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Wettbewerb zum Eiermann-Campus

Der Ausschuss für Umwelt und Technik entscheidet kommenden Dienstag, 14. Juni, über die Auslobung.

Um die weitere Zukunft des denkmalgeschützten Eiermann-Campus in Vaihingen zu gestalten, soll es ein zweistufiges städtebauliches Wettbewerbsverfahren geben. Dafür wird auch ein Unterausschuss "Garden Campus Vaihingen" aus Mitgliedern der Gemeinderatsfraktionen gebildet.

Der Wettbewerb wird von dem Projektentwickler Gerchgroup aus Düsseldorf ausgelobt, der das entsprechende Areal im Oktober 2015 erworben hat. Über die Inhalte hat sich der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner Sitzung vom 7. Juni informiert. Nach einer Erörterung im Bezirksbeirat Vaihingen wird das Gremium eine Entscheidung in seiner nächsten Sitzung am 14. Juni treffen. Mit Mehrheit abgelehnt hat der Ausschuss jedoch bereits den Wunsch des Investors, im Wettbewerb auch die Variante einer vorrangigen Wohnnutzung auf dem Areal zu untersuchen.

Erste Stufe: Städtebaulicher Wettbewerb

Die erste Stufe des Wettbewerbsverfahrens bildet ein städtebaulicher Ideenwettbewerb, an dem mindestens 15 Architekturbüros teilnehmen. Die Jury, an der auch die vier Stadträte des neuen Unterausschusses "Garden Campus Vaihingen" als Preisrichter teilnehmen, wird am 16. September fünf vorläufige Sieger aus den eingereichten Entwürfen der Büros auswählen.

An der Entscheidung beteiligt sind in beratender Funktion auch drei Vertreter der am 4. Mai im Rahmen der Bürgerbeteiligung durchgeführten "Ersten Bürgerinformations- und Dialogveranstaltung". Die ausgewählten Entwürfe werden anschließend den Gemeinderatsausschüssen, dem Bezirksbeirat Vaihingen sowie den Teilnehmern der Bürgerbeteiligung vorgestellt.

Zweite Stufe: Städtebauliches Gutacherverfahren

In der zweiten Stufe des Verfahrens - einem städtebaulichen Gutachterverfahren - werden diese fünf Entwürfe, ergänzt um die Empfehlungen und Anregungen des Preisgerichts, der Bürgerbeteiligung sowie der Gremien, überarbeitet und vertieft. Der endgültige Sieger wird dann voraussichtlich am 25. November von der Jury bestimmt.

Aufgabe dieses umfangreichen Wettbewerbsverfahrens ist die Überprüfung und Weiterentwicklung des Zielbeschlusses des Gemeinderats vom 26. September 2013: Danach soll eine weitere Bebauung des Eiermann-Campus nur in einem angemessenen Abstand zu dem denkmalgeschützten Gebäudeensemble und ohne Eingriff in die bestehenden Waldflächen erfolgen. Neue Einrichtungen könnten hier etwa aus Forschung, Entwicklung, Hochtechnologie oder wissenschaftsnahem Gewerbe kommen. Auch Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Wohnen und eine entsprechende Infrastruktur sind in dieser gemischten Nutzung denkbar.

Das von dem Architekten Egon Eiermann zwischen 1969 und 1972 für die ehe­malige IBM-Hauptverwaltung bebaute Areal steht seit deren Auszug im Jahr 2009 leer. Im Sommer 2013 hat die Stadt, unter der Leitung von Oberbürgermeister Fritz Kuhn, das "Eiermann-Kolloquium" ins Leben gerufen, um Ideen zur Rettung der verfallenden Gebäude zu sammeln. Ein wichtiges Ergebnis der Gespräche war der dann weiterverfolgte Ansatz, eine zusätzliche Bebauung auf dem rund 20 Hektar großen Gelände zuzulassen, um dadurch die Investitionskosten für die Sanierung und den Erhalt des Kulturdenkmals zu erwirtschaften.

Die denkmalgeschützten Gebäuden des Architekten Eiermann in Vaihingen stehen seit dem jahr 2009 leer. Foto: Stadt StuttgartDie denkmalgeschützten Gebäuden des Architekten Eiermann in Vaihingen stehen seit dem Jahr 2009 leer. Foto: Stadt Stuttgart