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Neue Strukturen für Verbesserungen: Partner im ÖPNV-Pakt verständigen sich auf Zukunftskonzept Infrastruktur für die S-Bahn und den Schienenknoten

Die Partner des ÖPNV-Pakts in der Region Stuttgart haben sich auf ein "Zukunftskonzept Infrastruktur" für die S-Bahn und den Schienenknoten verständigt. Das Land, der Verband Region Stuttgart (VRS), die Landeshauptstadt und die umliegenden Landkreise wollen den ÖPNV weiter verbessern und ausbauen, um bis zum Jahr 2025 die Zahl der Fahrgäste im ÖPNV um mindestens 20 Prozent zu erhöhen.

S-Bahn StuttgartDie Platzkilometer - also die zur Verfügung gestellte Kapazität im ÖPNV - sind seit 2012 um 14,5 Prozent gestiegen. Archivfoto: Martin Stollberg
Dieses bereits 2014 im ÖPNV-Pakt vereinbarte Ziel soll vor allem durch die Fortentwicklung einer zuverlässigen Schieneninfrastruktur und effiziente Entscheidungsstrukturen vorangetrieben werden. Das erklärten am Montag, 10. Oktober, Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Verkehrsminister Winfried Hermann, der VRS-Vorsitzende Thomas Bopp, und der Vertreter der umliegenden Landkreise, der Ludwigsburger Landrat Rainer Haas.

OB Kuhn sagte: "Der ÖPNV-Pakt ist eine Plattform, mit der wir alle gut umgehen können. Wir sind in unserer Arbeit von einem gemeinsamen Ziel geprägt, nämlich mindestens 20 Prozent mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen." Der OB wies darauf hin, dass das Fahrgastaufkommen im VVS seit dem Bezugsjahr 2012 bereits um elf Prozent gewachsen ist: "Damit haben wir in kurzer Zeit mehr als die Hälfte geschafft."

Neue Tarifangebote sind beliebt

Besonders die neuen Tarifangebote wie das FirmenTicket, das SeniorenTicket und seit neuestem das Ausbildungs-Abo haben sich als "Renner" erwiesen. "Mit dem Jobticket sind wir in Vorleistung getreten. Inzwischen nutzen über 60 Prozent unserer städtischen Beschäftigten das Jobticket", erklärte Kuhn.

Er freue sich, dass viele Behörden und Firmen aus der Privatwirtschaft dem städtischen Beispiel mit dem Jobticket gefolgt sind; mehr als 450 Firmen geben ihren Mitarbeitern einen Fahrtkostenzuschuss. Das Land als großer Arbeitgeber ist seit Jahresbeginn dabei, und mit der Firma Porsche ist seit September 2016 erstmals ein großes Unternehmen der Automobilindustrie eingestiegen.

Zwischenzeitlich hat auch Daimler die Einführung des Jobtickets angekündigt und damit ein wichtiges Signal für die weitere Verbreitung des Tickets gegeben. Der OB bedankte sich bei allen Partnern des ÖPNV-Paktes. Die Platzkilometer - also die zur Verfügung gestellte Kapazität im öffentlichen Nahverkehr - sind seit 2012 um 14,5 Prozent gestiegen. "Das zeigt, dass alle Aufgabenträger die im ÖPNV-Pakt vereinbarte Verbesserung des Leistungsangebots beherzt angegangen sind", betonte Kuhn.

Minister Hermann sagte, dass ein leistungsfähiger, möglichst störungsfreier Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Voraussetzung für eine klimafreundliche und nachhaltige Verkehrspolitik in der Region Stuttgart sei. Die Bedürfnisse der Fahrgäste müssten im Vordergrund stehen.

ÖPNV-Pakt wird in vier Zeitstufen umgesetzt

"Das Modell Schiene geht zu Grunde, wenn es nicht mehr verlässlich ist", betonte Hermann. "Die Bahn weiß das. Die nachhaltige Verbesserung der Situation im SPNV ist auch eine zentrale Voraussetzung für Luftreinhaltung und die Senkung der Schadstoffwerte. Dazu bedarf es eines koordinierten und zielgerichteten Handelns. Die Partner des ÖPNV-Paktes haben sich deshalb darauf geeinigt, Maßnahmenbündel in vier Zeitstufen zu erarbeiten. Sie wollen deren Umsetzung zusammen mit der Deutschen Bahn entschlossen angehen."

In der ersten Stufe soll die bestehende Schieneninfrastruktur saniert und verbessert werden. Dadurch sollen vor allem die häufigen Störungen im S-Bahn-Verkehr vermieden werden. Die zweite Stufe beinhaltet Ergänzungen im Schienennetz bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21. Dazu gehören beispielsweise zusätzliche Weichen und Gleise in Bad Cannstatt und Feuerbach, mit denen der S-Bahnbetrieb verlässlicher werden soll.

In der dritten Stufe soll die Leistungsfähigkeit der S-Bahn Stammstrecke mit dem neuen Steuerungssystem ETCS erhöht werden. Die vierte Stufe betrifft den langfristigen Ausbau der Schieneninfrastruktur im Bahnknoten Stuttgart. Diese soll erst nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 realisiert werden.

Mittwoch, 12.10.2016