln halten. Wer zu schnell fährt, gefährdet andere und sich selbst. Er schädigt außerdem auch seine Umwelt: Sei es durch die Abgase oder den Lärm. Blitzer sollen Autofahrer nicht ärgern, sondern für mehr Sicherheit sorgen und die Belastung durch Schadstoffe und Lärm senken.

stuttgart.de: Können Sie das konkreter machen?

Schairer: Die Neue Weinsteige war früher ein absoluter Unfallschwerpunkt. Seit dort die Geschwindigkeit überwacht wird, passierten keine schweren Unfälle mehr. Gleiches gilt für den Schattenring oder die Heilbronner Straße stadteinwärts nach dem Pragsattel. Gutachter haben nachgewiesen, dass ein gleichmäßig fließender Verkehr weniger Lärm verursacht und der Luftverschmutzung entgegenwirkt. Im Übrigen haben wir auf unserer Homepage eine Karte, die jeden einzelnen Standort aufzeigt.

stuttgart.de: Wie sieht denn die Bilanz der Blitzer aus?

Schairer: Wir müssen erkennen, dass die Zahl massiver Geschwindigkeitsverstöße im gesamten Stadtgebiet im vergangenen Jahr zugenommen hat. So mussten 2015 insgesamt 595 Fahrverbote erteilt werden, 2014 waren dies noch 482. Unrühmlicher Spitzenreiter war ein Fahrer auf der Bundesstraße bei Wangen, der mit 148 km/h geblitzt wurde. Erlaubt sind hier 80 km/h für PKW.

stuttgart.de: Viel diskutiert wurde über die beiden neuen Blitzer an der
Theodor-Heuss-Straße. Jetzt liegt eine erste Auswertung vor. Wie beurteilen Sie diese?

Schairer: Für eine ausführliche Bewertung ist es noch zu früh. Wir haben eine erste Beobachtung. Demnach geht es in die richtige Richtung: Die Geschwindigkeitsüberwachung in der Theodor-Heuss-Straße und die den Verkehrsfluss begünstigenden Ampelschaltungen sowie die Berliner Kissen in der Bolzstraße, die tiefer gelegte Fahrzeuge zur Räson bringen, scheinen - so zumindest der erste Eindruck - eine befriedende Wirkung zu haben. 
Dienstag, 07.06.2016